Verflucht gut

Baphomets Fluch – Directors Cut erschien am 28. August 2010 für den PC, es ist eine überarbeitete Neuauflage des 1996 erschienenen, PC und PS Klassikers. Das...

von - Gast - am: 11.01.2011

Baphomets Fluch – Directors Cut erschien am 28. August 2010 für den PC, es ist eine überarbeitete Neuauflage des 1996 erschienenen, PC und PS Klassikers. Das Point&Click Abenteuer wurde durch zusätzliche Spielszenen ergänzt und bietet überarbeitete Grafiken.

Worum geht’s?
Man spielt George Stobbart, einen amerikanischen Tourrist, der in einen mysteriösen Mordfall hineingezogen wird. Schon bald wird klar das mehr dahinterstecken könnte, als es auf den ersten Blick scheint. Während des Spielens muss der Spieler Rätsel lösen und umfangreiche Dialoge führen, die einem weiterhelfen könnten. Der Schwierigkeitsgrad ist allgemein angenehm und bleibt logisch, er erfordert weder bei den Rätseln noch bei den kombinativen Passagen allzu große Windungen der Hirnzellen.

Paris – Eine Stadt, die man nicht vergisst
Das Spiel präsentiert sich von Anfang bis Ende sehr atmosphärisch und Erwachsen mit einer Prise Humor. Besonders stechen die gut gesprochenen komplett vertonten Dialoge hervor bei denen die deutschen Sprecher eine exzellente Arbeit geleistet haben. Die Schauplätze sind angenehm klischeehaft an das jeweilige Land angepasst, so kommt man in Paris in die Nähe der Champs-Êlysêes. Überhaupt sieht alles so aus als würde man durch die verträumten Augen eines Tourrists schauen. Selbst die Charaktere verhalten sich so, wie man es als landestypisch bezeichnen würde. Durch diese Überzeichnung entstehen viele witzige Situationen. Auch Nico, die zweite Hauptdarstellerin neben Stobbart, ist als Pariser Reporterin natürlich entsprechend Chic gestylt, ganz anders wie der amerikanische Tourrist ist sie nur an ihrem Fall interessiert. Sehr zum Leidwesen Stobbarts, der sich an Nicos Versen heftet und notgedrungen den Fall aufklären muss, um bei Nico zu landen.

Directors Cut
„Was für ein Directors Cut ist dies denn nun, ein Schlechtes, wo nur die Pixel weich gezeichnet sind oder ein richtiges mit allem Drum und Dran?“ war mein erster Gedanke, als ich von diesem Spiel hörte. Besonders gefallen haben mir die zusätzlichen Scenen, so darf man nicht nur Stobbart, sondern auch Nico das Objekt seiner Begierde steuern. Dadurch wird das Spiel nicht nur erweitert, es wird auch storytechnisch stark verbessert. Was die Grafik angeht, darf man keinen großen Sprung erwarten, wer Grafiken in Deadalic Qualität sucht wird enttäuscht werden. Die Hintergründe wurden nicht neu gezeichnet, sondern nur leicht bearbeitet, wer damals schon Baphomets Fluch gut fand, wird das aber nicht weiter stören.
Positiv fällt auch das neue Menü Design auf dessen Funktionen schon nach wenigen Sekunden ersichtlich werden. Ebenfalls kann man sich die Punkte auf den Bildschirm anzeigen lassen, mit denen man interagieren kann – Suchbild Hasser werden es danken. Ebenfalls gibt es ein sehr schönes Hilfesystem, je öfter man drauf drück desto klarer werden die Anweisungen.

Hilfe ein Bug
Ich hatte während des Spielens einen sehr unschönen Bug weil ich versäumt habe vor der Abreise mit André zu sprächen und mir das Weiterkommen somit unmöglich war. Besonders ärgerlich ist das bei dieser Art von Spielen, da man meint, dass man etwas übersehen hat, sehr lange nach einer Lösung sucht nur, um dann gefrustet im Internet lesen zu dürfen, das es ein Bug ist. Nach Laden eines alten Spielstandes konnte ich das Spiel dann doch noch zu Ende bringen, aber wenn ich nur daran denke alles auf einen Speicherstand gehabt zu haben…

Anspruch
Der Anspruch des Spiels hält sich storytechnisch wie spielerisch in Grenzen. Es kann schon mal vorkommen, dass Charaktere nützliche Tipps geben aber wirklich analysieren muss man nichts. Um die Story zu verstehen, reicht es, wenn man grob zuhört. So gesehen ist Baphomets Fluch eher ein seichtes Abenteuer das, was dieses Spiel so besonders macht ist, eindeutig die Atmosphäre.

Fazit
Was mich am meisten gestört hat, ist dieser verdammte Bug, am liebsten hätte ich die Endwickler die Gurgel dafür umgedreht. Eigentlich kann ich es sogar verstehen, denn eine falsche Verknüpfung schleicht sich schnell ein und wer denkt bei einem Directors Cut schon an eine Betaphase? Trotzdem scheint es mir fair einen von zehn Punkten Abzug zu geben, so etwas kann passieren, darf es aber nun mal nicht. Man hätte auch die Hintergründe noch besser überarbeiten können. Trotzdem überzeugt die Grafik so, wie sie ist und die neuen wirklich gut gemachten Passagen im Spiel passen nahtlos in das Spielgeschehen. Wenn man es nicht weiß merkt man gar nicht das es sich um neuen Umfang handelt. Für alle die schon damals Baphomets Fluch mochten ist diese Version eine echte Aufwertung. Auch für Adventurefreunde die mal eine Abwechslung von etwas unlogischeren Spiele wie Monkey Island oder Edna bricht aus Suchen ist dieses Spiel wegen seiner logischen Rätsel ein echter Hit. Es ist ein Spiel das auch nach über zehn Jahren zumindest in dieser Version in der obersten Liga der Adventures mithalten kann, dass auch nicht zuletzt wegen der bis heute unvergleichlichen Atmosphäre. Diesen Trip vergisst man nicht so schnell. Daher 8 von 10 Sterne = 80%

Jetzt eigenen Artikel veröffentlichen

Schreib Deinen eigenen Artikel auf GameStar und tausche Dich mit anderen Lesern aus.

Eigenen Artikel schreiben

Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(2)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.