Star Wars in Hochform: Die neueste Erweiterung

Die am Dienstag (27.10.2015) für alle Abonnenten erschienene Erweiterung »Knights of the Fallen Empire« krempelt das Hauptspiel...

von Nimlod am: 28.10.2015

Die am Dienstag (27.10.2015) für alle Abonnenten erschienene Erweiterung »Knights of the Fallen Empire« krempelt das Hauptspiel kräftig um und versucht sich in einem Neustart des MMOs. Ob das gelungen ist oder reines PR-Wunschdenken bleibt, untersuche ich im Folgenden. Doch eines ist schon einmal klar: Es hat sich viel getan in der Welt der Blaster, Lichtschwerter und Hyperraumantriebe.

Vorsicht: Ich behandle hier maßgeblich das neue Addon »Knights of the Fallen Empire« und gehe lediglich auf die grobe Entwicklung des ganzen Spiels an sich ein und richte mich in erster Linie an Spieler, die sich zumindest rudimentär mit SW:TOR auskennen und vielleicht überlegen, dem Spiel eine neue Chance zu geben. Aber auch Neulinge kommen womöglich auf ihre Kosten, denn der Moment war nie besser, in dieses MMO einzusteigen. Warum, das erkläre ich im Verlauf des Textes.

Es war einmal vor lang… ok, lassen wir das. Kommen wir lieber gleich zur Sache. Der aktuelle Hype um Star Wars schaukelt sich derzeit ins Unermessliche hoch, denn Episode VII und Star Wars: Battlefront lassen viele Fans vor Begeisterung auf Händen laufen. Wen interessiert da schon irgendein Addon zu Star Wars: The Old Republic? Das ist doch längst Schnee von gestern, nicht wahr? Mitnichten.

Es mag vielen wie Häresie vorkommen, doch für mich versprüht die Zeitspanne lange vor den Jahrzehnten, die die Filme abdecken, weit mehr Faszination und Entdeckungsdrang als die Ära rund um Darth Vader und Luke.

Neben vielen eigenständigen Autoren hat hier Bioware mit seinem beeindruckenden »Knights of the Old Republic« eine mehr als gelungene Welt geschaffen, die beinahe unbeeindruckt von der großen Vorlage seine eigenen Akzente setzt und über die Jahre hinweg stetig zahlreiche spannende Geschichten und Figuren hinzugewinnt. Dies liegt maßgeblich daran, dass EA diese Serie im Geiste weitergeführt hat. Anstelle eines lang ersehnten dritten Teils entschied man sich bei Electronic Arts  jedoch dafür, mit einem MMO in ebenjener Welt zum großangelegten Angriff auf die von World of Warcraft seit Jahren mit eiserner Hand regierte Online-Landschaft zu blasen.

Doch vom Sturz des Imperators sollte man schließlich weit und noch viel weiter entfernt sein. »Star Wars: The Old Republic« durchlebte schwierige Zeiten im Outer Rim – am Rande des Vergessens, in der ewigen Weite der Bedeutungslosigkeit. Erst die umstrittene F2P-Umstellung brachte etwas Wind ins Getriebe des Rebellen. So schaffte man über einige Addons und Patches den Sprung hin zu einem soliden und gleichzeitig rentablen Star-Wars-Online-Erlebnis.


In Star Wars muss alles irgendwie Masken und kybernetische Hände haben. Warum also nicht auch einer der Hauptcharaktere des neuen Addons? Warum nicht gleich beides, müssen sich die Designer gedacht haben.

Eine neue Hoffnung

Zwar mag der einst erhoffte Erfolg für immer ausbleiben, doch bei der diesjährigen E3 keimte zum ersten Mal tatsächlich neue Hoffnung bei vielen Fans auf. Zu häufig musste man in den vorangegangenen Monaten Sätze wie »Was, das gibt’s noch?« oder »Spielt das noch wer?« lesen. Fast alle waren sich mittlerweile einig, EA würde das Spiel dahinsiechen lassen und dabei noch so viel Geld wie irgend möglich aus dem einstigen Hoffnungsträger quetschen.

Doch weit gefehlt. Von der Presselandschaft relativ unbeachtet stellte der Publisher bei seiner E3-Pressekonferenz das seit längerem angeteaserte Addon »Knights of the Fallen Empire« vor. Und wie!

