Zeitloser Klassiker!

Vorwort: Vor kurzer Zeit grub ich dieses Schmuckstück der Citybuilder-Geschichte wieder aus und im Nu waren 6 Stunden meiner Zeit vergangen, in der...

von Mikutse am: 17.07.2015

Vorwort:

Vor kurzer Zeit grub ich dieses Schmuckstück der Citybuilder-Geschichte wieder aus und im Nu waren 6 Stunden meiner Zeit vergangen, in der ich meine Umwelt für einen Moment der Freude und Entspannung vergaß! Und noch jetzt klimpert mir die Menü-Musik im Ohr ein fröhliches Stelldichein und lässt in mir die Lust aufkommen, eine Pyramide aus dem sandigen Wüstenboden zu stampfen!

Aus diesem Grund möchte ich nun meine Erfahrungen, welche ich in den letzten 15 Jahren mit diesem Spiel gemacht habe, teilen und so den ein oder anderen Citybuilder-Fan, der noch nicht auf die alten Meisterwerke von Sierra aufmerksam wurde, für dieses Spiel begeistern!

Geschichte:

Pharao, wie der Titel schon erahnen lässt, entführt uns ins antike Ägypten, in die Zeit der Pharaonen und Pyramiden!

Der Spieler übernimmt hierbei die Rolle eines Ägyptischen Familienoberhautes und arbeitet sich in der Kampagne vom einfachen Dorfältesten hoch bis hin zum Pharao höchst selbst!

Hierbei wird die Geschichte in 5 Dynastien aufgeteilt, die sich sowohl auf der Zeitachse als auch dem Schwierigkeitsgrad nach vorn arbeiten.

Muss man zu Beginn einfache Wege, Wohnplätze für kleine Lehmhütten, Trinkwasser und etwas essbares zur Verfügung stellen, so wachsen die Ansprüche der Bürger schnell weiter und bald errichtet man die ersten prunkvollen Kleinstädte, mit hauseigener Keramikmanufaktur, Unterhaltung und religiösen Stätten wie Tempeln und Schreinen.

Im späteren Verlauf des Spiels errichtet man zudem imposante Monumente! Beginnend mit einfachen Mastabas (Grabstätten aus Lehmziegeln) über Obelisken (große, reich verzierte und behauene Steinsäulen) bis hin zur Sphinx und den Pyramiden selbst!

Gameplay

Im Grunde verlaufen die Missionen, egal ob Szenario oder Kampagne, zu erst einmal gleich.

Man weist etwas Bauplatz für Wohnungen aus, welche rasch von Einwanderern bezugsfertig gemacht werden.

Glückwunsch! Die ersten Lehmhütten bilden den Grundstein des Dorfes!

Nun beginnt man die Bedürfnisse des Volkes zu stillen. Wie in der Geschichte bereits erwähnt, beginnt dies relativ einfach mit Trinkwasser und etwas zu essen.

Ob man sein Volk mit der Jagt auf Strauße, dem Fischfang oder dem Ackerbau ernährt, hängt dabei von der Karte ab, auf der man die blühende Stadt errichten soll.

Der Ackerbau kann sich hierbei in zweierlei Arten abspielen:

Man nutzt das fruchtbare Überschwemmungsgebiet des Nils oder man nutzt das auf manchen Karten vorhandene fruchtbare Land um darauf Höfe zu bauen, die im allgemeine weniger Ertrag pro Ernte einfahren, aber nicht von der Überschwemmung abhängig sind und durchgängig produzieren können.

Nach und nach verlangen die Bewohner dann nach Verschönerungen (Statuen, Gärten und Plätze) und Waren (Keramik, Bier, weitere Nahrungsmittel usw), sowie Dienstleistungen (medizinische Versorgun, Unterhaltung, Religion usw).

Überwachbar ist der Zustand eures bescheidenen Städtchens durch diverse Spezialkarten, die über Balkendiagramme direkt Gefahrenzonen markieren. So hat ein einsturzgefährdetes Haus in der entsprechenden Karte z.B. eine große Säule als Indikator dafür, dass ihr bald einen Haufen Schutt euer Eigen nennen dürft, sollte nicht bald der nächste Architekt die Hütte inspizieren!

Außerdem stehen euch Berater zur Verfügung, die euch einen schnellen Überblick über Gesundheit, Bildung und die Zufriedenheit der 5 Gottheiten (Osiris, Ptah, Seth, Ra, Bastet), Handel und Wirtschaft geben.

