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Special: Amoklauf in Winnenden: Die Diskussion

Anlaufstelle für unsere Berichterstattung

Es ist traurig. Eine solche Tat wie sie gestern im Baden-Württembergischen Winnenden geschehen ist, verschlägt uns die Sprache. Treibt uns die Tränen in die Augen, macht uns hilflos.

Von Michael Trier |

Datum: 12.03.2009


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Amoklauf in Winnenden: Die Diskussion : Es ist eigentlich nicht unsere Aufgabe über die Bluttat des 17-Jährigen Tim K. zu berichten, bei der gestern 16 Menschen einschließlich des Täters ums Leben kamen. Denn schließlich sind wir ein Magazin, dass sich mit PC-Spielen beschäftigt; ein Medium, das Menschen bei allen Facetten rund um ihr Hobby begleitet.

Und genau darum müssen wir uns nun doch wieder mit Mord und Totschlag auseinandersetzen, genauer gesagt mit der medialen Diskussion über die Ursachen des unfassbaren Gewaltaktes. Denn wieder werden die ewig gleichen Geschütze von den ewig gleichen Kanonieren in Stellung gebracht und mit den ewig gleichen Behauptungen geladen und in TV und Radio auf die besorgten Menschen im Lande abgeschossen. Ziele sind Eltern, die heute Morgen Angst hatten, Ihre Kinder zur Schule zu schicken. Lehrer, die ihre Schüler nicht mehr verstehen. Und Jugendliche, die versuchen zu begreifen, was in Tim K. vorgegangen ist, der ja eigentlich so harmlos wirkte, als ruhig, unauffällig und bescheiden beschrieben wird. Sie alle warten auf eine schnelle Antwort, und zwar jetzt.

Amoklauf in Winnenden: Die Diskussion : Der TV-Sender N-TV berichtet über gefundene Killerspiele. Der TV-Sender N-TV berichtet über gefundene Killerspiele. Nur kann die niemand geben, auch und grade die mit der Situation überforderten Politiker nicht. Die fühlen sich genauso hilflos, stehen unter Druck, brauchen ein Ventil, müssen Stärke und Handlungsfähigkeit zeigen. Da bieten sich zum wiederholten Male PC- und Videospiele an. Zum einen, weil den Politikern und Rundfunk-Journalisten dieses Medium zum großen Teil fremd ist. Eine Art Grauzone, in die man beliebig viel hineininterpretieren kann, in die unbequeme Denkansätze verschoben werden, bis sie im Nebel zur Gänze unsichtbar werden. Übrig bleiben, von Kameras prima zu erfassen, Spielschachteln. Und markige Forderungen, heute etwa vom Bayerischen Innenminister Herrmann und dem Vorsitzenden der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung Hans-Dieter Schwind, die ein totales Verbot von »Computer-Gewaltspielen« fordern. Dass wir bereits die weltweit schärfsten Judgendschutz-Gesetze haben, vergessen die Herren bei ihren Forderungen nach immer mehr Verboten.

Amoklauf in Winnenden: Die Diskussion : Counterstrike Counterstrike Im Zimmer des jungen Amokläufers seien Computerspiele wie Counterstrike gefunden worden, teilte die Polizei mit. Man fragt sich, warum ausgerechnet diese Tatsache so berichtenswert ist, warum sie noch immer »Aha!«-Reaktionen nach sich zieht. Die Anwesenheit von Computerspielen in einem Teenager-Zimmer ist in etwa so überraschend, als wenn man dort DVD-Filme, ein Handy oder einen Fußball gefunden hätte. Sie sind ein vollkommen normaler Teil jugendlichen Lebens. Dass das einem Teil der Medien und der Öffentlichkeit immer noch als erstaunliches und potenziell skandalöses Faktum erscheint, sagt mehr über diese Bevölkerungsschichten aus als über die psychologische Verfassung der Jugend.

Computerspiele sind Normalität. Ein Spiel wie Counterstrike, das in Deutschland Hunderttausende von Menschen spielen, ist durch gesetzlich vorgeschriebene Prüfinstanzen gegangen und ab 16 Jahren freigegeben. Der Todesschütze Tim K. besaß es altersgerecht. Es kann und muss in die Erklärungsversuche des Amoklaufs einbezogen werden, aber nicht mehr und nicht weniger wie die Fragen nach Tim K.s sozialem Umfeld, seiner Vorgeschichte, seiner Faszination für Softair, seinem Zugang zu Waffen, der unendlichen Vielzahl von Gründen, die aus Menschen Mörder machen können.