Völlig überraschend kam EA mit einem hervorragenden Cinematic-Trailer um die Ecke. Sofort war klar, man hatte dieses Spiel von Seiten des Publishers noch nicht ganz aufgegeben, denn einer abgeschriebenen Nummer spendiert man nicht mal eben einen solchen sündhaft teuren Trailer.

Das eigentlich Bemerkenswerte der Ankündigung war jedoch, dass es sich nicht einfach um eine klassische Erweiterung im Stile von »Rise of the Hutt Cartel« oder »Shadow of Revan« handeln sollte, sondern um einen Wendepunkt in der Entwicklung des ganzen Spiels. Was sich zuerst nach dem üblichen Marketing-Blabla anhört, entpuppte sich schnell als tatsächlich ambitioniert und vielversprechend.

Und so sieht der gute Mann im Spiel aus. Lustig am Rande: Bioware und EA bleiben sich treu, wenn es um die Auswahl sperriger Namen geht. Da bekommt ein »Star Wars: The Old Republic« (SWTOR) schon mal Erweiterungen wie »Rise of the Hutt Cartel« (RotHC) und »Knights of the Fallen Empire« (KotFE). Immerhin haben sie jetzt alles beisammen, um daraus endlich einen würdigen Nachfolger für die Originalspiele zumachen und dem einen passenden Namen zu geben, so z.B. (siehe Unterstrichenes): »Star Wars: Knights of the Old Republic: Rise of the Fallen Empire«.

Die Rückkehr der Bioware-Tugenden

Das MMO hinter SW:TOR ist altbacken, bisweilen steril und bot zu Release zu wenig Endcontent. Es verschwand trotz alledem nicht direkt in der Versenkung, weil die Entwickler dem Projekt immerhin ein paar Alleinstellungsmerkmale mit auf den Weg gegeben hatten. Sowohl acht individuelle Klassenstorys als auch eine komplette Vertonung aller Dialoge und das Gefährtensystem zielten alle darauf, das Geschichtenerzählen zu intensivieren. Etwas, das der Konkurrenz mehr lästige Pflicht als Antriebsfeder ist und dementsprechend lieblos in einen verzichtbaren Rahmen gepackt wird.

Und das kam und kommt immer noch gut an. Obwohl das Leveln seit jeher mehr als zäh von der Hand geht, freut man sich stets auf die nächsten Klassenmissionen, die immer wieder kleine Höhepunkte rund um den eigenen Charakter und seine Begleiter darstellen. Leider vermisst man diese Erfahrungen im späteren Spielverlauf mehr und mehr. Der Endcontent bietet z.T. zwangsläufig nur charakterbefreite Beschäftigungen und insbesondere die ersten beiden bereits genannten Erweiterungen brachen das Versprechen, die individuelle Storyline auszubauen.

Doch mit der Entwicklung und dem kürzlichen Release von »Knights of the Fallen Empire« hat Bioware die Fans erhört, die liebend gern ein »Knights of the Old Republic 3« in den Händen hielten, und besann sich seiner Stärken. Endlich hatte man eingesehen, dass diese nicht darin lagen, einem World of Warcaft auf der Ebene der MMO-Mechaniken Konkurrenz zu machen, sondern in der Fähigkeit, den Spieler über die Geschichten und Beziehungen in den Bann zu schlagen. Nicht wenige, die in den Genuss kamen, das Addon eine Woche im Voraus zu spielen, sind der Meinung, dass das der Weg ist, denn das Spiel von Anfang an hätte einschlagen sollen.

»Knights of the Fallen Empire« ist das bessere »Star Wars: The Old Republic«. Nämlich eine epische Geschichte in einem faszinierenden Universum und keine Grinderfahrung im Plastiklook.

SW:TOR sieht häufig steril und leer aus. Dabei kann es richtig hübsch sein und zeigt das seit einiger Zeit auch immer mal wieder.

Manch einer mag kritisch auf diese Entwicklung sehen, die das Spiel weiter in Richtung Einzelspieler-Erfahrung bringt (So z.B. Benjamin Danneberg, der in seiner Kolumne »Seid sozial!« die Herangehensweise der sogenannten Solo-MMOs kritisiert), doch gibt es genügend Spieler da draußen, die sich wie ich nicht dauerhaft an ein Spiel binden wollen und deshalb nur von Story- zu Storyerweiterung spielen und froh sind, daneben nicht groß Zeit investieren zu müssen.

