GROSS

Vor einigen Monaten schon hab ich meinen Urlaub in den USA fest gebucht und mir in einen Leihwagen geordert. Leider musste ich feststellen, dass mein Geld nicht...

von Maximilian Decker am: 04.01.2016

Vor einigen Monaten schon hab ich meinen Urlaub in den USA fest gebucht und mir in einen Leihwagen geordert. Leider musste ich feststellen, dass mein Geld nicht ausreicht um meinen erstrebten Roadtrip durch das gesamte Land durchzuführen. Also bin ich fix zu einem Tuner gefahren, hab das Baby aufgerüstet und mich auf die Straßen gewagt um mit ein paar Rennen Geld zu verdienen. Schnell wurde das zur Sucht und ich kam gar nicht mehr davon los ein Rennen nach dem anderen zu bestreiten. Mehr und mehr fand ich auch gefallen an Gelände-Exkursionen, zum Glück gabs auch dafür ein passendes Kit beim Händler. Mittlerweile hab ich ganz ohne Roadtrip die ganzen USA erkundet in dem ich Rennen um Rennen Stadt um Stadt und Staat um Staat erorbert habe.
 
So in etwas könnte ein Tagebucheintrag nach ein paar Runden The Crew aussehen, dem neuen Online-Open-World-Arcade Racer von Ubisoft, der Rennspiel-Fans an glorreiche Need For Speed-Serienableger wie Underground oder Mostwanted erinnern könnte, das ganze aber auf eine völlig neue Ebene hebt. Trotzdem bleibt der Vergleich mit Need For Speed nicht aus, denn EA startete ja bereits vor einigen Jahren ebenfalls einen Versuch ein solches MMO-Rennspiel mit großer offener Welt zu etablieren, namens Need for Speed World. Warum The Crew das ganze aber viel besser macht erfahrt ihr jetzt.
 
Fangen wir bei der riesigen Map an. Die umfasst nicht nur eine Stadt, auch nicht nur eine Hand voll Städte, auch nicht nur eine Hand voll Städte und das dazwischen liegende Umland, nein, auch nicht wie bei Forza Horizon ein riesiges Festivalgelände in Italien und Frankreich, The Crew hat einfach mal die ganze fucking USA nachgebaut, ein wahnwitziges Gebiet voller malerischer Landschaften, atemberaubender Bergpässe, wundervollen Landstraßen, Meilenlangen Freeways und riesiger Metropolen steht euch zur freien Erkundung offen. Dazwischen findet ihr noch unzählige Rallye-Pisten auf denen ihr den Ken Block in euch raushängen lassen könnt, eins scheint fast sicher, diese Map dürfte niemals Langeweile aufkommen lassen und bietet jeden Tag etwas neues. Wenn einem die abwechslungsreiche allein Landschaft noch nicht ausreicht, dann kann man sich ja an der phänomenalen Masse an Herausforderungen, Story-Missionen, natürlich Rennen oder sogar den Fraktionsmissionen auslassen, die dann auch mal 2,5 Stunden dauern können.
Fraktionsmissionen?
Ja, im Laufe der Story werden fünf Fraktionen eingeleitet die fünf große Gebiete der USA grob aufteilen, also zum Beispiel die Ostküste, Mittlerer Westen und Südstaaten. Ihr entscheidet euch für eine der Parteien und könnt im Namen dieser dann zum Beispiel ein knapp 3-stündiges Rallye-Rennen über die gesamte Map ausführen, das verlangt natürlich extrem Durchhaltevermögen ab, kommt aber auch deutlich näher an das ran was Need For Speed The Run sein wollte, aber das nur am Rande, vor allem bekommt ihr dadurch richtig viel Knete und mit der könnt ihr anders als in vielen anderen Rennspielen bei The Crew nicht so hemmungslos um euch schmeißen.
Deshalb will die Wahl des Wagens auch bedacht sein, die fällt aber so schon schwer, denn die Auswahl ist bei The Crew nun nicht so riesig und für meinen Geschmack werden vor allem wir Europäer zu wenig bedacht, aber auch asiatische Fabrikate sucht man vergebens. Dafür gibt es eine unnötige große Auswahl an Muscle-Cars und überteuerten Full-Size Cars, noch sinnfreier ist aber die große Auswahl an Pick-ups und SUVs die in einem Rennspiel eigentlich nichts zu suchen haben und auch im Gelände nicht wirklich schnell werden, zumindest sind so gut wie immer die Sportwagen als Gelände-Variante deutlich sinnvoller. Trotzdem will ich nicht sagen, dass man diese Fahrzeuge gar nicht braucht und der ein oder andere findet sie sicher auch cool. Ich hätte mich einfach gefreut, wenn insgesamt mehr da wäre, aber hier stellt Ubisoft auch in Aussicht noch einiges nachzureichen. Fraglich bleibt, inwieweit wir dafür zusätzlich bezahlen dürfen.
 