In unserem Special zur Thematik PC-Spiele und Gewalt informieren wir Sie über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und geben Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Weiter werden wir Sie auf GameStar.de durch ständige Aktualisierungen stets auf dem neuesten Stand der Diskussion halten.

Wie empfinden Sie die Diskussion um den Amoklauf in Winnenden? Sagen Sie hier in den Kommentaren oder in unserem Forum ihre Meinung. Oder schreiben Sie uns an brief@gamestar.de. Natürlich sind auch Fragen und Anregungen willkommen.

Michael Trier, Chefredakteur GameStar
& Markus Schwerdtel, Chefredakteur GamePro

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Avatar alexandermahone
alexandermahone
#1 | 12. Mrz 2009, 13:36
DAS ist alles die Schuld von Gewaltspielen wie CounterStrike!!






...sagen sie jetzt wieder alle... da kann man sich nun wieder auf neue Gesetze und Spieleverbote gefasst machen, die im sowieso nichts bringen.

Naja auf die Plätze! Fertig! LOS!
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Avatar Lado
Lado
#2 | 12. Mrz 2009, 13:37
Ich, genau wie viele hier, wissen, dass ein sündenbock gesucht wird. Den Juden darf man die Schuld nicht mehr in die Schuhe schieben, also halten die "Killerspiele" her. Dass die Schuld jemand ganz anderes hat, will niemand wahr haben. Fragt euch nicht, warum er das gemacht hat, auch nicht, wie er an die Waffen kam, fragt euch, wer ihn zu sowas gemacht hat was er war. Waren es die Computerspiele? Dann wäre viele (+ ich), serienmörder.
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Avatar Croaker
Croaker
#3 | 12. Mrz 2009, 13:38
Ich kann sowas nicht verstehen, wieso sollte nur ein Spiel sowas hervorbringen.
Ich denke da an meine Jugend zurück ich war zwölf oder dreizehn als ich das erste mal den unzensierten Vorgänger von Soldier of Fortune 2 gespielt habe.
Und ich habe bis heute nicht das Bedürfnis, trotz Schwierigkeiten in der Schule so etwas mir nur auszudenken.
Und nein meine Eltern waren nicht verantwortungslos sowas zu mir zum spielen zugänglich zu machen. Eine Freundin war es die es auf dem Computer ihres Bruder immer spielte.
Ich durfte mir damals nicht mal Tomb Raider kaufen weil ich dazu zu jung war ^^
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Avatar turritom
turritom
#4 | 12. Mrz 2009, 13:42
Naja das was man eben von den Medien und Politikern erwartet hat ist eingetreten. Der Mob wird bedient.

Ich muss immer gleich an verschiedene Filmauschnitte denken.

Armee der Finsternis " In die Grube mit Ihm !!"

Simpsons " Ich bringe euch Liebe ! -- Er bringt uns Liebe los machen wir Ihn fertig !!"

Der Mob muss bedient werden, sie brauchen eine Antwort über die Schuldigkeit und sie muss einfach zu verstehen sein.
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Avatar Eaglesix
Eaglesix
#5 | 12. Mrz 2009, 13:43
Als ich das erste mal vom Amoklauf gehört habe, Habe ich so bei mir gedacht wie lange es wohl dauert bis wieder einem "Killerspiel" die Schuld gegeben wird.
Und siehe da !
Schon am abend wurde bei N24 berichtet das der Schütze das "berüchtigte" Counter Strike gespielt hat !
Also ist schon irgendwie Logisch wenn wie in diesem Fall keine Anzeichen usw. vorhanden waren, wird die Ermittlung schwierig. Und irgendwie muss man die Öffentlichkeit ja "beruhigen".Meistens damit dass man schon mal einen möglichen Grund für den Amoklauf hat, auch wenn man noch nix weis.Und meistens ist das nunmal, wie oben schon genannt, das Medium PC inklusive "Killerspiele" der übliche Verdächtige.

Grüße aus Österreich

Eagle
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Avatar ThunDerStrucK
ThunDerStrucK
#6 | 12. Mrz 2009, 13:46
zuallererst möchte ich sagen, dass ich es schrecklich finde was und vor allem wie der Amoklauf passiert ist. ich kann und möchte mir nicht vorstellen wie es sein muss eine mir wichtige person bei so etwas schrecklichem zu verlieren.