Dabei ist der Verweis auf Singleplayer-Titel nicht zwangsweise zulässig. Vielleicht bräuchte es irgendwann neue Begrifflichkeiten, doch diese Art von Spielen hat durchaus seine Vorteile und Reize, die ein reiner Solotitel nicht bieten kann. Nicht jedes MMO muss oder sollte diesen Weg gehen, aber wenn sich insbesondere diese, die noch größeren Wert auf das Geschichtenerzählen legen, weg von den altbekannten Wurzeln bewegen, dann kann ich darin nicht einen Fluch, sondern vielmehr eine Chance erkennen. 

So empfinde ich es als reizvoll, wenn ich neue Geschichten mit einem Charakter erleben kann, der mich seit Jahren begleitet und nicht bei jedem Serienteil einem Gedächtnisschwund, anderem Aussehen oder gar einer Neubesetzung ausgesetzt ist.  Doch das ist eine andere Debatte.

Für mich steht fest, EA und Bioware schlagen endlich den einzig vernünftigen Weg für SW:TOR ein und hätten es für diesen Mut verdient, dass man ihnen eine zweite Chance gibt.

Knights of the Fallen Empire

Was bietet nun diese so gepriesene Erweiterung, dass sie das Prädikat »Gelungene Neuausrichtung« verdient?

Das Spiel entfernt sich, während es seine Geschichte erzählt, von dem üblichen Schema des Questhubs, dessen Missionen einen durch eine statische Welt schicken, nur um kurz darauf zurückzukommen, um die nächste Aufgabe zu erhalten. In KotFE wird die Spielwelt zwar deutlich linearer, aber abwechslungsreicher in ihren Schauplätzen, sodass wir kaum ein Gebiet zweimal durchqueren. Einige Gebiete existieren überhaupt nur für die Storyphase und können danach nicht mehr besucht werden.

Allen voran ist aber die Inszenierung eine völlig andere. Vorbei sind die Zeiten, in denen man jeden Storyfetzen durch stundenlanges Planetenabgrasen ‚freischalten‘ musste. In der neuen Erweiterung gibt es keine unwichtigen Nebenaufgaben mehr, während man die eigentliche Geschichte erlebt. Die Story schreitet in einem solchen Eiltempo voran, dass es uns teilweise das Gehirn wegbläst vor lauter Handlung. Allein Kapitel 1 lässt uns voller ungläubigem Staunen zurück, was zum Teufel gerade alles passiert ist. Nicht, dass sich gute Singleplayer-Titel damit nicht messen könnten, aber in einem MMO kommt das unerwartet. Das führt allerdings auch dazu, dass man nach wenigen Tagen schon wieder am Ende angelangt ist. Hier wird nichts gestreckt und nichts verbogen, um den Spieler länger bei der Stange zu halten. Vielmehr möchte man den Spieler dazu bewegen, die wunderbare Geschichte alle paar Wochen weiterzuverfolgen.

Denn genau das ist neu: Die Geschichte wird nun nicht mehr allein über Erweiterungen oder seltene Content-Patches ausgebaut, sondern Telltale-artig in Kapiteln, die in relativ kurzen Abständen rausgebracht werden. Die Absicht ist natürlich klar. Der Spieler soll immer wieder zu dem Spiel und am besten zu einem Abo zurückgeholt werden. Doch mir ist das tausendmal lieber, als zwar theoretisch die ganze Story auf einmal zu bekommen, aber erst einmal Stunde um Stunde Nebenaufgaben abzugrasen, sodass ich am Ende sogar weniger Geschichte abbekomme und dafür mehr Zeit aufwenden muss.

Dem farmaffinen Spieler mag diese Entwicklung herzlich egal sein. Ich aber kann nun auf wenige Tage die Story spielen und einen Monat später erneut den Launcher aufmachen, um die nächsten Kapitel durchzusuchten. Einfach ideal!

KotFE geizt nicht mit Zwischensequenzen. Im Gegenteil. Wir laufen teilweise von einer in die nächste, ohne auch nur einen Gegner gegrillt zu haben. Ist aber trotzdem gut. Wer will schon langweilig 0815-Mobs töten, wenn er auch eine ermutigende Rede halten kann? Ach ja und nebenbei: Ist mein schmucker Kopfgeldjäger nicht wie geschaffen für die Rolle einer Legende? Das zusammengeschusterte rote Rüstungsset ist seit 2,5 Jahren in etwa dasselbe und ich finde es immer noch toll.

