Grußelige Shooteraction der guten Sorte

Metro 2033 war irgendwann mal an mir vorbeigesegelt, wurde als ganz nett abgestempelt und dann in eine kleine Ecke meines Gedächtnis verbannt. Durch die...

von Heldor am: 07.09.2015

Metro 2033 war irgendwann mal an mir vorbeigesegelt, wurde als "ganz nett" abgestempelt und dann in eine kleine Ecke meines Gedächtnis verbannt. Durch die Buchvorlage, die mir sehr gut gefallen hatte, gefiel mir zwar das Genre und auch der Schauplatz, aber so richtig packen konnte mich das Spiel nie so richtig packen. Nach dem Release, jetzt Achtung(!) Genitiv, des Vorgängers wurden beide Spiele (2033;Last Light) noch einmal optisch und spielerisch etwas angepasst, was den eigentlichen Unterschied zur Original Fassung von Metro: 2033 darstellt. In der Optik wurde hier wirklich extrem viel getan, weshalb Metro: 2033 Redux den Namen Überarbeitung wirklich verdient, alles in FULL HD und hier und da sind noch andere Spielereien dazu gekommen, wie z.B. 16-fache Kantenglättung und dererlei. Trotz allem immer noch nicht richtig überzeugt, kaufte ich das Spiel dann erst im Summer Sale '15, für irgendwas zwischen 2 und 4 Euro. Hat sich das ganze als Schnäppchen gezeigt, oder waren es am Ende doch noch verschwendete Euros?

 

 Story

 

Die Story des Spiels ist relativ komplex, daher werde ich jetzt etwas weit ausholen und auch etwas vom Buch mit hinein nehmen. Wen das alles nicht interessiert kann auch einfach bis zum nächsten Punkt runterscrollen.

Wir befinden uns im Jahr, oh mein Gott wer hätte das gedacht!?, im Jahr 2033. Die Erde gleicht einer Kartoffel im Mixer oder dessen was nach einem Jahrelangen Atomkrieg noch davon übrig geblieben ist. So ziemlich alle Lebewesen sind tot, überall. Doch nein, denn sonst wär's ja irgendwie langweilig, ein kleines Kontingent Menschen hat überlebt und zwar nicht in irgend einem Atombunker in den Staaten oder im Dschungel des Amazonas, sondern ("Herr Dirigent, bitte den Trommelwirbel!")... in der Metro, also dem U-Bahn System, der wohl vertrauten Russischen Hauptstadt: Moskau. Da die Russische Regierung einen Atomkrieg mehr oder weniger vorhergesehen hat, hat sie die Metro mit hermetisch, also luft und auch Atombomben, sicheren Toren ausstatten lassen und als die Dinger dann schließlich fielen, schlossen sich die Tore automatisch und die Menschen in der Metro sind seit diesem Tag dort sicher, oder gefangen, wie einige der dort Lebenden selbst sagen. Die Menschen haben sich in der Zwischenzeit in Gruppen und Parteien aufgespalten, die unterschiedliche Stationen und deren Tunnel kontrollieren und um die wichtigsten Ressourcen kämpfen und handeln, wie z.B. Fleisch, Getreide, Wasser und Ausrüstung wie Munition, aber auch Luxusgüter wie Schnapps oder eine Art Tee aus verschiedenen Pilzen die im Dämmerlicht der Metrobeleuchtung gedeihen. Der Held, und ja er kann mal wieder nicht sprechen, lediglich in den Ladepausen gibt er mal seinen Senf dazu, ist Artjom ohne Nachnamen der auf der WDNCh, einer der letzten freien unabhängigen Stationen lebt, seine Station hält sich durch den Verkauf von Tee die Unabhängigkeit jedoch das zu einem sehr teuren Preis. Die Station ist die nördlichste, Achtung schon wieder Genitiv!, des östlichen Nordtunnels und wird von den Schwarzen, einer besonders gefährlichen Art der vielen verschiedenen Mutanten, die ebenfalls den Krieg "überlebt" haben, von der nördlichen Seite belagert und immer mehr Männer fallen den unheimlichen Monstern zum Opfer, die Munition ist teuer und knapp und die Station droht unterzugehen. Da spaziert eines Tages der Mysteriöse Stalker, also ein Sucher von wichtigem Zeugs an der Oberfläche, namens Hunter in die WDNCh und verkündet einen Ausweg und ein Mittel zur Vernichtung der Schwarzen gefunden zu haben. Artjom bekommt von ihm den Auftrag quer durch die Metro zu reisen um dies zu bewerkstelligen und die Reise birgt so manche Gefahr...

