Sacred + Sacred Underworld

Mit Sacred wollte Ascaron Anfang 2004 die große Nummer 1 im Action-Rollenspiel Genre, Diablo 2, vom Thron stoßen. Zwar ist dies nicht ganz gelungen, dennoch...

von Deathreaktor am: 29.06.2010

Mit Sacred wollte Ascaron Anfang 2004 die große Nummer 1 im Action-Rollenspiel Genre, Diablo 2, vom Thron stoßen. Zwar ist dies nicht ganz gelungen, dennoch muss man dem Spiel eingestehen, dass es eines der besten Diablo Klone ist. Knapp 1 Jahr später erschien dann auch noch das Add-On Sacred Underworld.

Handlung / Story

Wie es bei den meisten Action-Rollenspielen bekannt ist, ist die Handlung auch in Sacred der Schwachpunkt im Spiel. Die Geschichte ist nur sehr kurz erzählt und die Story ist leider auch nicht sonderlich tiefgründig oder spannend gestaltet worden.

Sacred spielt in dem Land Ancaria. In diesem einst so friedlichen Land hat Shaddar, böser Zauberer aus Leidenschaft, einen mächtigen Dämon beschworen. Das höllische Haustier wurde allerdings zu groß, brach aus dem Bankreis aus und überzieht jetzt die ganze Welt mit seinen Horden an Monstern und Untoten. Nun liegt es an einem Helden diese Bedrohung zu stoppen und die Pläne des Bösen zu vereiteln.

Nachdem man das Haupspiel durch hat geht es gleich in Sacred Underworld weiter, wie es in Sacred geendet hat.
Nach dem Sieg über den Magier Shaddar sollte eigentlich in Ancaria wieder Ruhe eingekehrt sein, doch wie so oft ist dieser Zustand nicht von Dauer. Prinz Valor ist im Kampf gegen Shaddar gefallen und seine Witwe, Baroness Vilya, wird kurz darauf von einem Dämon entführt, der über ein Portal die Welt betreten hat. Da bleibt der Held natürlich nicht tatenlos rumstehen und schreitet gleich durch das Portal, um das nächste Abenteuer zu bestreiten.

Charakter

Bevor man das Spiel beginnt muss man einen von sechs Charaktern wählen.
Die Charakter sind alle sehr unterschiedlich und haben auch unterschiedliche Fähigkeiten. Außerdem hat jeder Charakter seine eigene Stimme und zahlreiche knackige Sprüche auf Lager, die stets im richtigen Moment kommen. Drei der Charaktere (Gladiator, Dunkelelf und die Vampirin) wurden sogar von bekannten Synchronsprecher gesprochen.

Der Gladiator ist ein muskulöser Krieger. Er ist der beste Nahkämpfer der sechs Charaktere.
Bevorzugte Waffen sind Zweihandschwerter und Äxte.
Es ist aber auch möglich ihn mit einem Einhänder und einem Schild auszurüsten. Aber auch im Umgang mit der Armbrust ist der Gladiator kein Anfänger.
Sprecher: Bruce-Willis-Synchronsprecher Manfred Lehmann

Ein weiterer starker Nahkämpfer ist der Dunkelelf. Zwar sind seine Schläge nicht so verheerend wie die des Gladiators, dafür kämpft er wesentlich schneller. Außerdem ist er Meister des Zweiwaffen Kampfes. Des weiteren sind seine Klingen oftmals vergiftet, was den Gegner noch mehr schaden zufügt. Seine Fähigkeiten bestehen anders als beim Gladiator nicht nur aus Kampfkombos sonder auch aus Giftbomben, Fallen usw.
Sprecher: Martin Kessler, der Synchronsprecher von Nicolas Cage und Vin Diesel

Der Kampfmagier ist wie der Name schon sagt auf Nahkampf und Magie spezialisiert. Zwar ist die Magie seine wahre Stärke jedoch weiß er sich auch mit Stab oder Schwert zu verteidigen. Kein anderer Charakter in Sacred kann den Kampfkünsten des Kampfmagiers mithalten. Seine Fähigkeiten bestehen aus Eismagie, Feuermagie und Erdmagie.

