Wie ein Film zum mitspielen

Allgemeines Bioshock Infinite ist ein reiner Singleplayer-Shooter, der von Irrational Games entwickelt wurde. Der kreative Kopf hinter dem Spiel ist Ken...

von Ranger_the_75th am: 31.07.2013

Allgemeines

Bioshock Infinite ist ein reiner Singleplayer-Shooter, der von Irrational Games entwickelt wurde. Der kreative Kopf hinter dem Spiel ist Ken Levine, ein Entwickler, der für Spiele wie Thief und System Shock 2 berühmt wurde. 

Story

Das Herzstück dieses Shooters ist die großartige Story. Man spielt Booker DeWitt, einen Privatdetektiv und ehemaligen Ermittler der Pinkerton-Agentur. DeWitt bekommt von einem Mann den Auftrag, "das Mädchen" aus Columbia herauszuholen und nach New York zu bringen. Columbia ist eine Stadt in den Wolken, deren fanatische, religiösen Bewohner durch den "Propheten" Zachary Hale Comstock angeführt werden.

Um nicht zu spoilern gebe ich den weiteren Verlauf der Story hier nicht wieder. Wenn man mit dem ersten kleinen Storydetail anfängt kommt man nicht an der Wiedergabe der gesamten Geschichte vorbei. Auch die Deutung des Endes überlasse ich ganz Euch. Wer (wie ich) am Ende mit offenem Mund vor dem Rechner sitzt und sich nur denkt "Was zur Hölle soll das denn jetzt heißen?!" guckt sich am besten mal die Erklärung der eurogamer an (Link: http://www.eurogamer.de/articles/2013-04-11-bioshock-infinite-was-ist-gerade-passiert-spoiler) Das Erzählen der Story ist Ken Levine und seinem Team grandios gelungen. Wenn dieser Test sich nur auf die Story bezöge, würde ich wahrscheinlich eine 99er-Wertung geben. Der einzige Makel ist das wirklich sehr offene und unklare Ende. Auch wenn ich so offene Enden mag wäre etwas mehr Erklärung doch ganz angenehm gewesen.

 

Gameplay

Das Gameplay ist eher durchsnittlich. Auch die Balance ist Ken Levine und seinen Leuten etwas aus dem Ruder gelaufen. Bioshock Infinite ist kein Frustshooter, sondern eher zu leicht geraten. Die acht Spezialkräfte, die man im Laufe des Spiels erhält, wirken insgesamt etwas unnötig. Auch wenn man sich ganz auf seine Schießeisen verlässt kommt man gut durch (fast) das ganze Spiel. Bis auf einige für die Story wichtige Momente sind diese Kräfte reine Kosmetik. Es ist zwar toll anzusehen, wie Bronco die Gegner in die Luft wirbelt und sich Menschen, nachdem der Effekt von Beherrschung endet, stilvoll ihres Lebens entledigen, aber man braucht diese Spielereien nicht wirklich. Wirklich fordernd sind nur Gegner wie der Handyman oder Massen von Untoten (so wirkten sie jedenfalls auf mich) im letzten Drittel des Spiels. Ich persönlich habe mich fast das gesamte Spiel über an Revolver und Karabiner gehalten. Ein guter Mix, der allerdings ein bisschen Zielgenauigkeit erfordert. Wie schon die GameStar bemängelte wirkt Elizabeth, die KI-Begleiterin, wie ein kleiner Godmode. Wenn man kurz vorm Abkratzen ist wirft sie einem meistens ein volles Medizinpaket zu oder versorgt einen mit Munition wenn das Magazin mal wieder leer ist.

Technik 

Sound

Hier gibt sich das Spiel basolut keine blößen. Es ist nicht auf dem Niveau eines Battlefield 3 oder Far Cry 3, allerdings kann man gut heraushören, woher Stimmen oder Geräusche kommen. Vor allem breitet das Spiel einen schönen Klangteppich aus, der besonders durch seine Musik auffällt. Ich habe mich mehrfach erwischt, wie ich einfach da stand den und den immer perfekten Mix aus passender Musik und wunderschönem Bild bewundert habe. 