 

 Gunplay

 

Das Gunplay gestaltet sich recht einfach. Es gibt die üblichen Knarren, also ne AK-47, eine AK-47U, ne Schrotflinte und so manch andres Eisenrohr, die Waffenauswahl ist recht groß und vor allem extrem vielfältig, so gibt s z.B. auch ein Luftdruckgewehr das extrem Leise tödlich ist. mein persönliches Highlight: Die Waffen sind teils sehr ungenau und eignen sich oft eher als Knüppel, doch genauso oft gibt es auch gute Knarren. Die jedoch zu finden und dann diese sorgsam zu behandeln ist ein echtes Hochgefühl. Ebenso wie gute Waffen, die meist vor dem Krieg hergestellt wurden, und Schlechte, gibt es auch gute und schlechte Munition, erkennbar an dem Glänzen. Die gute "Mun" dient hier als Währung und Geld, kann aber auch durch das halten der Nachladen Taste ausgerüstet werden und verschossen werden, macht deutlich mehr Schaden, aber will man sein Geld verballern?

Man kann immer eine Hauptwaffe und eine Sekundärwaffe, wie z.B. einen Revolver tragen. Diese können an freundlichen Stationen dann gegen gute "Mun" aufgerüstet werden mit z.B: Schalldämpfern für Schleicher, oder dem langen Lauf fürs richtige draufknallen. Ebenso können dort die Munitionsvorräte aufgestockt und Medipacks gekauft werden.

Zusätzlich existieren noch andere kleine Waffen wie Verschiedene Arten von Dynamit und Wurfmesser die immer zu einer bestimmten Anzahl dabei sein dürfen. Alle Waffen fühlen sich sehr realistisch an und das ganze Gunplay ist nur lobenswert! Selten habe ich so ein schönes Gefühl beim Schießen gehabt, makaber, aber jep isso. Das beste allerdings: mit steigendem Schwierigkeitsgrad werden die Knarren auch ungenauer, die Verbesserungen teurer und die sammelbare Munition weniger, also für Hardcore Survival-Feeling ist reichlich gesorgt!

 

 Gameplay

 

Das Gameplay gestaltet sich ebenfalls recht einfach: Geh dahin, machs einfach, wie ist mir Wurscht! Natürlich hat man durch die Tunnels der Metro immer ein recht lineares Gebiet, doch oft werden die Unterirdischen Hallen riesig und es dürfte immer ein zusätzlicher Weg zu finden sein. Es gibt auch zahlreiche Oberirdische Abschnitte die allerdings auch oft recht linear ausfallen, dort wird das Ich-hab-Angst-mach-mich-am-besten-Unsichtbar Überlebensgefühl allerdings um ein vielfaches stärker weil deutlich mehr Viecher durch die Gegend rennen und das offene Feld den Helden schutzlos ausliefert, wenn er nicht extrem vorsichtig ist. Durch Schleichen oder doch lieber alles in Terror versetzen, was ist eure Methode? Wichtig ist dabei die Wahl eures Schwierigkeitsgrades, die in dem Spiel (JA ENDLICH EINMAL!) deutlich mehr beeinflusst wie schnell Persona stirbt. Unter anderem werden die Mun Vorräte deutlich knapper, die Preise teurer, Waffen seltener, Gegner stärker, es liegen mehr Scherben etc. auf dem Boden die den Schleichenden verraten könnten, das HUD wird eingeschränkt bis schließlich komplett abgeschaltet. Das alles sollte dem echten Sneak-Shooter Fan das herz aufgehen lassen.

