Wartungsarbeiten in der Hölle

Gegner totklicken bis man weniger Klicks braucht. Und so weiter.... Die Suchtspirale greift und fesselt uns während wir uns durch Zombie- Dämonen und...

von grenzgäng am: 19.08.2014

Gegner totklicken bis man weniger Klicks braucht. Und so weiter....


Die Suchtspirale greift und fesselt uns während wir uns durch Zombie- Dämonen und Raubtierhorden schneiden. Solange man es uns gönnt.

 

Diablo 3 geschmiedet und verändert?

Wir haben diversen Ekelpaketen der Hölle den Kampf angesagt. Den bestreiten wir Kooperativ oder alleine und klicken uns solange durch Gegnerhorden wie unsere Mouse hergibt.

Der letzte Patch verändert die Droprate und entfernt das Auktionshaus. Ergebnis?

Die Drop-Rate ist nun deutlich konstanter und passt sich unbemerkt sehr gut dem Spielfluss an, auch wenn der Generator es oft ZU gut mit uns meint.
So können in einem simplen Run schonmal 3 Legändere Gegenstände vor unsere Füsse fallen, was zwar auch motiviert, dem Ganzen aber doch den Wert nimmt (von goldenen Items fangen wir erst garnicht an!).

Das Spiel hätte im Prinzip gute 5 Sterne verdient.
Leider verwehrt das innovationslose und uninspirierte letzte Drittel eine persönliche Höchstwertung.

 

Wenn Helden müde werden


Brach man im ersten Akt noch durch Felder in denen sich das Gras wog und Bäume und Hölzer um uns herum zerplitterten, so warten im späteren Spiel graubraune Gänge und öde Hallen mit wenig zerstörbarer Umgebung auf uns.
Man merkt förmlich wie den Designern die Luft ausging!
Die Karten werden zunehmend linearer und nicht ohne Grund fühlt es sich so an, dass man nur noch zum Endboss geschleust werden soll.
Ein eindeutiger Beweis für faules Gamedesign!

Der betrunkene Barde

Auch die Musik zeigt sich leider innovations- und ideenlos. Vergleicht man den Soundtrack mit der musikalischen Untermalung von DIablo 2 wird schnell klar was fehlt: Eine passende Komposition!
Statt düsterer Klangbilder bekommt man einen "orchestralen" 0815-Soundtrack der auch aus einem Michael Bay-Film stammen könnte.
Nicht ohne Grund haben die meissten Spieler die Musik irgendwann ausgeschaltet und den Warcraft- oder DIablo 2-Soundtrack nebenher laufen lassen!

Held oder Plünderer?

Das Gameplay selbst ist nachwievor der guten alten Diablo-Suchtformel treu geblieben - auch wenn es sich stellenweise zusehr auf die Spezialfähigkeiten verkrampft.
Glücklicherweise haben wir hier viel Spielraum und können anhand von Runen unsere Fähigkeiten jederzeit unserem Spielstil anpassen.
Erfreulich ist der durch den Patch hinzugekommene "Paragon-Level", der es uns erlaubt ab Level 60 unsere Skillpunkte klassich frei auf unsere Fähigkeiten zu verteilen!

Bot DIablo 2 damals noch über 18 Stunden Spass an der Kampagne, darf man hier schon nach 13-15 Stunden den Endboss plätten.
Wie schon erwähnt flaut das Leveldesign gegen Ende stark ab.
Zwar sehen wir hier und da "Schlachten" und gescriptete Zerstörungen, aber wir selbst beeinflussen davon nichts!
Schade.
Immerhin sind die Dialoge recht Unterhaltsam und variieren je nachdem welchen Hauptcharacter und Begleiter wir dabei haben! Die Originalität und Ausgefeilheit eines Baldurs Gate oder Soul Reaver erreichen sie aber nicht einmal annähernd!

 

An den öffentlichen Pranger mit dem Schuft!

Eine absolute Frechheit ist der Support:
Einen direkten Support gibt es quasi nicht!
Braucht man Hilfe bei technischen Angelegenheiten (wie den Berüchtigten Serverausfällen) wird man stets auf die Forum-Seite umgeleitet, wo letztenendes alle auf eine Lösung warten und meist mehr schlecht als recht abgespeist werden.
Die meisten Forenbeiträge werden eh nach 4-5 Posts geschlossen.
Blinde versuchen Blinde zu führen.

Eigentlich hätte das Spiel wegen diverser Serverausfälle (die meist am Wochenende, also gerade der spielerfreundlichen Zeit anfallen!) und dem absolut mieserablen Support einen Platz in der nächsten Tonne verdient.
Doch wenn Blizzard es den Spielern erlaubt in die Welt von Diablo zu gelangen, macht es durchaus spass!
Dafür aber 40 - 60 Goldstücke zu verlangen ist ein Wucher!



Um noch einmal zu beweisen wieviel Wert man auf Kundenzufiredenheit legt, liefert Blizzard mit Reaper of Souls ein DLC nach, das TEURER (!) als das Hauptspiel ist!
Eine reife Leistung.....

 

Fazit:

Als supergünstiges Schnäppchen durchaus einige Stunden im Coop-Modus wert!

 

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Wertung
Pro und Kontra
  • - hübsches Grafisches Gesamtbild
  • - suchterzeugendes Hack-Slay- & Loot-System
  • - unterschiedliche Dialoge
  • - Paragorn-Level für klassisches Skill-System
  • - flottes Coop-Erlebnis
  • - abhängig von Blizzards Server-Zustand
  • - im normalen Schwierigkeitsgrad zu einfach
  • - gegen Ende ödes Level-Design
  • - kurze Story
  • - austauschbare und uninspirierte Musik
  • - äusserst schlechter Support

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



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