Ein episches Abenteuer! Endlich!

Eine solche Vorgehensweise bringt natürlich neue Gefahren mit sich. Floppt die Handlung, floppt das Spiel. Aber das tut sie nicht und deshalb wird die Erweiterung bislang mit Lob von Seiten der Spieler überschüttet. Uninteressant waren die Geschehnisse rund um den Galaktischen Krieg, einen unsterblichen Imperator und den legendären Helden Revan nie und doch fühlte sich das Spielerlebnis in seinem Online-Gewand nie so immersiv an, wie in den Singleplayer-Vorgängern.

Durch die neue Art der Inszenierung ist nun dieser Rahmen viel eher gegeben und Bioware füllt ihn gut aus.

Bei der Ankündigung musste man noch befürchten, dass die Story der total Unsinn werden würde und einem logischen Neustart gleichkommen würde, in dem bis dahin Geschehenes teilweise ausgeblendet würde. Doch das sollte sich als Irrtum herausstellen. »Knights of the Fallen Empire« ist bislang wunderbar in die alte Geschichte eingewoben. Viel besser als ich es für möglich gehalten hätte. Und – und das war nicht immer so – sie ist richtig spannend. Ich weiß endlich einmal nicht, was als nächstes passiert, möchte es aber unbedingt wissen. Wie durchdacht sie am Ende sein wird, kann man jetzt freilich noch nicht mit Sicherheit sagen, stellt das neue Spielsystem ja eine ständig erweiterbare Kapitelerzählung dar, die noch nicht abgeschlossen ist.

Am Rande ist außerdem zu erwähnen, dass man endlich wieder die immense Kraft des Star-Wars-Soundtracks für sich entdeckt hat. Nahezu sträflich wenig wurde dieser in der Vergangenheit benutzt und feiert nun ein gelungenes Comeback, das die Atmosphäre deutlich aufwertet. Star-Wars-Musik geht eben immer. Und überall.

HK-51 hat immer einen guten Spruch auf Lager. Der sympathische Killerdroide mit einer sehr guten deutschen Stimme hat seine Ursprünge schon in den ruhmreichen Singleplayer-Vorgängern. Einige der lustigsten Szene der neuen Erweiterung drehen sich um ihn oder sein Schwestermodell HK-55. Wer das Addon schon gespielt hat, wird wissen, welche Szene ich im Besonderen gerade im Kopf habe.

Mein persönliches, episches Abenteuer! Endlich! Wieder!

Ein weiterer Makel bei der Ankündigung auf der E3 war, dass es wieder keine klassenspezifische Handlung geben sollte. Also wieder keine Identifikation mit meiner Klasse. Wieder behandelt man uns generisch, sodass es auf jeden passen könnte. Denkste!

Natürlich sind alle wichtigen Vorgänge allgemeingültig gehalten, aber die Dialoge und Reaktionen des Spiels sind trotz alledem auf meine Person zugeschnitten. In Zwischensequenzen sehe ich meine Gefährten herumlaufen, NPCs machen Anspielungen auf Vorgänge aus meiner Klassenstory und man redet mich als das an, was ich bin. Hin und wieder wird zwar noch das neutrale »Fremdling« als Anrede benutzt, aber häufig buckeln die Charaktere vor meinem Kopfgeldjäger mit ebenjenem »Jäger« auf den Lippen. An anderer Stelle wird in voller Vertonung darauf verwiesen, wie außergewöhnlich meine Leistung sei, bin ich doch nicht machtsensitiv. Etwas, das der Sprecher dem Jedi-Ritter kaum entgegnen wird. Genauso sind die Zwischensequenzen auf meine Blasterführung zugeschnitten und nicht Ausdruck einer klassenunspezifischen Metzelei.

Bioware bringt das Kunststück fertig, in mir nie den Zweifel aufkommen zu lassen, dass das Erlebte gerade auch einem Sith oder Jedi, einem Soldaten oder Schmuggler zustoßen könnte, obwohl genau das der Fall ist. Und da man mich nun endlich auf eine Weise behandelt, die der Größe meiner Taten gerecht wird, fühle ich mich zum ersten Mal tatsächlich wie der Held dieses Universums. Es ist mein Abenteuer. Und es ist episch!

