Tomb Raider Erfahrung mit der 20 year Edition

Rise of the Tomb Raider ist ein Action-Adventure-Videospiel und der 11. Titel in der Tomb-Raider-Serie und darin fünfte Teil, der von Crystal Dynamics...

von kazzig am: 13.01.2021

Einleitung

Mehr oder weniger durch einen Zufall kam ich auf die neueren Tomb-Raider Teile, als ich mich vor einigen Monaten mit einem Kumpel über die vergangenen, guten Videospiel-Empfehlungen unterhalten haben. Da fiel mir auf, dass ich die drei neuen Teile von Tomb Raider völlig vergessen hatte. Ich kam nach diesem Gespräch zu Hause an und kaufte mir Rise of the Tomb Raider und Shadow of the Tomb Raider im Doppelpack. Wichtig: In dieser 20 year celebration Edition handelt es sich um eine erweiterte Fassung des Spiels und enthält sämtliche bisher innerhalb des Season Pass’ erschienenen DLC und einen ganzen Schwung komplett neuer Inhalte. Ich möchte über die Inhalte nicht spoilern, wenn ihr mehr wissen wollt, schaut bitte die Details im Internet nach!

Story

Ein Jahr nach den Ereignissen in Tomb Raider sind wir mit Lara und ihrem Gefährten Jonah in Sibirien auf der Suche nach der verlorenen Stadt Kitesch, in welcher sich Legenden zufolge eine Quelle zur Unsterblichkeit befinden soll. Ein Dieb hatte zuvor im Auftrag der Geheimorganisation Trinity Dokumente aus dem Anwesen der Crofts gestohlen, die auf Sibirien hinweisen. Somit befindet sich Lara im Wettstreit mit einer uralten Organisation, die über wesentlich mehr Ressourcen verfügt und vor brutalem Vorgehen nicht zurückschreckt. Lara und Jonah werden nach einem Lawinenabgang getrennt und Lara ist im eisigen Gebirge auf sich selbst gestellt.

Grafik & Sound

Wenn wir ausblenden würden, dass das Spiel vor ca. 4,5 Jahren veröffentlicht wurde, könnte man fast meinen, dass es locker ein Titel aus jüngerer Zeit sein könnte. Die Foundation-Engine, auf welcher dieser Titel aufbaut, kann sich in Puncto Optik wirklich sehen lassen. Normalerweise bin ich kein so großer Fan von diesem etwas weichgezeichneten Filmlook und deaktiviere, wie in praktisch allen Games, die blurry Weichzeichner und Filmkorneffekte. Aber in Tomb Raider sieht die Welt immer wie ein Gemälde aus, welches aus jedem Blickwinkel immer eine verzaubernde Sicht bietet.

Die Grafik zeigt sich wie ein Gemälde, in sich stimmig

Die Welt ist relativ offen gestaltet, aber natürlich in keinster Weise mit einem open World Titel zu vergleichen. Erfreulich ist dennoch, dass sich die unterschiedlichen Gebiete, die wir bereisen, auch komplett anders anfühlen und spielen lassen. In der schneeüberzogenen Landschaft lasse ich meinen Blick über die Berge schweifen und suche nach einem neuen Rätsel in einer Höhle.

Oft lohnt es sich stehenzubleiben und die Landschaft zu genießen

Dann, etwas später befinde ich mich einer engen Höhle mit allerlei Getier, dass an meine Seele will. Die meisten Rätsel finden in solchen Höhlen statt, aber auch in der Außenwelt gibt es ganz viel zu erkunden und entdecken.

Tomb Raider spielt hier sehr gut mit Licht und Schatten

Natürlich hatte ich hier und da sehr kleine Clipping-Fehler mit den Haaren, aber das ist tatsächlich Meckern auf höchstem Niveau. Ansonsten hatte ich während dem gesamten Durchlauf keinen groben Grafikfehler, der mich komplett aus der Immersion rausreißen hätte können oder gamebreaking bugs, die das Weiterspielen behinderten. Rise of the Tomb Raider schafft es mit seiner perfekten Balance zwischen Licht und Schatten, den außerordentlich detailreichen Welten die Spieler zum Entdecken einzuladen.

Gameplay

Ich glaube zum Gameplay von Tomb Raider muss man in der Reihe nicht viel sagen und das ist auch sehr beruhigend, dass ich das hier schreibe. Denn auch bei Rise of the Tomb Raider hat sich bei den Grundelementen eines Tomb Raiders nicht viel verändert. Wir laufen durch wunderschöne Landschaften, springen und hangeln uns durch die Karten, stellen uns fiesen Gegner und lösen sehr schön gestaltete Rätsel in den Herausforderungen.

Eine Höhle mit Herausforderungen

Bei mir kam direkt nach den ersten Minuten sofort das Tomb-Raider-Gefühl hoch. Die Bewegungen funktionieren hervorragend und sehr intuitiv, die Steuerung mit dem Gamepad empfehle ich bei solchen Spielen grundsätzlich, da es meiner Meinung nach sehr stark darauf ausgelegt ist. Witzigerweise gefällt es mir persönlich gerade bei Titeln wie Tomb Raider, Witcher und Co. mich auf die Couch zu setzen und das Spiel auf dem großen Fernseher zu genießen.