Die Waldelfin ist Meister im Umgang mit dem Bogen. Ihre Schüsse sind gezielter und werden schneller abgeschossen, als bei den anderen Charakteren. Außerdem richten ihre Schüsse deutlich mehr schaden an, als bei den anderen Charakteren.

Die Vampirin ist auf dem ersten Blick eine ganz norme Frau, die es weiß mit Schwert und Schild umzugehen. Wenn jedoch die Nacht einbricht wird sie zur reißenden Bestie, die ihre Gegner na ja ihr wisst schon :D
Sprecher: Franziska Pigulla Synchronsprecherin von „Dana Scully“ in der Serie Akte X

Die Seraphim vereint eine gesunde Mischung aus Nahkampf mit Zauberei. Hier ist es jedoch der Kampf der dominanter ist als die Magie. Die Seraphim ist besonders gut geeignet für Leute, die einen Kämpfer mit spektakulären Fähigkeiten möchten.
Erwähnenswert ist noch, dass die Seaphim die außergewöhnlichsten Rüstungen besitzt.


Dank den Add-Ons gibt es 2 neue Charaktere, die auch im Hauptspiel genutzt werden können.

Der Zwerg ist ein Meister der schweren Waffen und Pistolen. Zu seinen Spezialitäten gehören das durchschlagende Kanonenrohr und ein brandheißer Flammenwerfer, mit dem er auch größere Gegnertruppen rösten kann. Der Nachteil des Zwers aufgrund seiner Kampfkraft ist, dass er nicht auf Pferden reiten kann.

Die Dämonin hat sich auf effektive Feuer und/oder Giftzauber spezialisiert. Außerdem kann sie Leichen in Tentakel verwandeln, die dann für einige Zeit an ihrer Seite kämpfen. Aufgrund dessen, dass sie Flügel hat, ist es ihr jeder Zeit möglich abheben und ein bisschen durch die Luft fliegen. Das mag im ersten Moment nutzlos wirken, jedoch ist diese Fähigkeit recht hilfreich, wenn man auf die andre Seite eines Flusses will oder Ähnliches.

Gegnertypen/Bossgegner

Es gibt in Sacred eine Vielzahl an Gegnertypen. Je nach Gebiete gibt es auch andere Gegner. So gibt es Beispielsweise in der Wüste Goblins, Orks, Skelette usw., im Osten Spinnen und anderes Ungeziefer, während es in der Eiswelt zum Beispiel hauptsächlich nur Drachen, Eisriesen usw. gibt. Das sogst stets für Abwechslung beim abschlachten seiner Gegner.
Durch das Add-On Sacred Underwolrd gibt es in Sacred satte 30 zusätzliche Gegnertypen wie unter Ruinenasseln, Schnapperschreck, Hornissen, Schlangen, Spinnen, Käfer, Dämonen in unterschiedlichen Varianten, Söldner, Gardisten, aggressive Pflanzen, Wüstendrachen, Waldgeister und einige weitere Gegner. Die jeweiligen Gegnertypen gibt es auch noch in mehrfachen Varianten und mitunter unterschiedlichen Größen. Vom kleinen Wurm bis hin zu Riesenexemplaren gibt es mal mehr und mal weniger große Unterschiede, wobei es bei einigen Typen lediglich Farbvarianten gibt. Das große Manko hierbei ist, dass die Gegnertypen immer sehr gehäuft in den Gebieten auftreten. Weniger gelungen in Sacred sind die Bossgegner. Das liegt daran, da es abgesehen von den Endgegnern nur Drachen als Bossgegner gibt.