Noch mehr? - Weitere Features und Kosten

Oh ja. Denn damit ist das riesige Update noch nicht am Ende seiner Feature-Liste. Als hätten man in Edmonton plötzlich eine Erleuchtung gehabt, sah man schon vor einiger Zeit ein, dass die Level-Welten zu groß, zu langweilig und langwierig sind. Zuletzt kamen allerdings nur die Abonennten in den Genuss dieser Einsicht. Jetzt allerdings wurde das Questsystem überarbeitet und man braucht für den Levelaufstieg nur noch die Klassenmissionen und die jeweilige Planeten-Hauptquestreihe abzuschließen. Jene Quests also, die etwas erzählerische Relevanz mitbringen. Dies verkürzt dabei den Aufstieg bis zum Maximallevel von nunmehr 65 deutlich.

Durch die neue Stufenanpassung auf Planeten der Levelphase, die nicht bei allen auf Gegenliebe stößt, können Freunde nun auch zusammen Erfahrung gewinnen, selbst wenn sich einer davon schon einen zu großen Levelvorsprung erspielt hat.

Apropos Levelaufstiege: Auch SW:TOR hat nun kaufbare Instantcharaktere (mit Anfänger-Tutorials) eingeführt, die sofort auf Level 60 einsteigen. Sehr zum Unmut der alten Spielerschaft natürlich. Jeder Abonnent erhält einen solchen 60-Helden und kann sich damit direkt in das neue Addon stürzten.

Die Absicht dahinter ist klar und irgendwie auch verständlich. Man möchte potentielle neue Spieler, die auf diese Art des Geschichtenerzählens Lust haben, aber keine langwierige MMO-Levelphase durchziehen wollen, nicht vergraulen und bietet ihnen somit den Direkteinstieg. »Knights of the Fallen Empire« stellt eben einen Neustart dar und wird als solcher behandelt.

 

Besonders interessant sind jedoch die bislang sehr humanen Kosten. Schließt man ein einmaliges Abo ab, bekommt man dauerhaften Zugang zu allen bis dahin erschienen Kapiteln der Story. Außerdem erhält jeder Spieler, der ab Release (27.10.2015) über ein Abonnement verfügt die beiden alten Erweiterungen »Rise oft he Hutt Cartel« und »Shadow of Revan« kostenlos dazu.

Reine F2P-Spieler sehen dabei bislang noch alt aus der Wäsche, objektiv betrachtet erscheinen einmalig 12 oder 13 Euro aber nicht übertrieben für ein derartig Umfangreiches Addon.

Daneben kann man getrost ein paar Monate abwarten und sich dann auf einen Schlag alle bis dahin angesammelten Kapitel besorgen.

Die Kämpfe können schon ganz schick sein. Und hier musste ich aufgrund einer zeitweiligen Laptop-Nutzung auf Kümmelgrafik stellen.

Mit einem Powertech kann man einfach alles wunderschön rösten. Das macht immer wieder Spaß. Nur dieser Massassi-Krieger auf Yavin 4 sieht das womöglich anders.

Es gibt noch eine Fülle kleinerer und größerer Änderungen, auf die ich nicht mehr alle eingehen kann, um nicht den Rahmen über Gebühr zu sprengen. Neben einiger Klassenänderungen sind die interessantesten Features überdies folgende:

 

Gefährten wurden komplett überholt. Man rüstet diese nun nicht mehr extra aus. Ihre Stärke richtet sich dabei rein nach der des eigenen Charakters. Man kann sie lediglich mit optisch wirksamen Items ausrüsten, die aber keinerlei Auswirkung auf die Werte besitzen. Zusätzlich kann nun jeder Begleiter jede Rolle – also Tank, DD oder Heiler – einnehmen, sodass man mit dem Gefährten seiner Wahl ausziehen kann und dabei keine Rücksicht auf dessen Fähigkeiten nehmen muss.

Der Nachteil dabei ist natürlich, dass diese Begleiter etwas an Persönlichkeit verlieren, da man sich weniger um sie kümmern muss. Für viele dennoch ein Pluspunkt, denen die Extra-Ausrüstungssuche für die in vielen Bereichen (PvP, Operationen) unnützen Gefährten auf den Keks ging.

