Remaster-Rezension: Weck' mich doch bitte endlich jemand auf...

Weil ich den Text nicht mehr auf meinem eigenen Account habe und mein altes Profil gelöscht wurde, bringe ich den Text NOCHMAL im Original unter meinem...

von Roadwarrior am: 23.10.2021

Was hat sie sich nur dabei gedacht??

Ich habe wirklich kurz nachgedacht, ob das hier nicht eigentlich ein Eintrag für meinen Blog wäre. Aber da es sich ja nun um ein "Spiel" handeln soll, schreib' ich es eben als Rezension.

Nun gut. Meine Frau besitzt ja nun auch Steam. Beim Wechsel zwischen zwei Games fällt ihr offenbar auf, dass "Ride to Hell: Retribution" das Angebot des Tages darstellt. Sie ist neugierig...sie klickt drauf...und dann fangen die Probleme an: sie beginnt zu schlußfolgern.

Sie liest wohl irgendwas von "alte Rockmusik", sieht Motorräder, langhaarige Biker und Titten. Und kommt dann zu dem Ergebnis, dass das wohl was für ihren Mann wäre. Versteht mich nicht falsch...ich liebe alten Hardrock, ich liebe Motorräder, und natürlich finde ich auch Titten toll. Biker bin ich sogar selber, inkl. der langen Haare. Trotzdem...falsche Entscheidung Babe...

Flucht ist keine Option...also...die Technik

Gut, davonlaufen ist auch nicht das Wahre, also beurteilen wir dieses Machwerk nach den Kriterien, die man im Normalfall bei einem Spiel ins Feld führen würde.

Die Grafik sieht bombastisch aus. Jedenfalls dann, wenn man per Zeitmaschine ins Jahr 1997 reist und sich dann noch Salzsäure auf die Iris träufelt. Wirklich. Dann sieht's echt grandios aus. Vorausgesetzt, man betrachtet ein Standbild. Was man nach ca. 7 Sekunden Spielzeit auch tut, weil man von dem Unsinn bereits die Schnauze voll hat. Aber nicht wir Männer...wir sind hart...wir wagen uns zumindest ein Stück weiter. Deswegen ertragen wir die Animationsqualität und stechen uns zur Ablenkung von dem deswegen aufsteigendem Schmerz einfach ein Messer in den Oberschenkel. Das tut weniger weh und lenkt ein bisschen ab.

Der Sound...mein Gott...die Musik ist erträglich, der restliche Lärm - ja Lärm - ist unterster Durchschnitt. Man bekommt davon relativ wenig mit, weil man ja am Weinen ist, dass man (oder die Frau) Geld für diese Unverschämtheit ausgegeben hat. Hätte man die Kohle ins Klo geschmissen, hätte es wenigstens noch "platsch" gemacht, und spätestens das Betätigen der Spüle würde qualitativ in Dimensionen vorstoßen, die dieses Spiel niemals erreichen wird.

Gameplay und Atmosphäre

Die Steuerung schafft es tatsächlich, das ohnehin schon grandios miese Niveau zu unterbieten. Das Motorrad steuert sich wie ein Fass, das halbvoll ist. Ausserdem trotzen die Fahrzeuge in diesem Spiel völlig der Schwerkraft und auch allen anderen physikalischen Gesetzen. Die Steuerung der Figuren an sich ist hochmodern und geht flüssig von der Hand. Flüssig wegen der geweinten Tränen und dem inzwischen mehrfach Erbrochenen, dass man aber mit gekonnter Wischbewegung vom Pad streicht. Abgesehen davon ist die Steuerung aber super und hält dem Vergleich mit anderen Meilensteinen der Spielgeschichte durchaus stand. Jedenfalls dann, wenn die Vergleichsspiele "Pong" oder "Jungle Boy" heissen. Allerdings ist bei diesen beiden Spielen die Grafik klar besser als bei RtH:R.


Ja, die Atmosphäre. Die war erstaunlich gut. Also nicht im Spiel, aber hier bei uns im Wohnzimmer. Obwohl sie mir das angetan hat - und da kann ich Unwissenheit echt nicht als mildernden Umstand sehen - habe ich mich relativ schnell von dem Gedanken "Härtefallscheidung" verabschiedet.

Im Spiel selbst kommt keine Atmosphäre auf, weil man sich ständig nur ärgert. Die Story ist selten sinnlos, wäre sie wenigstens glaubhaft klischeebehaftet, würde es vielleicht noch Sinn ergeben. Aber da haben sogar Filme von Uwe Boll mehr Tiefgang und Glaubwürdigkeit. Ja, sogar Far Cry.

Das Todesurt...äh...Fazit

Dieses Spiel sollte nichtmal in Umlauf kommen, wenn die Spieler statt zu bezahlen Geld bekommen würden. Der dreiste Versuch, mit einem GTA-Möchtegern-Klon schnell an Kohle zu kommen, ist schlicht eine Unverschämtheit. Das Spiel war nicht umsonst bereits eingestampft worden, und der Typ der es wieder ausgegraben hat, verdient Strafen weit jenseits aller Genfer Konventionen.

Ich möchte betonen, dass dieses Spiel KEINE 9 Punkte verdient. Mir hat nur die Zahl ganz gut gefallen, weil ich sie als Fußballer auf dem Rücken hatte. Realistisch gesehen ist die Rezension von Firefly580, bei der er satte 4 von 100 Punkten vergibt, bereits wesentlich zu hoch gegriffen.

Selbst jetzt, wo seit dem letzten Start des Spiel bereits Wochen vergangen sind, kann ich nichts gegen Magenbeschwerden aufgrund erhöhter Säurebildung tun. Ich hoffe und bete, dass ihr alle gesund seid und es schafft, diesem Stück digitalem Sondermüll weiträumig aus dem Weg zu gehen.


Verarsche und Abzocke ist alles, was ich dazu sagen kann. Finger weg.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Der Titelheld hat halblange Haare und ist tätowiert :)
  • Grafik mies
  • Sound mies
  • Gameplay mies
  • Story mies
  • Laune mies

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

zu leicht

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Weniger als 5 Stunden



Kommentare(2)

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