Wenn aus einem Sith ein Jedi wird

Ausverkaufte Vorstellungen. Wahnsinnig überfüllte Kinosäle. Und viel Macht. Die Star Wars-Saga hatte Millionen von Menschen...

von Grizzyplayer am: 24.11.2012

Ausverkaufte Vorstellungen. Wahnsinnig überfüllte Kinosäle. Und viel Macht.

Die Star Wars-Saga hatte Millionen von Menschen begeistert. Überall sah man Kinder, die mit Stöcken kämpften, während sie mit ihren Mündern versuchten möglichst realitätsnahe Lichtschwertgeräusche zu erzeugen, oder man hörte Erwachsene leise die Titelmelodie vor sich hinsummen. Selbst heute noch erfreuen sich die Star Wars Bücher, Serien und Spiele großer Beliebtheit. (Ein gutes Beispiel dafür bietet die lustige Lego-Version, des Science-Fiction-Spektakels)

Was sich sich in dieser Zeit aber viele fragten: Was passierte in den knapp 20 Jahren zwischen der III. und IV. Episode? Da konnten sich die Helden aus der weit, weit entfernten Galaxis doch nicht einfach ausgeruht haben.

Aspyr liefert die Antwort: Nein, das haben sie nicht. Ganz im Gegenteil!

Lügen über Lügen

Die Handlung beginnt, kurze Zeit nach Order 66, welche in der III. Episode den letzten Filmabschnitt belegt. Nachdem viele Jedi erbarmungslos von den Klonsoldaten ermordet wurden, gelang es einigen von ihnen, der Massenvernichtung zu entgehen. Neben bekannten Jedi, wie Yoda und Obi-Wan, gelangen es auch Shaak Ti, sowie einem weiteren Jedi, dessen Name während des ganzen Spiels unbekannt bleibt. Diesen Jedi haben ein paar Spione, des Imperiums auf dem Planeten Kashyyyk, der Heimat der Wookies, ausfindig gemacht. Als Darth Vader werden sie nach Kashyyk geschickt, denn damit die Sith vollständig regieren können, müssen sie konkurrenzlos bleiben. Man bestreitet also die erste Mission als Darth Vader, kämpft sich durch die Reihen der Wookies und landen schließlich am Anwesen, des geflüchteten Widersachers. Ein kurzer Bosskampf und man hält ihn mit einem Würgegriff in Schach. Plötzlich entgleitet Darth Vader sein Lichtschwert. Ein Junge hält es in den Händen. Der Sohn, des geflüchteten Jedi-Ritters. Vader spürt die Macht in dem Kind, ermordet seinen Vater und beschützt es vor den Klonsoldaten, die versuchten es zu erschießen. 

Galen "Starkiller" Marek, wird der geheime Schüler Vaders und jagt in seinem Auftrag, die letzten Überbleibsel der Jedi. Sein Hass, seine Wut, seine Macht sind ungeheuerlich groß und er wurde ein Sith.

Bald aber merkt er, dass dies nicht seine wahre Bestimmung ist und Vader irgendetwas im Schilde führt ...

Grafik

Grafisch macht TFU einen tollen Eindruck. Die Texturen sind stets erkennbar, wenn auch beim näher betrachten so mancher Matsch auffällt. Aber das Gesamtpaket geht völlig in Ordnung. Gerade auf Kashyyyk haben mir die wunderschön gestalteten Hintergründe gefallen. 

Ansonsten sind die Levels sehr gut gelungen. Beim Marschieren durch die Gänge einer Raumstation kommt richtig SW-Feeling auf. Zumal die Karten ja auf den Modellen der Filme basieren. 

Die Figuren selbst sind gut dargestellt. Gesichter sind reich an Polygonen und stellen ein realistisches Gesamtbild zusammen. Besonders in den gerenderten Zwischensequenzen. Dort gibt es kleine Kinofilme. Und dabei übertreibe ich kein bisschen. Die Figuren sehen enorm realistisch aus.

Ein weiterer Aspekt, welcher noch grafisch untergeordnet werden könnte, ist die tolle Zerstörungsphysik. Auf Kashyyyk sehr gut zu erkennen. Ich entlade meinen Machtstoß. Die Wookies fliegen und die Bäume brechen ab. Es macht Spaß, die ganze Spielwelt so zu erkunden. Alles wirkt auf einmal lebendiger. Und das macht besonders TFU zu einem tollen Spiel.

Sound

Die Soundeffekte sind erfreulich gut geraten. Besonders gut hat mir der Machtstoß gefallen. Das Entfesseln der Macht bewirkt ein riesiges Grollen. Mit guten Boxen oder einem qualitativ hochwertigen Headset ein tolles Erlebnis. Übrigens passiert dies nicht nur mit dem Machtstoß. Auch ein Lichtschwertkombo oder das Zerstören eines Gegenstands erzeugt ein wunderbar, klares Geräusch.

Die Charaktere selbst klingen recht gut und authentisch. Niemals klingen sie gelangweilt oder gar schlecht vertont. Das gibt ein großes Plus an Atmosphäre. Besonders wenn die Zwischensequenzen laufen. Das einzige Manko was ich feststellen konnte war vielleicht Darth VadersSynchronisation, die stets etwas abgelesen klang. Wie in anderen Spielen empfiehlt es sich auf die englische Sprachfassung umzustellen, sofern man der englischen Sprache mächtig ist. Wer das jedoch nicht ist, der muss nicht verzweifeln. Die deutsche Fassung ist im Großen und Ganzen mehr als ausreichend.

