Silent Evil als neue Horrorhoffnung?

Als Bethesda im April 2013 mehrere ominöse Teaser online stellte, hatten nicht wenige auf einen neuen Teil der Fallout Reihe gehofft. Ernüchterung...

von LucaBrasi1987 am: 21.03.2016

Als Bethesda im April 2013 mehrere ominöse Teaser online stellte, hatten nicht wenige auf einen neuen Teil der Fallout Reihe gehofft. Ernüchterung machte sich breit, als dann letztendlich „nur“ ein neues Horrorspiel angekündigt wurde. Doch eine Sache ließ aufhorchen: Der Kopf hinter dem Spiel ist ein Urgestein des Genres: Shinji Mikami, seines Zeichens Urvater der Resident Evil Serie.


 

 

Horrorspiele erfreuen sich seit je her großer Beliebtheit. Namentlich gibt es zwei große Vertreter, Resident Evil und Silent Hill. Während ersteres mittlerweile deutlich mehr im Actionbereich anzusiedeln ist, hat Silent Hill mit jedem Teil zunehmend an Bedeutung verloren.
Was haben diese nun mit The Evil Within zu tun? Einiges. Es bedient sich bei seinen Vorbildern gleichermaßen. Es übernimmt das Gefühl des Terrors eines Resident Evil 4, und mixt es mit den mystischen und surrealen Elementen eines Silent Hill. Und dieser Cocktail hat es in sich.

Was passiert hier?!

Aber von Anfang an. Man spielt den Polizisten Sebastian Castellanos, der zu Beginn einem Notruf in einer Nervenheilanstalt folgt. Der Tatort gleicht einem Massaker, die Leichen türmen sich. Plötzlich Szenenwechsel, Sebastian hängt Kopfüber in einem Schlachthaus und beobachtet eine Hünenhafte Gestallt dabei, wie sie eine Leiche mit der Kettensäge „bearbeitet“. Als Spieler hat man erst mal ein gigantisches Fragezeichen im Kopf. Und dieses Fragezeichen wird im Verlauf der ca. 12 Stunden langen Geschichte auch nicht kleiner, im Gegenteil.
Das Spiel wechselt ohne Ankündigung die Location, von morbiden Schlachthäusern zu alten Herrenhäusern und Kirchen, bis zu surrealen Orten wie einem riesigen Sonnenblumenfeld. Die Entwickler schaffen es durchaus, den Spieler an der Nase herumzuführen. Ist das alles ein Traum? Bilde ich mir das alles ein?
Die Geschichte bleibt schemenhaft, das Spiel hat mehr von David Lynch als von einem klassischem Horrorfilm. Erzählt wird sie nahezu ausschließlich über verstreute Tagebucheinträge des Protagonisten, sowie immer wieder auftauchende Audio Logs.


The Evil Within wirft Euch völlig unvorbereitet in surreale Traumsequenzen, welche nach und nach verstörender werden.

The Moorhuhn within

Aber ist das nun gruselig? Nur bedingt. Sebastian ist entsprechend dem heutigen Genrestandard immer bewaffnet. Das Spiel schafft es durchaus in den ruhigeren Passagen eine knackige Gruselatmosphäre zu erzeugen. Was nicht zuletzt am sehr guten Sounddesign liegt. Das deutlich ausgeprägtere Gameplayelement ist aber der Kampf. Sebastian kämpft mit Pistole, Schrotflinte und Armbrust in bester Resident Evil Manier gegen zahlenmäßig immer überlegene Mutanten und Zombies, sowie einige der skurrilsten Monster der jüngeren Gaminggeschichte. Das Spiel zieht seine Spannung somit hauptsächlich aus der Munitionsknappheit und dem Wissen, dass gleich wieder ein Raum voller Monster wartet.
Und das muss man dem Spiel auch ankreiden. Ich hatte gegenüber der Gegner wirklich nie ein Gefühl der Unterlegenheit. Kein Monster war meiner bis zum Maximum aufgewerteten (Waffen, Gesundheit und Extras lassen sich aufwerten) Schrotflinte gewachsen. Es gibt die Möglichkeit sich unter Betten oder in Schränken zu verstecken. Nur habe ich diese Möglichkeit im Spiel nicht einmal genutzt. Wozu auch? Die Handgranate wird’s schon richten. Die Kampfszenen ermüden auf Dauer, gekrönt werden sie noch von Abschnitten mit 3-4 Gegnerwellen. Gameplaytechnisch sind gerade diese ein absolutes Armutszeugnis.