 

Grafik

 

Die Tunnelwände sind bedeckt mit flackernden Schatten, die Waffen sind alle erstklassig mit Polygonen bestückt worden und auch die Oberfläche sieht recht hübsch aus, in ihren verschiedenen Graustufen... Das Gesamtbild der Grafik von Metro: 2033 Redux ist überzeugend, nicht mehr, nicht weniger. Es ist definitiv keine pure Augenweide wie die anderen modernen Titel der letzten Jahre wie Far Cry jedoch reicht es für den normal Spieler auf jeden Fall aus und auch Grafikbugs wie Kantenflimmern, Clippingfehler oder Ähnliches treten bei mir, wenn überhaupt in so kleinen Maßen auf, das sie fast nicht erwähnenswert sind. Lediglich einmal hatte ich einen recht witzigen NPC, der meinte, dass sein rechtes Bein durchsichtig war, wäre normal. Die ganzen NPC sehen zwar alle recht nett aus, glänzen aber nicht unbedingt durch tolle Gesichtsanimationen und sind alle recht steif.

 

 Atmosphäre

An dieser Stelle möchte ich jedem noch ein mal ausdrücklich empfehlen das Spiel als Schleichspiel mit Shooter Elementen zu sehen und nicht umgekehrt, da sonst der Großteil der Atmosphäre draufgeht. Natürlich meine ich hierbei nur die Passagen bei den feindlichen von Menschen besetzten Stationen und den Monstern die man besser umgehen sollte als sie abzuschießen. Gerade bei einem Gegnertyp den der Held fast nicht verletzen kann und das Schleichen und Herzklopfen nicht entdeckt zu werden vorausgesetzt sind. Dafür kann der eingefleischte Schießprügel natürlich in den offenen Kämpfen mit den Mutanten seinen Freigeist vollkommen ausleben. In den freundlichen Stationen sind oft sehr lange Gespräche zwischen den NPC's zu hören die pft auch auf Ereignisse im Buch zurückzuführen sind.

Durch die vorigen Sätze wird vermutlich klar, dass das Spiel mit handfester, spannender und extrem gut gelungener Atmosphäre daher kommt. Die Menschen und deren Charakter sind sinnvoll nach zu vollziehen und die Angst andauernd von rechts oder links angefallen zu werden, sind dauerhaft und heben ihr ganz eigenes Gefühl zum Spieler. Wieder zeigt sich hier, je höher der Schwierigkeitsgrad, desto größer das Hochgefühl nach einer erfolgreich gemeisterten Passage. Jedoch ist die Atmosphäre natürlich auch auf der niedrigsten Schwierigkeit spürbar, es sei denn der Herr/die Dame meint es wäre Call of Duty und man müsste die Russische Rampensau der Metro sein...aber das ist jedem eigen.

 

Umfang

 

Meine Spielzeit belief sich auf 14 Stunden auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad (Ranger), beinhaltet aber auch etliches neu laden nach gescheiterten Schleich Versuchen, also schätze ich die komplett Spielzeit auf 11-13 Stunden. Für einen Shooter nicht untypisch und durchaus vertretbar bei einem guten Spielgefühl. Es gibt keine Collectibles und auch keine Crafting Elemente, ich erwähne das übrigens nur weil das die Leute irgendwie derzeit von den Spielen erwarten. Warum. Auch. Immer...

Dafür gibt's eine Menge Errungenschaften für allerlei Unsinn.

 

Schlussendlich kann ich nur sagen, dass mir Metro 2033 Redux ausnehmend gut gefallen hat und ich würde es sogar auf eine Ebene mit Bioshock Infinite, meinem Lieblingsshooter, stellen wären da nicht die teils furchtbaren Russischen Akzente der deutschen Sprecher und die ach so steifen NPC's so bleibt mir nur eine schlechtere Wertung, wenn auch eine dennoch sehr gute!        

 

Danke an alle die bis hier durchgehalten haben!

 

Danke fürs Lesen. :D

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Wertung
Pro und Kontra
  • Exrem schön aufgepeppt von 2011
  • Überzeugendes Gunplay
  • Tolle Lichteffekte
  • Vielfältige Waffenwahl
  • Erstklassige Schwierigkeitswahl
  • Großartige Story...
  • ...die leider oft vernachlässigt wird
  • Minimales NPC bugging
  • Nervige, erb erträgliche deutsche Sprecher
  • Lästiges Speichersystem

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



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