Wunderschön und bockschwer

Im Jahr 2004 erschien Cryteks Erstlingswerk Far Cry für den PC. Damals löste der Titel einen ähnlichen Hype als Grafikwunderwerk aus, wie der quasi Nachfolger...

von - Gast - am: 27.06.2008

Im Jahr 2004 erschien Cryteks Erstlingswerk Far Cry für den PC. Damals löste der Titel einen ähnlichen Hype als Grafikwunderwerk aus, wie der quasi Nachfolger Crysis. Eine noch nie da gewesene Weitsicht gepaart mit hohem Detailreichtum, gewürzt mit einer für damalige Verhältnisse tollen Physik und einer noch heute überaus guten künstlichen Intelligenz (KI) zeichneten Far Cry aus.

Vor kurzem wollte ich mir den Titel doch mal anschauen. Zwar hatte ich die Konsolenversion auf der XBox bereits gezockt, aber da diese Version mit dem Original bis auf den Titel, das Setting und den Hauptcharakter wenig gemeinsam hat, dachte ich mir es wäre nicht verkehrt sich das Original mal in voller Pracht anzuschauen. Die uncut Version günstig beim Fachhändler meines Vertrauens bestellt und gleich mal mit hohen Erwartungen angespielt. Als kleines Detail am Rande, ich startete im Challenging-Schwierigkeitsgrad, dem dritten von insgesamt 6.

Grafisch find ich das Spiel nach wie vor sehr hübsch. Zwar trübt der ein oder andere Grafikfehler das Bild - weit in der Ferne liegende Objekte wachsen langsam aus dem Boden oder werden verwischt dargestellt, aber das Inselsetting wird wirklich sehr schön eingefangen und bietet auch aus der Nähe sehr detaillierte Texturen. Die Physik ist im Vergleich zu heutigen Titeln natürlich altbacken und spielt keine Rolle im Gameplay. Was mit aktuellen Games nach wie vor mithalten kann ist die KI. Die Gegner sind wirklich gewieft. Sie rufen Verstärkung, versuchen den Spieler einzukreisen, schleichen sich heran und verfolgen einen über weite Levelabschnitte.

Die ersten Levels auf dem weitläufigen Inselareal haben mir sehr gut gefallen. Zwar ist das Missionsdesign nichts weiter als 08/15-Shooterkost getreu dem Motto: Geh nach Punkt A und niete alles um, hole Teil B, bringe es nach C und niete auch da alles um. Sehr eintöniges Gameplay ohne größere Abwechslung. Macht aber trotzdem Spaß sich durch den Dschungel zu kämpfen.

Doch dann kamen die Innenlevel und die Mutanten. Verständlicherweise hat man innen nicht die Beweglichkeit und Ausweichmöglichkeiten wie draußen. Daher ist es schlicht ein Designfehler die Gegneranzahl nicht anzupassen und den Spieler gegen eine absolute Übermacht kämpfen zu lassen. Das man Mutanten ins Spiel bringt, ja gut, wenn es denn sein muss. Das diese mehr vertragen als die menschlichen Gegner, geht ja auch noch in Ordnung. Was so überhaupt nicht in Ordnung ist, wenn man ein komplettes Magazin in einen der Mutanten entleeren muss damit dieser fällt und gleich dahinter noch 5 weitere kommen, die einen mit zwei Schlägen sofort töten. Die Gegneranzahl steht in keinem Verhältnis zu dem was der Spieler in der Lage ist an Schaden anzurichten.

Leider bleibt der völlig überzogene Schwierigkeitsgrad, der mich irgendwie total plötzlich erwischte, denn vorher kam ich ja super klar, nicht nur bei den Innenlevels und den Mutanten. Die menschlichen Gegner tragen ab einem bestimmten Zeitpunkt kugelsichere Westen und Helme. Sie können also bedeutend mehr einstecken. Ihre Treffsicherheit ist ebenfalls gestiegen. An einer Stelle wurde es mir dann wirklich zu bunt. Ich renne auf einem erhöhten Plateau herum um einen Funksender zu zerstören. Zum Genießen der Weitsicht kam ich nicht, weil zahlreiche Gegner mir das Leben schwer machten. Diese Gegner zum einen und der Raketenwerfer zum anderen. Dieser befand sich in der Hand eines Gegners, der geschätzte 5 Kilometer Luftlinie in einem Turm stand. Wenn man kein Snipergewehr hat, ist der unmöglich zu treffen, was ihn aber nicht stört eine Rakete nach der nächsten zielsicher abzufeuern.

Da hab ich mich ernsthaft gefragt ob man mich verarschen möchte. Also gut, vielleicht ist das Teil halt sauschwer, kann ja sein. Niedrigeren Schwierigkeitsgrad ausgewählt und noch mal probiert. Viel Unterschied bemerkte ich nicht.

Was das Ganze noch krönt ist das Speichersystem. Ich würde mich ja durchbeißen, wenn ich jederzeit speichern könnte. Stattdessen gibt es ein konsolentypisches Checkpoint-System. In Verbindung mit dem Schwierigkeitsgrad, hat mir das den Spaß an Far Cry komplett genommen. Mit Cheats spielen ist nicht mein Ding, daher hab ich es angesäuert wieder ins Regal gestellt.

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

zu schwer

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(7)

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