Held neu definiert

Während der klassische Actionheld meist entweder eine Jahre lange Militärausbildung hinter sich hat, der beste Geheimagent der Welt ist, für das Gute kämpft...

von schismatic am: 13.06.2009

Während der klassische Actionheld meist entweder eine Jahre lange Militärausbildung hinter sich hat, der beste Geheimagent der Welt ist, für das Gute kämpft oder aber auf wundersame weise Spinnenfäden aus den Handgelenken schießen kann stellt der Held in Prototype eine gänzlich andere Figur dar.
Als scheinbares Opfer genetischer Manipulation zum Zwecke der Erschaffung eines ultimativen biologischen Kampfstoffes schlüpft ihr in die Haut des unter Amnesie leidenden Alex Mercer auf der Suche nach Erinnerungen und Wahrheiten mitten in einer Stadt (Manhatten - New York), in der ein brutaler Virus ausbricht.

Story - Be water, my friend!

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen Alex Mercer sei der beste Schüler von Bruce Lee gewesen welcher sich folgendes Zitat perfekt adaptiert hat: 'Be formless, shapeless, like water. Now, you put water into a cup - it becomes the cup. Putting it into a tea-pot - it becomes the teapot. Look, water can flow, or creep, or drip or crash. Be water, my friend.' Denn genau wie das Wasser besitzt auch der Held des Spiels die Möglichkeit seine äußeres Erscheinungsbild seinen Bedürfnissen anzupassen. Sei es die Möglichkeit seine Arme in alles vernichtende Waffen wie etwa Klauen, Schwert, Peitsche und Hammer zu verwandeln oder aber die Tatsache das er problemlos jedes andere menschliche Wesen absorbieren und dessen Gestalt annehmen kann.

Doch bevor Alex Mercer perfekte Kontrolle über seinen Körper erlangt gilt es Schritt für Schritt sein Erinnerungsvermögen aufzufrischen um herauszufinden wer er war, und wer ihn zu dem gemacht hat was er nun ist. Dabei stehen dem Helden sowohl seine Schwester und seine Ex-Freundin als auch ein mysteriöser Unbekannter zur Seite.

Schnell wird dem Protagonisten aber klar, das der Ausbruch des Virus die Stadt ins Chaos stürzt und keine Zeit bleibt nach Antworten zu fragen. Gut für Alex Mercer, denn seit seinem Erwachen aus dem Gentek Labor besitzt er die äußerst vorteilhafte Gabe die Erinnerungen seiner sich einverleibten Gegner zu erhalten was ihn vor Lügen schützt und zudem ungemein Zeit spart.

Durch die Möglichkeit Erinnerungen zu absorbieren kann Alex Mercer insgesamt 131 Wissensfetzen erhalten welche zusammenhängend eindrucksvoll tiefe Einblicke in die Hintergrundhandlung von Prototype geben.

Gameplay - Der Held zwischen den Fronten

Das Spiel Prototype gibt dem Spieler schnell zu verstehen das in einer von der Außenwelt abgeriegelten Stadt nur das grauenerregendste Gesetze von allen vorherrschen, nämlich das Überleben des Stärkeren. Während sich nun das Militär in erster Linie um die Eindämmung des durch den Virus rapide aufkeimenden Chaos kümmert und das Virus selbst geführt durch ein höheres Wesen sich zu verbreiten versucht, kommt mit Alex Mercer eine dritte Fraktion ins Spiel welche die Gunst der Stunde zu nutzen weis um sein Vorhaben durchzusetzen. Dabei nimmt keine der drei Fraktionen Rücksicht auf die unbeteiligte Bevölkerung.

Dank des umfangreichen Waffenarsenals welches dem Helden von Natur aus zur Verfügung steht oder durch das Aufheben von Militärwaffen oder durch kapern von Panzer und Helikopter erlangt werden kann ist das Infiltrieren von Militärbasen oder das Zerstören von mit Virus verseuchten Gebäuden kein Problem.

Durch das Vernichten von Gegnern erweitert Alex Mercer seinen Genpool immer weiter und ermöglicht ihm dadurch seine Fähigkeiten weiter zu verbessern oder neue zu erhalten.

Die Fortbewegung gestaltet sich äußerst rasant und geht leicht von der Hand. Es gibt keinerlei unüberwindbare Hindernisse denn das hoch Sprinten an Wänden ist genauso einfach für den Helden wie etwa das herunter Segeln von Wolkenkratzern oder das explosionsartige Aufschlagen auf den Asphalt welches einhergeht mit einer gewaltigen Druckwelle.