Dazu wurde noch das Zuneigungssystem in ein transparenteres Einflusssystem geändert, das Kampfstärke und Handwerkseffizienz steigert.

Das Allianzsystem. Man baut sich nun einen größeren Fundus an einsetzbaren Gefährten auf und trifft auf sogenannte Kontakte, die einem auf Basis des Einflusses bei ihnen stetig neue Quest geben.

Dieses System ist überdies noch etwas umfangreicher und maßgeblich in die Geschehnisse der Erweiterung eingebettet. Es würde bei weiterer Ausführung zu Spoilern führen und darüber hinaus länger ausfallen.

Die meisten alten Flashpoints (es gibt auch eine neue Flashpointreihe »Sternenfestung«) können nun in dem bereits bekannten Solomodus gespielt werden, sodass man diese auch rein um ihrer Story willen alleine nachholen kann.

Zusätzlich sind auch wieder einige Flashpoints und Operationen in neuer Schwierigkeit verfügbar.

Bei den Handwerksfähigkeiten ist es zu einigen Änderungen gekommen, die jedoch darüber hinaus wenig Relevanz haben.

Es gibt eine neue Gesprächsform außerhalb der Storykapitel: Hierbei hat der eigene Charakter keine eigene Sprachausgabe, dafür hat man mehr Optionen, auf die der noch immer vertonte Gegenüber etwas differenzierter eingeht.

So sieht das neue Gesprächsinterface außerhalb der Kapitel aus. Die Antwort ist schon ausgewählt, daher sind die anderen Optionen verschwunden. Die Szene zeigt einen unspektakulären Roboter, die aber recht lustig wird. 

Fazit

Es ist unschwer zu erraten, dass ich dieses Addon für einen großartigen Meilenstein auf dem Weg zu der seit Release versprochenen, bestmöglichen Star-Wars-Saga halte. Endlich tut Bioware genau das, was ich mir seit Jahren wünsche. Nämlich eine verdammt gute Geschichte zu erzählen und auch das Spiel genau darauf auszurichten. Ich war immer schon der Meinung, dass das der Weg von Anfang an hätte sein sollen. Ich habe allerdings nicht zu hoffen gewagt, dass EA den Mut hat, um genau eine solche Kehrtwende zu vollziehen. Es ist ja schon mehr als genug Kohle in dieses gefloppte Mammutprojekt geflossen.

Und davor ziehe ich meinen Hut. Auch wenn ich nicht weiß, wie viel Geld und Mühen dieser Umbruch tatsächlich gekostet hat, der Erfolg ist längst nicht garantiert.

Ein Spiel, das einmal ins Abseits geraten ist, erholt sich davon nur ganz selten wieder. Es muss sich daher erst noch zeigen, ob dieser Umbruch irgendwen außerhalb der schon bestehenden Spielergemeinschaft erreicht.

 

Noch gibt es einige Kritikpunkte, die sich kaum abschließend beurteilen lassen. Wird die Geschichte am Ende einen Sinn ergeben? Wie häufig kann Bioware neue Kapitel nachliefern und werden die das gute Niveau halten können? Wird es tatsächlich noch größere Auswirkungen haben, wie ich mich im Verlauf der Handlung entscheide? Denn bislang fällt die angepriesene Entscheidungsfreiheit recht dünn aus.

Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass SW:TOR den richtigen Weg eingeschlagen hat und freue mich schon richtig auf die nächsten Kapitel, denn »Knights of the Fallen Empire« hat mich umgehauen. Punkt.

Jetzt eigenen Artikel veröffentlichen

Schreib Deinen eigenen Artikel auf GameStar und tausche Dich mit anderen Lesern aus.

Eigenen Artikel schreiben

Wertung
Pro und Kontra
  • Alles bezogen auf das Addon:
  • Richtig gute Geschichte
  • Deutlich verbesserte Inszenierung
  • Vermehrter Einsatz der guten Star-Wars-Musik
  • Bezug auf meine Klasse in der Story
  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Bezogen auf das Addon:
  • Noch geringe Entscheidungsfreiheit
  • Keine wirklich einzigartigen Klassenstorys
  • Man kauft über das Kapitelsystem stellenweise die Katze im Sack
  • Es bleiben viele Schwächen des Hauptspiels, wie z.B. Kampfsystem oder Engine

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(53)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.