"Mound & Blade - Warband"-Rezension

Grundlegendes zum SpielDas Spiel wirft euch als selbsterstellter Charakter in die mittelalterliche Szenerie von Calradia, eines Landes, dass von verschiedenen...

von Qualle036 am: 15.11.2014

Grundlegendes zum Spiel
Das Spiel wirft euch als selbsterstellter Charakter in die mittelalterliche Szenerie von Calradia, eines Landes, dass von verschiedenen Königreichen geteilt, von Kämpfen und Abenteuern nur so strozt.
Man selbst hat die Auswahl - will man als Wegelagerer Karawanen überfallen oder doch lieber Königstreu und mit Banner auf dem Schlachtfeld Ruhm ernten?

Spielmechanik
Die Spielmechanik von M&B-Warband ist relativ simpel.
Man befindet sich zunächst auf der Weltkarte - von hier aus steuert man seine Figur in Echtzeit per Mausklick, ähnlich wie in Strategiespielen.
Sollte nun ein Ereignis stattfinden, z.B. trifft man auf eine Gruppe von Feinden, wechselt das Spiel in eine Art "Unterredungs-Menü" in dem man unterschiedlichagieren kann. Dies ist auch der Fall sollte man in eine Stadt reisen.
Zwar hat man immer die Möglichkeit innerhalb einer Stadt zu Fuß die einzelnen wichtigen Gebäude zu besuchen, aber geht es über das Menü stets schneller.

Sollte man nun also auf Feinde treffen, so lassen sich mehrere Möglichkeiten auswählen vorzugehen, in den meisten Fällen stellt dies aber der Kampf dar.
Dazu wechselt das Spiel nun in eine Third-Person-Ansicht (wahlweise auch First-Person, aber davon ist abzuraten).
Sollte man nun schon einige Einheiten im Regiment besitzen kann man diesen taktische Befehle geben oder sie aber wie eine riesige Horde auf den Gegner stürzen lassen. Je nach Gegnerart, die von einfachen Plünderern bis hin zu riesigen Königstruppen variiert, sind unterschiedliche Taktiken vonnöten und unterschiedliche Einheiten besonders geeignet.
Denn M&B-Warband setzt nicht nur beim Charakterdesign, sondern auch beim individualisieren der Truppen hohe Maßstäbe. So kann man einen einfachen Bauern, die man aus den Dörfern rekrutieren kann zum Meister-Bogenschützen oder Elite-Schwertkämpfer ausbilden, wie man dabei vorgeht bleibt einem selbst überlassen.
Dabei hat jede Nation auch ihre Vorzüge: Will man viele Reiter unter seinem Kommando, eignet sich die Reiter-Nation der Khanat Khergit, für schwere Ritter die der Swaden, für schwere Infanterie die der Nords, usw. .
Wichtig ist dabei aber auch seine Einheiten zu mischen, denn wer sein Heer nur aus Bogenschützen aufstellt, wird bei einer Burgverteidigung vielleicht leichtes Spiel haben, solange die Gegner noch außerhalb der Burg sind, doch kaum das sie eindringen, werden sie meist niedergemacht.
Und ja, ihr habt richtig gehört: Burgbelagerungen. Denn was in Stronghold noch Realtität aus der Vogelperspektive war, erlebt man in Mount&Blade hautnah mit.
Zwar fehlen (mehr oder weniger aufgrund der Altersfreigabe) reale Verteidungsmaßnahmen wie kochendes Pech und (aufgrund der alten Spielmechanik) die Möglichkeit das Katapult einzusetzen um damit Mauern zu zerschlagen, aber Belagerungstürme und Leitern dienen dem Zweck der Eroberung mehr oder weniger genauso gut.
Tatsächlich ist jede einzelne der Burgen anders aufgebaut, manche liegen auf Hügeln, andere haben die Leiter zum Erklimmen der Zinnen erst im Innenhof. Auch bei den normalen Feld-,Wald-, Berggefechten kommen teilweise zufällig generierte Schlachtfelder (abhängig vom jeweiligen Terrain der Weltkarte) zum Einsatz.
So passiert es, dass aufgrund der Zufallsgenerierung der Karte, den Fähigkeiten der einzelnen Fürsten, der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Nation und die Masse und Klasse der jeweiligen Einheiten dafür sorgen, dass jede Schlacht anders anfängt und anders ausgehen kann.

K.I. sagt nein...
Allerdings komme ich damit auch schon zum größten Manko des Spiels - den Einheiten und ihrer K.I. .
Vor allem bei Belagerungen, die mit Leitern geschehen merkt man schnell die schlechte Programmierung eben dieser. Oft genug "schieben" und "glitchen" sich die Einheiten die Leiter hoch und werden so oft, von den bereits wartenden Verteidigern mit einem oder zwei Schlägen getötet. So kann es passieren, dass man selbst als Verteidiger Burgverteidigungen gewinnt, die allein von der Masse der Einheiten 10:1 unterlegen sind.
Auch die verschiedenen Strategien der Fürsten sind nach einiger Zeit vorhersehbar, da es sich meist auf "Brutaler Ansturm", "In Reih und Glied einen Kreis um den Gegner ziehen" und "In Reih und Glied einfach stehen bleiben" reduziert.
Zu oft hat man das Gefühl, dass sich die Schwierigkeit des Spiels weniger auf die Fähigkeiten der KI als viel mehr auf die blanke Masse der gegnerischen Einheiten reduziert.

Auch die Grafik des Spiels ist (selbst auf höchsten Einstellungen) zwar nicht pixelig, wohl aber deformiert, vor allem wenn man sich die Gesichter der Menschen ansieht.
Die Landschaften als solches liegen bei befriedigend, sind aber mittlerweile auch schon in die Jahre gekommen.


Trotz alledem sind eben genau diese Schlachten das Herzstück und geben Mount&Blade genau diese Art von mittelalterlicher Atmosphäre, die man sich oft genug gewünscht hat - mit Schwertern und Speeren, hoch zu Ross auf die Gegner zugaloppieren und in einer (teils sehr langen Schlacht) selbst den letzten Gegner besiegen oder in einem glorreichen Kampf vernichtet werden.

Auch bei den Waffen gibt es viele verschiedene Varianten und Variationen.
Geht man nun mit einer schweren Armbrust ins Feld und muss so auf das Pferd verzichten oder schwingt man hoch zu Ross sein Zweihänderschwert? Auch auf Bögen, Wurfwaffen aller Art bis hin zu Lanzen und Speeren wird nicht verzichtet und geben so jedem Spieler die Möglichkeit seines ganz persönlichen Recken.



Mount & Blade - Warband ist also...
ein Spiel für jeden, der auf Mittelalter und Kämpfe aus der Third-Person steht.
Das Spiel hat sowohl Rollenspiel -als auch Strategiespielelemente und hat somit für jeden etwas dabei.
Zudem für alle, die keine Lust auf Computergegner haben, seit Warband der Multiplayer implementiert wurde und man so auch für eventuelle Lanpartys immer ein Spiel für Zwischendurch hat.

-Q036

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Wertung
Pro und Kontra
  • Riesige Spielwelt
  • Viele Möglichkeiten der Charaktererstellung- und entwicklung
  • Schwierigkeitsgrad gut einstellbar
  • Veraltete Grafik
  • Schlecht agierende K.I.

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



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