Künstliche Intelligenz und Atmosphäre

Die KI der Gegner ist recht simpel gestrickt. Das gemeine Volk läuft bereits beim Anblick der Verwandlungskünste von Alex Mercer schreiend davon, Soldaten feuern aus allen Läufen auf alles was sich bewegt und weichen nur selten den vernichtenden Attacken des Spielers aus und Monster schlagen mit aller Macht alles zu Staub. Für eine glaubwürdige Umgebung sorgt aber der Zusammenhalt der jeweiligen Truppen, denn Soldaten fokussieren ihr Feuer ebenso wie die Monster ihre Jagd auf das potentiell gefährlichste Ziel was oftmals der Spieler selbst ist wenn er sich blind links in den Kampf zweier Fronten stürzt.

Das beste jedoch ist das Zwischenspiel der KI die sehr glaubwürdig ist. Panzer ziehen durch die Straßen und äschern systematisch alles ein bis sie durch einen Wütenden Mob von Infizierten aufgehalten werden. Zeitweise lässt sich sogar beobachten wie der Nachschub an Fußvolk durch Helikopter nachgeliefert wird und sich ganze Straßenzüge in Rauch auflösen.

Bei den Streifzügen durch die Stadt erkennt man jederzeit sofort ob man sich in einem von Militär oder von Infizierten besetzten Teil aufhält, denn während der Militärteil dicht von Soldaten bevölkert ist, herrscht allgemeine Weltuntergangsstimmung bei den Infizierten vor - Rot gefärbter Himmel, Krähen in der Luft, Rauchsäulen aus Gebäuden, Zombiearmeen auf den Straßen und überall ein roter Teppich aus organischer Substanz. Herrlich stimmig.

Natürlich darf auch die Soundkulisse nicht unerwähnt bleiben. Denn nebst dichtem Kriegsgewitter, Panikschreie und Monstergrunzen wird das gesamte Spiel von einer dynamischen Hintergrundmusik begleitet welche die bedrohliche und bedrückende Stimmung des Spiels ausgezeichnet unterstreicht.

Gewaltdarstellung wird bei Prototype groß geschrieben, denn sowohl der Einsatz von Alex Mercers mutiertem Körper als auch der Einsatz von Standardwaffen hat meist immer die gleiche Wirkung: Blut spritzt literweise und Körper werden in Stücke zerlegt. Auch wenn es makaber zu sein scheint, aber in dieser Welt von Prototype ist dieser Vorgang sehr beeindruckend und erschütternd zugleich denn es fügt sich nahtlos in den Rest der Welt ein.

Qualität des Spiels - PC Version

Grundlegend sei zu sagen beim ersten Durchspielen ist mir kein einziger Bug aufgefallen und mir ist nur ein einziger Grafikfehler (ein Baum schwebte circa 50cm über dem Boden) untergekommen. Das Spiel lief durchgehend flüssig, keinerlei Slowdown oder Ruckler trotz Situationen in denen der gesamte Bildschirm vor Gegnermassen und Explosionen gebebt hat.
Die seltenen Ladezeiten zwischen den Missionen belaufen sich gerade einmal auf etwa 5 bis 10 Sekunden.
Obwohl das Spiel wohl für Konsole entwickelt wurde ist es jedoch einwandfrei portiert wurden. Die Hardwareanforderungen sind für die gebotene Grafikqualität und Weitsicht niedrig und die Steuerung mit Tastatur und Maus funktioniert sehr gut da man statt Hotkeys sämtliche Fähigkeiten blitzschnell über ein Ringmenü auswählen kann.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: sehr stimmiger Grafikstil
  • Sound: tolle Soundkulisse + Synchronsprecher
  • Balance: absolute Dominanz fast allem gegenüber
  • Atmosphäre: Dynamischer Wechsel zwischen Infiziert und Militär
  • Bedienung: Ringmenü für Fertigkeiten + Controller möglich
  • Umfang: Über 10 Stunden Hauptmission
  • Missionsdesign: abwechslungsreich
  • KI: verhält sich untereinander sehr lebendig
  • Waffen & Extras: Der Körper als Waffe + Waffenarsenal der Militärs
  • Handlung: Netz der Intrigen enthüllte viele Details
  • Grafik: Grafikqualität nur auf Konsolenniveau
  • Sound: -
  • Balance: Gegner nur in Gruppen gefährlich
  • Atmosphäre: -
  • Bedienung: -
  • Umfang: Events eintönig
  • Missionsdesign: oft nur einen Lösungsweg
  • KI: kaum taktische Manöver
  • Waffen & Extras: -
  • Handlung: keine Alternativen Lösungswege und Enden

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(4)

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