Spielwelt

Die Welt Ancaria ist enorm groß und abwechslungsreich. Die Welt ist frei begehbar und in mehrere Abschnitte unterteilt. Es gibt unter andrem eine Eiswelt, Wüste, Wälder, Sumpfgebiete mit abgefressenen Kühen, eine Lavawelt und mehr.
Durch diese komplett unterschiedlichen Gebiete wird die Welt nie langweilig. Außerdem gibt es in jeden dieser Abschnitte mehrere Burgen, Städte, Dörfer und Bauernhöfe, die auch komplett unterschiedlich aussehen. Auch diese sorgen ordentlich für Abwechslung.
Durch das AddOn wird die Welt von Sacred um gut 40% vergrößert. Ein Großteil der neuen Gebiete befindet sich im Norden, östlich und nördlich der Klosterfeste. Schon nach wenigen Klicks befindet sich der Charakter, sollte man mit dem AddOn beginnen, in der neuen Welt. Anfangs geht es durch ein bewaldetes Gebiet mit einigen Ruinen und im weiteren Verlauf durch eine Pilzlandschaft, Waldgebiete mit asiatischen Bauten, ein kleiner neuer Wüstenabschnitt, einige idyllische Inseln, durch ein Labyrinth an Wegen in den Baumwipfeln und Ödlandschaften. Auch hier gilt das selbe wie im Hauptspiel, dass die Weltabschnitte sehr gelungen und abwechslungsreich sind. Negativ ist jedoch, dass Sacred Underwolrd trotz seines Titels nur gegen Ende des Spiels in der Unterwelt abläuft.

Items

Es gibt in Sacred eine Vielzahl an Items. Jeder Charakter hat seine eigenen Items, die nur er nutzen kann und kein anderer der Charaktere. Das ist besonders dann sehr günstig, wenn man im Muliplayer spielt und nicht gerade die selbe Klasse spielt. Außerdem sehen die Charaktere so noch unterschiedlicher aus, als sie es ohnehin schon tun.
Die Rüstungen sind in mehrere Einzelteile unterteilt worden. So gibt es unter andrem Brustharnische, Armschienen, Beinschienen, Handschuhe, Helme, Gürtel, Schulterpanzer, Ringe, Amulette usw.
Auch an Waffen ist die Wahl enorm groß. Es gibt unter anderem Schlagringe, Einhandschwerter, Zweihandschwerter, Einhandäxte, Zweihandäxte, Stäbe, Keulen, Bögen, Armbrüste, Pistolen, Gewehre und vieles mehr.
Aber was wäre ein Aktion-Rollenspiel ohne besondere Items, die nur schwer zu finden sind ? - Ja in Sacred gibt es auch ganze besondere Rüstungssetzt, die sich vom Aussehen von den normalen Rüstungen abheben und die deutlich mehr Schutz geben. Ein komplettes dieser besonderen Rüstungssets zu finden ist enorm schwer. Dadurch wird der Sammeltrieb aber noch mal extrem hochgeschraubt, was dafür sogt, dass der Spieler einer Sammelsucht verfällt.

Quests

Jeder der Charaktere startet an einem anderen Ort in der Tutorial-Provinz Schönblick. Dort lernt man zu Beginn die wichtigsten Features kennen und wird so sehr behutsam in die Welt eingeführt. Es gibt rund 300 Nebenquests, die der Held annehmen kann. Diese zu erledigen ist nur zu empfehlen, da man für erledigte Quests stets gut belohnt wird (Gold, Runen, Erfahrungspunkte usw.) Als Orientierung dienen ein großer Kompasszeiger, der zur nächsten Hauptaufgabe hindeutet, sowie ein kleiner Pfeil, der den Weg zur Nebenaufgabe anzeigt.
Der Nachteil ist jedoch das gut drei viertel aller Nebenquests sinnlos, nicht gerade umfangreich und langweilig sind. Oftmals läuft man dann nur lange hin und her und tötet dann mal ein paar Gegner dabei.

Kampf / KI

Sacred bietet je nach Charakterauswahl eine Vielzahl an Spezialmanövern: So kann Beispielsweise nur der Gladiator etwas mit dem 'Hakenschlag' anfangen und nur die Seraphim wird den 'Kampfsprung' einsetzen. Diese Kampffertigkeiten erlangten die Helden aus Runen, die in Kisten schlummern, von Gegnern erbeutet werden oder die man durch erledigte Quests sich verdient. Wenn man eine Rune wie zum Beispiel Kettenblitz doppelt hat und diese anwendet, verbessert sich gleichzeitig der Level der Spezialfertigkeit.
Die Künstliche Intelligenz hinterlässt allerdings keinen guten Eindruck. Zwar halten sich die gegnerischen Zauberer im Hintergrund und lassen die Nahkämpfer die Arbeit machen, dennoch gibt es leider auch viele Patzer in Sacred. Beispielsweise man greift nur einen Gegner einer Gruppe mit einem Blitzschlag an, verteidigt sich nur dieser, der Rest bleibt untätig stehen. Angeschlagene Gegner ergreifen zwar die Flucht, starten aber kurze Zeit später einen neuen sinnlosen Angriff. Hinzu kommt, dass die Feinde nicht in der Lage sind Türen zu öffnen.
Auch weniger gut gelungen sind die gegnerischen Angriffe auf die Wand. Offenbar können die Widersacher selbst durch dickes Mauerwerk den Feind erkennen. Außerdem lassen sich Gegner manchmal wie Tontauben abschießen, wenn sie zum Beispiel auf der anderen Seite eines Flusses stehen. An der KI lässt Sacred also noch zu wünschen übrig.

