Mehr Frust as Lust

Nach Shift1 war die Vorfreude auf Shift 2 groß: Mit dem Bugatti Veyron über die Nordschleife düsen war der Spaß pur, in Teil 2 dagegen wird dies zum...

von - Gast - am: 19.04.2011

Nach Shift1 war die Vorfreude auf Shift 2 groß: Mit dem Bugatti Veyron über die Nordschleife düsen war der Spaß pur, in Teil 2 dagegen wird dies zum Horror!

Zunächst die positiven Aspekte:
+ der Fuhrpark ist sehr umfangreich und durch die Bank grafisch sehr ansehnlich
+ Spielzeit: enorm umfangreich, z.T. allerdings erkauft durch 40-minütige Einzelrennen.
+ Trotz der schlechten aber vernachlässigbaren Synchro bei den Videos ist der Ton sehr gut. Das sprotzeln des Auspuffs beim Gas wegnehmen beispielsweise ist klasse! Einziges Manko: Der Sprecher hat nur eine knappe Hand voll Sprüche auf Lager, die schnell abgenutzt sind.
+ Tuningmöglichkeiten: vielseitig und mit spürbaren Auswirkungen. Allerdings auch in den späteren Rennen bitter nötig.

Einen gemischten Eindruck hinterlässt die Grafik. Mit dem Testsystem konnte grade mal knapp über dem minimalen Niveau gespielt werden, andere Rennspiele (Bsp. Dirt2) sahen da besser aus liefen wesentlich flüssiger.

Nun die negativen Aspekte:
- Ideallinie: An sich nützliches Instrument. Scheinbar ist sie jedoch am Reisbrett und nicht auf der Rennstrecke entwickelt worden. Sie führt nicht immer ideal durch Kurven und zeigt den Abbremspunkt viel zu früh. Außerdem kann man, laut Konzept, durch Verfolgen der Ideallinie jede Kurve 'meistern'. Allerdings ist dies manchmal auch ohne machbar, manchmal jedoch beim besten Willen nicht und hin und wieder führt sie in den Graben, was eine Verwarnung zur Folge hat. Apropos Verwarnung:
- Verwarnung: derer gibt es 4 pro Rennen, egal ob man 2 oder 20 Runden fährt. Wo liegt da der Sinn???
- K.I.: unfair! Die K.I. fährt prinzipiell nach dem Motto: alle (K.I.) gegen einen (Spieler). Das äußert sich u.a. in dem Kollisionsverhalten:
- Kollisionsverhalten: Grundlage des Kollisionsverhaltens von Shift2 muss folgender Grundsatz sein. Der Wagen des Spielers hat das Gewicht einer Feder, während die Wagen der K.I. aus Granit bestehen. 95% der Kollisionen (egal ob schuldig oder unschuldig) gehen zu Ungunsten des Spielers aus; der Rest ist dann wohl Glück.
- Driftevents: Was hat die Entwickler davon abgehalten, das beherrschbare und spaßige Fahrverhalten der Undergroundtitel zu übernehmen? Das verwendete Fahrverhalten wird zu einer Satire seiner Selbst durch die miserablen Punkte die auch die K.I.-Konkurrenz einfährt. Unvergessen das Event, bei dem man mit einem Boliden auf einem eher für Karts geeignetem Kurs von Wand zu Wand scheppert!
- 'Verschiedene' Schwierigkeitsgrade: Keine Unterschiede erkennbar. Manchmal dominiert man auf 'normal' und überrundet seine Gegner, manchmal sieht man keine Chance auf 'leicht' aufgrund u.a. des Kollisionsverhaltens (s.o.)

Alles in Allem nach Punkten:
Grafik: 7/10
Sound: 8/10
Balance: 3/10
Atmosphäre: 7/10
Bedienung: 7/10
Umfang: 9/10
K.I.: 0/10
Fahrverhalten: 7/10
Tuning: 9/10
Strecken: 7/10
Gesamt: 64/100

Fazit:
Das Spiel hinterlässt den Eindruck als wurden die Mittel für sämtliche beta-Tests eingespart.
Schlussendlich wird dies eines der wenigen Spiele seit langem sein, das ich bewusst nicht zu Ende spielen werde!
Wer also cholerisch veranlagt ist und gerne seine Tastatur oder sein Pad vor lauter Frustration schrotten will - bitte schön, allen anderen sei von diesem Spiel abgeraten! Für mich bedeutet Spiel=Spaß und nicht Frust, der hier Zweifels ohne aufkommen muss.

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Oft, regelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



Kommentare(4)

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