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Amoklauf in Winnenden: Drill durch Ego-Shooter? : Hauptmann M. beantwortet unsere Fragen. Hauptmann M. beantwortet unsere Fragen. Immer wieder behaupten Politiker und selbsternannte Medienexperten, das amerikanische Militär setze Ego-Shooter ein, um seine Soldaten auf Kampfeinsätze vorzubereiten und ihnen die Tötungshemmung zu nehmen. Das allein zeige bereits, wie gefährlich solche Spiele sind. Wir haben dazu einen Experten befragt: Hauptmann M., dessen vollen Namen wir Ihnen aus Sicherheitsgründen nicht nennen dürfen, war zwölf Jahre Offizier bei der Bundeswehr im Bereich Ausbildung, Sicherheit und Logistik tätig, unter anderem auch in Krisengebieten im Ausland. Seit Anfang 2007 arbeitet M. als Zivilist im operationellen Bereich für die Nato in Afghanistan.

GameStar: Wie wurden Sie von der Bundeswehr auf Ihre Auslandseinsätze vorbereitet?

Hauptmann M.: In erster Linie mit Rollenspielen, in denen Stress-Situationen realitätsnah dargestellt werden. Mit Rollenspielen meine ich dabei allerdings Rollenspiele mit echten Menschen und keine PC-Rollenspiele.

GameStar: Ihre Frau ist US-Offizier im Irak. Wurde sie mit Computerspielen aufs Kämpfen vorbereitet?

Hauptmann M.: Situationen wie die, die bei einem Auslandseinsatz auftreten, kann man nicht virtuell trainieren. Das macht auch die US Army nicht. Aber natürlich gibt es Schießausbildung und dergleichen, auch mit PCs. Die computergestützte Schießausbildung dient der Ermittlung von Haltungsfehlern, die oft mit dem Auge nicht sichtbar sind, und soll die Kommunikation der Soldaten trainieren. Dabei bekommt jeder Soldat individuelle Ziele angezeigt und muss lernen, diese seinem Vorgesetzten im Feuerkampf zu melden. Außerdem lassen sich so unterschiedliche Szenarien trainieren, zum Beispiel Geiselnahmen, bei denen die Soldaten zunächst die Lage behutsam einschätzen müssen, anstatt wild herumzuballern wie in einem Ego-Shooter.

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