Bugs

Leider gibt es in Sacred als auch in Sacred Underwolrd reichlich Bugs. Die Bugs sind im Hauptspiel sogar so extrem, dass es kaum möglich ist das Spiel ohne Patch durch zuspielen.
Das sieht beim Add-On Underworld anders aus, aber auch dort kann man die Patches nur wärmstens empfehlen. Die Bugs zeigen sich durch Fehler wie zum Beispiel, dass der Held
laufend in irgendwelchen Hindernissen feststeckt, der Kompasspfeil mal kurzzeitig nicht zu sehen ist oder sogar, dass man seinen eigenen Charakter als rosarotes Kaninchen sah!
Außerdem gab es Quests, zu denen die Beschreibung im Auftragsbuch fehlte, andere konnten nicht abgeschlossen werden oder Auftraggeber verschwanden. Besonders nervig ist das, wenn man irgendwelche Spielfiguren hinter sich herlaufen hat und diese nicht sterben können. Wenn man in diese Situation kommt hilft nur noch der Neustart. Auch treten Bugs auf, wie das man nicht mehr mit Händlern handeln kann, sondern sie nur lediglich töten kann. Vereinzelnd treten auch Abstürze auf oder defekte Saves. Jedoch sind die genannten Bugs durch Patches komplett zu beheben.

Fazit

Positiv: Sacred glänzt besonders mit seinen Items, die den Spieler in einen Sammelsog ziehen. Aber auch das Leveln der Charakter zieht den Spieler in einen Bann. Auch sehr gelungen sind die diversen Charaktere. Man sollte aber auch die Gelungenen Welten mit ihren Städten und den darauf lebenden Monstern nicht unerwähnt lassen, da auch diese sehr gelungen sind.

Negativ: Negativ zu bewerten ist ganz klar die äußerst schwache Story und die monotonen Quests.
Außerdem gibt es in Sacred nur wenige Bossgegner und oftmals sind diese einfach nur Drachen. Dazu kommen noch Zahlreiche Bugs, die sich erst nach mehreren Patches beheben.

Jetzt eigenen Artikel veröffentlichen

Schreib Deinen eigenen Artikel auf GameStar und tausche Dich mit anderen Lesern aus.

Eigenen Artikel schreiben

Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: sehr schöne Effekte, stimmige Welt
  • Sound: gute Sound-Effekte, besondere Sprecher für Helden
  • Balance: mehrere Schwirigkeitsgrade, Helden ausbalanciert
  • Atmosphäre: glaubwürdige Welt, freie Spielwelt, viele Gegner
  • Bedienung: übersichtliche Menüs, diverse Schnelltasten
  • Umfang: diverse Quests, große Spielwelt
  • Quests: umfangreiche Hauptkampagne, diverse Quests
  • Charaktere: viele Charakter, diverse Zuber, sehr gut vertonnt
  • Kampf: sehr schöne diverse Fähigkeiten
  • Items: Sehr viele brauchbare Gegenstände, besondere Items
  • Grafik: leider nur 2D
  • Sound: Keine
  • Balance: zu viele Bugs
  • Atmosphäre: teilweise zu oft die selben Gegner
  • Bedienung: ausführen der Fähigkeiten etwas kompliziert
  • Umfang: keine
  • Quests: viele langweilige Quests, Hauptkampange zu kurz
  • Charaktere: keine
  • Kampf: normaler Kampf eher langweilig
  • Items: keine

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(6)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.