Außerdem werdet ihr regelmäßig vom Pharao höchst selbst oder von benachbarten Städten und Reichen um Gefallen "gebeten". Diese Gefallen beinhalten Waren- oder Geldlieferungen, selten auch Unterstützung durch Truppen bei militärischen Aktionen.

Eine Weltkarte dient als Instrument für Diplomatische Handlungen mit Nachbarstädten und Reichen. Hier versendet ihr Geschenke, handelt Handelsabkommen aus und könnt eure Handelsrouten einsehen. Außerdem seht ihr hier auch anrückende Armeen, die eure blühende Stadt dem Erboden gleich machen wollen! Seid auf der Hut!

Das Militär spielt in den meisten Missionen zwar eher eine untergeordnete Rolle, dennoch ist es Bestandteil des Spiels! Wahlweise rekrutiert ihr Bogenschützen als Hilfstruppen oder wenn ihr über Waffenschmiede und Streitwagenbauer verfügt auch Infanterie und Streitwagen. Für emsige Piraten gibt es außerdem noch Truppentransporter für Aufträge des Pharaos auf der Weltkarte und Kriegsschiffe.

Natürlich dürft ihr in gefährdeten Gebieten auch Mauern, Türme und Stadttore errichten, um euer Städtchen vor aggressiven Plünderern zu schützen!

Preiset die Götter!

Die Religion spielt in Sierras Citybuildern immer eine tragende Rolle und demnach solltet ihr den Zorn der Götter nicht auf euch lenken!

Jede Mission hat eine Art Patron, einen Hauptgott, der mehr Aufmerksamkeit wünscht, als seine Kollegen.

Osiris kümmert sich dabei um den Nil, seine Überschwemmung und den Ertrag eurer Felder.

Ptah ist meister des Handwerks und preist euch mit kostenlosen Waren und Produktionsschüben oder sorgt für einstürzende Lager!

Ra, der Sonnengott, hat eine riesige Freude daran, anderen eine Meinung über euch aufzudrängen. Stellt ihr euch mit ihm gut, steigert er euren Ruf in der antiken Welt und verhilft euch so zu einfacheren Handelsabkommen und Geschenken von benachbarten Städten.

Seht ist der Gott des Krieges! Er ist für den Kampfeswillen eurer und verfeindeter Truppen verantwortlich. Stellt euch mit ihm gut und eure Feinde werden euch fürchten!

Bastet ist die Göttin der Liebe, Fruchtbarkeit und Kunst. Sie schmeißt für euch dufte Feten im Götterreich und steigert so eure Beliebtheit bei Ra und co. oder füllt die Lager eurer Untertanen mit feinster Waren! Aber Obacht! Erzürnt ihr sie, haben eure Bewohner nichts zu lachen!

Die Nase fehlt ja garnicht!

Jawohl! Sie wurde mit Nase gebaut! Zumindest in Pharao! Die Rede ist natürlich von der Sphinx, einem der vielen Monumente, die es im Spiel gibt!

Die Monumente spielen, vor allem im späteren Spielverlauf, eine zentrale Rolle und sind meist der Antrieb für euch als Herrscher und meist auch der knackigste Punkt einer Mission.

Für große Pyramiden sind schon mal mehrere tausend Blöcke feinsten Gesteins notwendig und die wollen erstmal abgebaut, transportiert und verbaut werden!

Fazit:

Pharao zählt für mich zu den Pionieren des Citybuilder-Genres. Klar gab es zuvor schon die Cäsar-Reihe und auch Anno 1602 war bereits auf dem Markt, jedoch legte Sierra mit Pharao zum ersten Mal den Schwerpunkt auf monumentale Bauten und Ästhetik und weniger auf heute als "min-maxing" bekanntes Optimieren von Abläufen.

Ein Garten hier, eine Statue da, und hier der Tempelkomplex für Papi Osiris, so soll es sein!

 

 

 

 

 

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Wertung
Pro und Kontra
  • "easy to learn, hard to master"
  • einfacher Einstieg durch "Tutorial-Kampagne"
  • auch heute noch sehr schöne Grafik!
  • stimmige Musik, die im Gedächtnis bleibt
  • fairer, jederzeit anpassbarer Schwierigkeitsgrad in 5 Stufen
  • monumentale Bauten
  • abwechlungsreiche Maps: vom sumpfigen Nildelta bis zur steinigen Wüste
  • stimmige Warenkreisläufe, die niemals durch ihre Komplexität verwirren
  • kein Gefühl von Stillstand, man findet immer etwas zu tun
  • "easy to learn, hard to master"
  • teilweise repetitiver Spieleinstieg zum Ende der Kampagnen hin
  • kein integrierter Karteneditor (im Addon "Kleopatra" enthalten!)

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



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