 
Haben wir dann mal ein Auto gefunden das uns gefällt können wir es noch mit verschiedenen verbesserbaren Tuner-Kits ausstatten und es so optisch wie technisch entweder mehr auf Straße oder mehr auf Gelände trimmen, bis hin zu richtigen Rennstrecken oder Rallye-Boliden. Das ganze spielt sich in einem richtig hübschen Menü ab, dem HQ, von wo aus wir auch unsere Skillpunkte in so gennante Vorteile wie besseren Handling einlösen können oder einen Überblick über den Fortschritt bekommen.
 
Die Story von The Crew ist sicherlich nicht viel mehr als zweckmäßig, wir aber teilweise in hübschen Zwischensequenzen erzählt. Ansonsten werden wir andauernd von irgendwem angerufen und jede Story-Missionen wird mit einer kurzen Fahrszene oder etwas ähnlichem eingeleitet bei der wir kurz noch einmal die Situation geschildert bekommen. Erstaunlicherweise wirkt das oft sogar weniger lächerlich als es zunächst klingen mag, insgesamt wird die Story eigentlich recht cool inszeniert wenn man bedenkt, dass es lediglich ein MMO-Rennspiel ist hätte man sich durchaus auch mit weniger zufrieden gegeben, umso positiver war ich dann doch überrascht.
 
 
Beim Fahren fühlt sich Ubisoft Genre-entsprechend sehr Arcadig an, vermittelt allerdings dank Cockpit-Kamera und ansehnlichen Schadensmodell noch einen realistischen Anspruch. Gegen die KI zu fahren macht trotzdem nicht allzu viel Spaß, denn die ist unzeitgemäß sehr gummibandartig und holt selbst Abstände von 10 Sekunden und mehr ohne eigene signifikanten Fahrfehler und höherem Fahrzeuglevel mühelos auf was mit der Zeit richtig frustrierend wird, da so The Crew nur künstlich ein spannendes Rennen suggeriert. Zumindest werden diese bei den Story-Missionen durch zahlreiche Skriptevente optisch aufgehübscht und es bleiben die fantastischen Strecken. Das Geschwindigkeitsgefühl ist über jeden Zweifel erhaben und kommt vor allem bei der Helm bzw Cockpitkamera sehr gut rüber. Wer das mit Freunden teilen will kann dabei selbst Story-Missionen jederzeit im KOOP starten und seine namens gebende Crew zum Spielen einladen, was erstaunlich gut funktioniert und bei gutem Zusammenspiel richtig Spaß macht und über die Gummiband-KI hinwegtrösten kann. Außerdem können die Freunde dabei helfen schneller EP zu sammeln, was wichtig ist für das Aufrüsten der Karren und den erreichen höherer Stufen um mehr Missionen und Gebiete freizuschalten. Ubisoft typisch gibts übrigens auch hier das Assanssins Creed Turm Pardon, sind bei The Crew Radarstationen die einen Überblick über das jeweilige Gebiet verschaffen.
Über den leichten Touch von Rollenspiel schafft es The Crew sehr gut den Spieler zusätzlich an das Spiel zu fesseln, was wichtig ist, da The Crew auch eine lebendige Online Welt voller Fahrer und kleiner Crews braucht um nachhaltig zu funktionieren.
 

 

Und damit kommen wir auch zum Fazit, denn The Crew funktioniert tatsächlich sehr gut, das Fahren macht Spaß, die Karte ist riesig, die Abwechslung ist enorm und die Einbindung des Rallye Sports ebenso wie die Einbindung von Rennsport statt allein auf Straßenrennen zu setzen sind zusätzliche Träger der extremen Vielfalt die das Spiel bietet. Ich persönlich ernenne The Crew zum neuen Genre-König weil es besser als Forza Horizion die Möglichkeiten nutzt und Plattformübergreifend ist, die alten Stärken der Need For Speed Reihe zurück bringt, außerdem auch das ist was Driveclub werden wollte und insgesamt einfach jeden Fan von Rennspielen komplett bedient und zur eierlegenden Wollmilchsau des virtuellen Rennsports wird ohne dabei zu viel zu wollen, denn trotzdem greift alles perfekt in einander.
 
Zum Schluss muss ich jedoch nochmal meinen Hass darüber los werden, wie unglaublich viel Potenzial das Spiel verschenkt. Für mich gibt es nichts schlimmeres als zu sehen wie viel möglich wäre aber einfach nicht gemacht wird. Warum kann man keine Spiele auf den Straßen herausfordern, warum kann ich nur mit 8 gleichzeitig auf der Map sein, warum muss das Leistungstuning soooo unglaublich sehr auf farmen setzen: es ist langweilig, es dauert ewig und es macht keinen Sinn. Warum gibt es ein Rangsystem wenn ich trz als bronze lvl 4 gegen gold lvl 1 fahren muss. Wieso kann man keine Tuningdesigns teilen oder so. All diese Dinge fallen mir immer wieder nach einiger Zeit mit The Crew auf, weswegen ich es nie wirklich lange Spielen will..
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