Der Soundtrack geht völlig in Ordnung, ist aber jetz nicht das Highlight des Spiels.

Steuerung

 
The Force Unleashed lässt sich recht präzise mit Maus und Tastatur spielen. Mit der Maus bestimmt man die Zielrichtung und mit der Tastatur bewegt man sich. Alles ganz normal.

Der Punkt, an dem die sonst saubere Steuerung flöten geht, ist die Ausführung von weit fortgeschrittenen Kombos. Meistens muss man hierbei verschiedene Tasten in verschiedener Reihenfolge und in einer bestimmten Zeit drücken. Ein Fehler und der ganze Spaß beginnt von vorn. Und meistens sind diese Steuerungsarten dann so komplex, dass man sie wieder vergisst.

Ein weiteres Defizit ist die konsolige Menüführung. Die Maus wird so gut wie gar nicht benutzt. Das ist sehr oft frustrierend, da man Infos nicht, wie gewohnt, per Mouse-Over-Tool bekommt, sondern diese erst umständlich, per Auswählen der jeweiligen Eigenschaft, in Erfahrung bringen muss.

Gameplay

Im Prinzip macht TFU sehr viel Spaß. Sich durch die Gegnerreihen zu kämpfen und damit eine unendliche Auswahl an Kombos zu verwenden ist sehr kurzweilig und  trotzdem anspruchsvoll.

Allerdings kommt es dann dazu, dass das Balancing von verschiedenen Gegnertypen, noch etwas schwankt. Während Klonsoldaten gerade mal einen läppischen Lichtschwertschlag aushalten, muss man bei Nahkampfwächtern schon aufpassen, nicht gegen eine Wand zu laufen und hängen zu bleiben. Sonst hat man ganz schnell ein Viertelleben weniger.

Was die verschiedenen Charaktere angeht, ist mir besonders StarkillersDroide Proxy ans Herz gewachsen. Proxy kann sich in andere Charaktere des Spiels verwandeln, um deren Nachrichten direkt zu überbringen. Auch wenn er stets ein treuer Gefährte und eine gelungene Hilfe während des Spiels ist, hat Proxy den unwiderstehlichen Willen, Starkiller zu vernichten. Wenn dieser Wille dann immer wieder in den Dialogszenen klar wird und Proxy ihn mit einer unnachahmlichen Art ausspricht, huscht einem hin und wieder mal ein Schmunzeln über das Gesicht.

Ultimate Sith Edition

Das Spiel hat auch ein alternatives Ende. Was dafür getan werden muss, darf ich hier nicht verraten, da sonst einige wichtige Teile der Story klar werden würden. Das Einzige was hier erklärt werden darf ist, dass Starkiller einen Anzug erhält, der Vader erstaunlich ähnlich sieht. 

In den drei Missionen erfährt man, dass Starkiller schon einmal Kontakt mit seinem Selbst hatte, das seinen Anzug trug, wie die Schlacht von Hoth ausgegangen wäre, wenn Starkiller eingegriffen hätte und das Obi-Wan nach einem Kampf mit ihm schon früher nicht mehr existieren würde.

Alles in allem sind die Aufträge und Level sehr gut gelungen und bieten circa weitere zwei Stunden Spielzeit als in der Konsolenfassung. Unbedingt spielen!

Fazit

Star Wars: The Force Unleashed ist grafisch top, vom Sound her sehr gut. Für authentischere Ergebnisse kann man in die englische Sprache wechseln. Die Steuerung von TFU ist simpel, sofern man nicht versucht, komplexere Schwerthiebreihen durchzuführen. Das Gameplay macht Spaß und ist kurzweilig, bietet aber dennoch die ein oder andere Herausforderung.

 

Auch wenn TFU eine grafische Pracht darstellt. Wenn es um Feintuning geht, haben die Entwickler nicht wirklich gute Arbeit geleistet. Matschige Texturen weisen darauf hin. Die deutschen Sprecher sind zwar recht gut, nur Darth Vaders Text klingt etwas abgelesen. Die Balancing zwischen verschiedenen Einheiten ist sehr unregelmäßig, was gelegentlich für Frustmomente sorgt.

 

Star Wars: The Force Unleashed ist ein gut gelungenes Spiel, welches seine Stärken gekonnt ausnutzt, allerdings mit recht groben Fehlern zu kämpfen hat.

Jetzt eigenen Artikel veröffentlichen

Schreib Deinen eigenen Artikel auf GameStar und tausche Dich mit anderen Lesern aus.

Eigenen Artikel schreiben

Wertung
Pro und Kontra
  • TOP Story mit zahlreichen emotionalen Szenen
  • alternatives Ende mi weiteren spannenden Missionen
  • schöne Grafik (Hintergrundgmälde)
  • nette Physikeffekte
  • schöne Soundeffekte
  • schöner Mix aus kurzweiliger Unterhaltung und anspruchsvollen Aufgaben
  • recht gut zu lernende Steuerung...
  • ...die bei weiteren Kombos leider etwas zu umfangreich wird
  • teils matschige Texturen
  • Darth Vaders- Synchron spricht zu abgelesen (englische Fassung ist besser)
  • konsolige Menüführung
  • spielspaßschadende KI-Macken
  • unausgeglichenes Balancing

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(5)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.