Nicht wirklich überzeugt

Life is Strange ist mehr oder weniger Square Enix Antwort auf die erfolgreichen Adventuregames von TellTale Games. Dabei setzt man auf die Unreal Engine und...

von Maximilian Decker am: 04.01.2016

Life is Strange ist mehr oder weniger Square Enix Antwort auf die erfolgreichen Adventuregames von TellTale Games. Dabei setzt man auf die Unreal Engine und eine Schulter-Kamera. 
bevor wir zum wesentlichen kommen bei einem solchen Adventure-Spiel, kurz noch ein wenig mehr zur Technik, der Look ist schwer zu beschreiben, kein echter Comic-Look aber Foto-realistisch ist auch was anderes, fast alle Texturen sind etwas „weichgewaschen“ die Farben aber sind allesamt recht kräftig. Der Detailgrad ist stark abhängig von der Umgebung, innerhalb von Räumen finden wir oft viele kleine Dinge, in den Außenarealen wird es etwas trauriger. Die grafischen Deffizite weiß Life is Strange aber mit schöner Szenerie und gelungener Beleuchtung zu übertünchen. Sehr wichtig für ein solches Adventure sind glaubwürdige Charaktere, um denen Leben einzuhauchen braucht es unter anderem auch gute Gesichtsanimationen, genau die hat Life is Strange leider nicht wirklich, gleicht das aber zumindest mit einer ziemlich gelungenen Vertonung aus, leider jedoch ausschließlich in Englisch und auch nur mit englischen Untertiteln. Zum Glück hält sich das ganze aber fast durchweg in simplen Umgangsenglisch, so das man auch mit nicht perfekter Sprachkenntnis der Story problemlos folgen können sollte.
Und damit wären wir auch beim wichtigsten Punkt, der Geschichte. Die beginnt damit, dass wir im Unterricht einen Alptraum von einem Tornado haben. Wir, oder viel mehr die Protagonistin ist Max Claufield, ein zurückhaltendes, nettes Mädchen mit dem Hobby der Photografie. Danach verlassen wir das Klassenzimmer und stellen fest, ohne jetzt zu viel vorweg nehmen zu wollen sag ich einmal nicht in welcher Situation, dass wir die Zeit zurück drehen können. Und täglich grüßt das Murmeltier, oder so ähnlich. 
Denn genau das wird nun zum Spiel-prägenden Element. Wir stehen vor allerhand Rätseln oder kniffligen Situationen in denen wir Entscheidungen treffen müssen. Erscheint ein Schmetterling nach der getroffenen Wahl im linken oberen Eck, dann hat unsere Aktion Folgen. Nun müssen wir jedes mal abwägen, ob wir mit der Situation leben können, oder die Zeit zurück drehen und eine andere Wahl treffen. Manchmal setzt uns das Spiel auch vor Try'n'Error Aufgaben, bei denen wir gezwungen sind die richtige Entscheidung zu treffen um weiter kommen zu können. So zum Beispiel in dieser Situation: Viktoria Chase, eine eingebildete Redelsführerin des Vortex-Clubs und ihre Freundinnen versperren uns den Weg. Um an ihnen vorbei zu kommen lösen wir eine Schraube am Farb-Eimer des Hausmeisters. Jedoch fällt dieser so, dass die Farbe Viktoria nicht trifft. Also drehen wir die Zeit zurück, bringen Viktoria dazu weiter vorne zu sein, in dem Wir den Rasensprengkler aufdrehen, so dass er sie nass spritzt, dann wieder der Eimer manipuliert, schwups ist sie vollgespritzt. Danach tun wir noch auf Mitleid um uns gut mit ihr zu stellen, man, ganz schön gerissen. 
Durch diese Fähigkeit bekommt die Geschichte eine andere Ebene, denn, zumindest in der ersten Episode, beschränkt die sich ganz schön auf pubertäre Teenager Sorgen und Hipster Getue gepaart mit etwas grotesken Charakteren wie dem paranoiden Hausmeister der Blackwell Academy, der im Laufe der ersten Episode schon zu einem der Hauptantogonisten forciert. Die erste Episode lässt definitiv schon einige spannende Sidestories erahnen und stellt vor allem erst einmal viel in den Raum, das einem am Ende etwas ratlos mit dem abschließenden Cliffhanger alleine lässt. Zu dem gehört sicher auch das Rätsel um den ominösen Wirbelsturm des Alptraums der Anfangsszene klären zu wollen, diesen Traum haben wir gegen Ende nämlich noch einmal. Und genau das macht natürlich sehr Lust die folgenden Episoden kennen zu lernen. 
>>Wie man mittlerweile schon gemerkt haben sollte, hat Life is Strange ganz klar einen Indie-Style, da muss man entweder drauf stehen oder sich wenigstens drauf einlassen können, denn das Spiel spart nicht mit seinen sanftmütigen Gitarrenliedern und Hipster-Lifestyle-adaptionen, aber genau darauf sollte man sich auf jeden Fall einlassen, denn es baut sich ein stimmungsvolles Drama auf, dessen Auswüchse sich in der ersten Episode zwar nur erahnen lassen, aber schon einmal Lust auf mehr machen. Auch geschuldet den gut geschriebenen Personen die auch ohne Triple A Gesichtsanimationen sehr lebendig wirken. 

Ein echtes Fazit zu ziehen nach der nur etwa zweistündigen ersten Episode wäre wohl etwas anmaßend, aber wohin der Weg führt sieht schon einmal vielversprechend aus. Die Geschichte befindet sich natürlich noch beim Anlauf nehmen, macht aber Lust auf mehr und lässt die technischen Mängel gänzlich vergessen, zumal sich die eh nur auf Grafikqualität beschränken, Bugs oder andere Fehler konnte ich keine finden, Steuerung und Handhabung funktionieren ausgezeichnet. >>Der etwas melanchonischen Style verleiht dem Drama die Stimmung, jeder Charakter hat, wenn auch stereotypische, eindeutige Merkmale und eine Geschichte zu erzählen und die liebevoll gestaltete Welt will entdeckt werden.
Wer irgendetwas mit Adventures anfangen kann oder schon mit den Tell-Tale Games Adventures Spaß hatte muss Life is Strange auf jeden Fall mal ausprobieren, denn durch das Zeit-zurück-Dreh-Feature bekommt es nochmal eine ganz neue Variante der Storybeeinflussung, jede Tat kann ausprobiert und verändert werden und es entsteht eine ganz andere Bindung als in anderen Spielen zum Protagonisten.

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