Neu in den neueren Tomb Raider Teilen ist die Möglichkeit, den Spielstil durch die Vergabe von verschiedenen Talentpunkten in drei Talentbäumen zu “individualisieren”. Schimpft mich dafür, aber obwohl ich ein sehr großer Fan von RPG Elementen bin, finde ich die Umsetzung in diesem Spiel (und generell auch den anderen neuen Tomb Raider Teilen) eher unnötig. Für mich wirkt das Skillsystem so, als hätte man einfach gerne irgendein System implementiert. Ja, es funktioniert in sich, aber den richtigen Mehrwert spürt man leider beim Charakter nicht und viele Individualisierungsfreiheiten hat man sowieso nicht. Das kann ein anderer ganz anders sehen, vielleicht bin ich durch meine sehr stark ausgeprägte RPG & Pen&Paper Vergangenheit da auch einfach geschädigt.

Wir können in drei unterschiedlichen Talentbäumen Punkte bei Levelaufstieg verteilen

Ein weiterer Punkt, bei dem ich seit dem ersten Teil des Reworks noch mit mir im Zwiespalt stehe, ist die Auswahl der unterschiedlichen Waffen und Waffenarten. Es gibt allerlei Bögen und Schusswaffen mit ihren Modifikationen. Mein Engelchen auf der rechten Seite sagt mir, dass es in unserer heutigen Zeit notwendig sei dem Spieler die Auswahl an einem Arsenal anzubieten, weil man sonst im Mainstream-Allerlei untergeht. Das Teufelchen hält dagegen und meint, dass ein Fels in der Brandung wie ein Tomb Raider es auch lediglich mit einem Bogen und seinen Modifikationen weit oben in die Wertungen geschafft hätte.

Ich gebe zu, je mehr ich das Spiel gespielt und mich darin vertieft habe, desto mehr hat mich diese große Waffenauswahl gestört. Ich habe mir oft vorgestellt, wie cool es gewesen wäre, wenn man tatsächlich nur diesen einen Bogen für den ganzen Spieldurchlauf zur Verfügung gehabt hätte. Ich finde diese Vorstellung sehr charmant! Zurück zum Spiel.

Fazit

Der ewige Kampf zwischen Lara und Trinity geht in die nächste Runde und auch bei Rise of the Tomb Raider schafft es die Spieleschmiede von Crystal Dynamics die Story solide zu erzählen, das Gameplay auf dem bekannt hohen Niveau zu halten und den Spieler in der Tomb Raider Reihe erfolgreich abzuholen. Klingt doch alles nach dem perfekten Titel oder? Fast ja. Man muss dem Spiel zu Gute halten, dass es einen sehr großen Content anbietet und man etliche Stunden darin verbringen kann.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen “Zeit verbringen” und “Zeit erleben”. Bei Rise of the Tomb Raider erleben wir die meiste Zeit, obwohl die Story an sich jetzt keine spektakuläre Fahrt aufnimmt und das Rad neu erfindet. Das Spiel glänzt in den Disziplinen, wo ein Tomb Raider insgesamt glänzen möchte. Bis auf die selten hakelige Steuerung und die Popcorn-Story hat das Spiel nur wenige Schwächen.

Motivationskurve

Ich bin schon am Anfang seit Minute eins im Tomb Raider Fieber und das Spiel holt mich hervorragend ab. Außerdem positiv anzumerken ist, dass das Spiel nicht lange fackelt und den Spieler relativ schnell in die Elemente ran lässt. Oft brauchen storylastige Spiele einen langen Vorlauf, bis eine Dynamik entsteht und das ist bei Tomb Raider eher nicht der Fall. Das Gameplay läuft flüssig, die Landschaften sehen exzellent aus, die Synchronsprecher von sehr hoher Qualität, praktisch keine Sammelquests und der große Umfang runden das Ganze ab. Nach ca. 10 Stunden in der Hauptstory ohne den Zusatzinhalt zaubert mir Rise of the Tomb Raider ein schönes Lächeln auf die Lippen. Zum Einen, dass ich ein wirklich tolles Spiel erleben durfte und weiß, dass ein nächster Teil mit Shadow of the Tomb Raider auf mich wartet.

Crystal Dynamics hat es wieder geschafft, die Gamer der 90er und die Tomb-Raider Einsteiger in Ihre Welt zu ziehen. Mit dem zweiten Teil des Reboots macht das Entwicklerteam mit dem Spiel fast alles richtig und bietet mehrere Stunden Spielspaß, wenn man sich dem Zauber einer Lara öffnet.

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Wertung
Pro und Kontra
  • große Level
  • schöne Charakteranimationen
  • flüssiges Gameplay
  • praktisch keine Bugs
  • keine nervigen Sammelquests
  • stimmiges Leveldesign
  • lebendige Welt
  • gute Synchronsprecherqualität
  • sehr viele zu erforschende Gräber
  • unnötiges Skillsystem
  • teilweise flache Story

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



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