Vaasinig Gut

Ein atemberaubender Open-World-Shooter, der Spielspaß bis zu 40 Stunden bereithält. Far Cry 3 punktet vor allem aber mit einem tollen Antagonisten.

von D3nn15_M_10 am: 09.11.2018

Story (Kein Spoiler)
Als Kind reicher Eltern begibt sich Jason Brody mit zwei seiner Brüder, seiner Freundin Liza und weiteren Freunden auf eine Vergnügungsreise, die als Horrortrip endet. Nachdem Jason und co. durch einen Falschirmsprung auf einer Insel landen, die von einem Drogenkartell, das die Einheimischen unterdrückt, kontrolliert wird, beginnt der ganze Spaß.
An der Seite seines Bruders erwacht Jason in einem Käfig und wird von dem wohl besten Schurken der Videospielgeschichte, Vaas Montenegro, in Empfang genommen.
Diese Voraussetzungen bieten Stoff für eine grandiose Geschichte und einen Werdegang des Hauptprotagonisten, der, schlussendlich konsequent, extrem aber beeindruckend ist.

Charaktere
War Jason Brody zu Beginn noch ein lockerer und fröhlicher Mensch, so entwickelt er sich im Laufe der Zeit durch Ereignisse und Nebencharaktere 
Von seiner Gruppe ist er der einzige, der eine solche Charakterentwicklung durchmacht und verabschiedet sich durch Rachegelüste und mit Gottkomplex gesegnet langsam von seinem Vergangenheits-Ich.
Das Prunkstück des Spiels ist mit Vorzeigebösewicht Vaas schnell gefunden. Seinen Wahnsinn bringt er durch extreme Stimmungsschwankungen und brutale Härte stets verängstigend und unterhaltend zugleich zum Ausdruck.

Ein Screenshot von: Angel Castiel


Gameplay

  • Die Hauptstory in Far Cry 3 ist voller unterhaltsamer, actiongeladener und spannender Missionen. Die Dialoge sind teilweise herausragend inszeniert und Verursacher spannender Wendungen und Höhepunkte

  • Die Nebenmissionen bestehen zunächst daraus, Funktürme und Außenposten einzunehmen, was bis zum letzten Turm bzw. Posten unglaublich viel Spaß macht, da die Orte immer unterschiedlich aufgebaut und verschieden schwierig einzunehmen sind. Aus dieser Fülle an Missionen entstehen dann bei Außenposten immer drei weitere Missionen (Jagen/Töten) und eine Liefermission bei Funktürmen, die mit der Zeit etwas öde werden aber grundsätzlich gut inszeniert sind.

  • Desweiteren kann Brody in Schieß - und Rennmissionen, sowie im Pokern sein Können unter Beweis stellen, was ein netter Zusatz ist und das Bild der Open-World abrundet. Die Schwierigkeit ist hier beliebig einstellbar und auf "Schwer" muss man sich manchmal ganz schön die Zähne ausbeißen.


All diese Missionen benötigen eine Menge an Waffen und Spritzen, die auch ausreichend vorhanden sind.
Jason Brody ist ausschließlich im First-Person-Modus spielbar, der mich oft erstmal abschreckt, da ich den Third-Person-Modus bevorzuge. Dennoch hat die First-Person-Einstellung hier perfekt zu den Takedowns gepasst und macht diese eben dadurch einen Tick aufregender und fesselnder.
Ich persönlich habe im Spiel die meiste Zeit die Stealth-Varianteangewandt, da die Ausführung der Takedowns einen Heidenspaß macht und die Animationen einfach geil aussehen. Auch das wegsnipen der Gegner aus größerer Distanz birgt einen großen Reiz, da es lustig ist das Chaos zu betrachten, welches entsteht, in das man aber selbst nicht involviert ist.
Im Laufe des Spiels bekommt Jason Erfahrungspunkte, die mit der Freischaltung von Fähigkeitspunkten belohnt werden. Dies treibt den Spieler immer weiter an, die Außenposten lautlos zu erobern, da man dann einen Erfahrungspunktebonus kassiert. Die Fähigkeiten zeichnen sich zudem kreativerweise auf Brodys Arm als ein Tattoo ab, was ziemlich nice aussieht.
Als Fortbewegungsmittel gelten in Far Cry 3 zu Lande Autos und Strandbuggys deren Steuerung einwandfrei von der Bühne geht und sogar ein Radio enthalten. Zu Wasser sind Jets und Boote vorhanden, mit denen das Jagen der Unterwasserseetiere erleichtert wird.
Über allem steht ein Paraglider, bei dem höchste Vorsicht geboten ist, aber zu einem großen Spaß und Zeitersparnis werden kann, wenn man seine Steuerung erstmal gemeister hat.
Nach 30 Spielstunden war ich es noch immer nicht leid, die Welt zu meistern und zu erkunden, woran auch der nächste Punkt "schuld" ist.

Ein Screenshot von: Angel Castiel


Atmosphäre
Eingeleitet durch ein Intro und seinen passenden Song "Paper Planes" von "M.I.A", dem ein genialer Plot-Twist folgt, findet sich eine Spielwelt vor, in der sich der Spieler auf zwei wunderschön detaillierten Inseln bewegen kann. Wälder, Dörfer, Hügel, Höhlen und Strände ergeben das Gesamtkonstrukt, wie eine verlassene Militärinsel auszusehen hat. Das Aussehen der Charaktere ist für 2012 ordentlich und auch deren Gestiken und Mimik machen einen positiven Gesamteindruck.
Die Musik im Spiel schlägt meißtens erst beim Starten einer Mission ein, ist aber dafür immer passend und erhöht die Spannung.

Sammelbares
Neben unzähligen Truhen (die ich bis heute aus Motivations-Gründen nicht alle geplündert habe) gibt es Relikte (kleine Statuen) und Briefe(Briefe an Angehörige verstorbener Soldaten, die immer dabei liegen) zu sammeln.
Verteilt über die ganzen zwei Inseln und darüber hinaus im anliegenden Meer ist die Vielzahl der Objekte überwältigend für den Gelegenheitsspieler und ermüdend für den 100%-Spieler.
Auch für mich war das Sammeln aller Gegenstände zu viel des Guten und viele verbleibende Kisten liegen noch heute ungeöffnet und einsam umher.

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Wertung
Pro und Kontra
  • genialer Antagonist
  • überraschende und spannende Geschichte
  • Riesige, interessante Spielwelt
  • viel Sammelbares
  • keine

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



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