Grafik

Auch hier rangiert Bioshock Infinite in der oberen Hälfte der Shooter. Es kommt zwar nicht an die schon genannten Konkurrenten Far Cry 3 und Battlefield 3 ran, überzeugt allerdings durch seine tollen Lichteffekte und Gesichtsanimationen. Insgesamt macht die Unreal Engine 3 hier eine gute Arbeit, sogar die Texturen kommen immer pünktlich!

KI

Die KI ist eine der großen Stärken von Bioshock Infine. Vor allem Elizabeth ist einfach perfekt gelungen. Sie steht einem nie im Weg und reagiert, wie man es von einem echten Menschen auch erwarten würde. 

Die Gegner-KI ist auch in Ordnung. Feinde nutzen Deckung meistens gut aus und schießen teilweise verflixt gut. Auch starke Gegner geraten durch eine faire KI nicht zu unbezwingbaren Frustpunkten.

 

Umfang

Die Spieldauer beträgt acht bis zwölf Stunden, je nachdem, wie gründlich man die Umgebung absucht. Dazu würde ich aber auf jeden Fall raten, da man dadurch Nebenaufgaben finden kann, aber auch Sprachaufzeichnungen (Voxophone), die die Story vertiefen, entdeckt. Auch wem ein gut gefüllte Geldbeutel und seine Lebens- und Salzleiste nicht unwichtig sind sollte sich gut umgucken (Salze sind der Treibstoff für unsere Spezialkräfte).  Auch lädt das Spiel zum mehrfachen Durchspielen ein, da die Story sich wahrscheinlich erst beim zweiten oder dritten Mal erklärt. Außerdem gibt es ein dreigeteiltes DLC (Arena-Modus "Cash in Clouds" für 4,49€ bei Steam, zwei Story-Erweiterungen in der Entwicklung).

Es gibt ein breites Waffenarsenal, das um die schon acht oben beschriebenen Spezialfähigkeiten ergänzt wird. Auch "Klongegner" treten recht selten auf, also gibt es ausreichend Charaktermodelle. Einzig zu Beginn des Spiels sehen alle Zivilisten mehr oder weniger komplett gleich aus, was die Atmosphäre etwas stört.

Fazit

Ich kann eines ganz sicher sagen: Bioshock Infinte hat sich in den zwölf Stunden seiner Kampange zu meinem Lieblingsspiel entwickelt. Die tiefe Story, das wunderschöne Columbia und die tollen Charaktere (auf der eigenen wie auf der Gegnerseite) sind einfach ein tolles Erlebnis. Dieses Spiel fühlt sich wie ein Film an, bei dem man selbst die Hauptrolle spielt. Bioshock Infinite ist eines dieser wenigen Spiele, die nur durch eine geniale Story die anderen Bereiche (Gameplay usw.) ausgleichen können, die ja, wie oben beschreiben, hier eher mittelmäßig ausfallen. 

Hoffentlich konnte ich Euch mit diesem Test weiterhelfen. Ich denke,  ich muss nicht betonen, dass ich eine Kaufempfehlung für dieses Spiel mit gutem Gewissen geben kann. 

 

PS: Feedback wäre super!

 

Edit: Ich habe an dieser Rezension noch etwas herumgewerkelt, die Gründe könnt ihr unten in den Kommentaren sehen. 

 

 

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Wertung
Pro und Kontra
  • grandiose Story
  • tiefe Figuren
  • sprechender Held
  • sehr gute KI
  • interessante Kulisse
  • großartige Dialoge
  • tolle (deutsche) Sprecher
  • gute Lernkurve
  • bietet Deutungsspielraum
  • eher schlechte Balance
  • sehr offenes Ende...
  • ...das Teile der Geschichte unwichtig werden lässt
  • teilweise schlauchig

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(3)

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