Ich war entsetzt als ich die nachricht hörte, ich kam gerade aus den turnuntericht in meiner eigenen schule (in österreich) und stieg ins auto meiner mutter, als gerade nachrichten liefen und natürlich über das attentat berichtet wurde. das erste, das mir durch den kopf ging, war, dass natürlich CS oder ähnliche "Killerspiele" die schuld bekommen werden. Und wie befürchtet, ich habe gerade im internet zeitung gelesen und da wurde schon heftig berichtet über CS, welches im Zimmer des Attentäters gefunden sei. Es wurde als "Killerspiel" (ohne Anführungszeichen, so als wäre es ein ganz normales wort) bezeichnet, und das trieb mich dann wieder fast zur weißglut, denn CS ist und wird niemals ein Killerspiel sein!

Ehrlichgesagt halte ich Politiker und/oder Journalisten, die Computerspiele noch immer als Killerspiele einfach nur mehr für lächerlich. Es ist mittlerweile allgemeinwissen das fast jeder Jugendliche schon mindestens einmal solche spiele gespielt hat, oder zumindestens zugesehen hat. ich persönliche sehe auch keinen unterschied zwischen spiele und zb Horrorfilme wo auch unnötig gemordet wird, und das auf viel grausamere weiße als in spiele (vor allem in CS!)

Es wird zeit, dass man sich objektiv und seriös mit dem thema computerspiele auseinandersetzt, denn es ist schon lange nicht mehr so das nur wenige nerds zocken, es ist massentauglich geworden und fast jeder tut es, egal ob auf dem computer, am handy, auf einer konsole oder im internet. Es kann einfach nicht sein, dass computerspiele der sofortige sündenbock ist und sonst nichts, denn dies ist einfach nicht so, und das sollte jeder, der halbwegs normal denken kann auch einsehen.
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Avatar Eaglesix
Eaglesix
#7 | 12. Mrz 2009, 13:48
Ich erinnere mich gerade was heute Vormittag bei N24 gesagt wurde. Tim K. flüchtet von Hubschraubern verfolgt, lieferte sich ein schießerei mit der Polizei und richtete sich anschließend selbst ! Szenen wie aus dem vom Tim K. gespielten "Killerspiel" Counter Strike".

Und jetzt frage ich mich wo man bei CS mit dem Auto fahren kann, vonn Hubschraubern verfolgt wird usw.

Die Medien reimen es sich einfach so zusammen wie sie es brauchen !!! Is doch MIST sowas.
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Avatar jägerchr1988
jägerchr1988
#8 | 12. Mrz 2009, 13:48
Mit Trauer und Entsetzen verfolge ich die Berichterstattungen über den schrecklichen Amoklauf. Man fragt sich, wie so etwas möglich ist und sucht den letzen Funken Menschlichkeit in dieser Tat. Vergebens.
Aber leider ist es klar, dass Polizei und Medien einen Sündenbock suchen. Und mal wieder müssen "Gewaltspiele" dafür herhalten. Ich glaube kaum, dass Spiele mit gewalttätigen Inhalten Grund für einen Amoklauf sind. Vielmehr sind es soziale Missstände, die jemanden zur Verzweiflung bringen können. Jeder Jugendliche, der einen Computer besitzt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Gewaltspiele. Und trotzdem läuft man nicht Amok. Die Gründe müssen woanders gesucht werden. Ich vertrete die Meinung, dass PC-Spiele eher gewaltdämpfend wirken können und eventuell zum Abreagieren wirken. Abreaktion hin oder her, zumindest lösen Gewaltspiele keine Wutanfälle aus, die in Amokläufe münden.
Vielmehr verstehe ich den Vater des Täters nicht. Wie kann man eine Baretta offen herumliegen lassen, obwohl der Sohn in psychatrischer Behandlung ist? Das finde ich verwerflich, nicht das Spielen von Gewaltspielen.
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Avatar kerberos
kerberos
#9 | 12. Mrz 2009, 13:52
Die Berichterstattung ist auch für mich eins der größten Probleme. Natürlich musste Tim K. ein Motiv haben aber warum denn bitte "Killerspiele". Ich meine das hatten wir nun schon oft genug, natürlich tun mir die Opfer leid und ich bin entsetzt darüber wie jung sie noch waren, aber auf web.de wird schon wieder riesengroßer Mist verzapft: er habe im Kampfanzug die Schule gestürmt, auf seinem PC sei CS gewesen und was mich am meisten aufgeregt hat war die Rubrik "Bilder zum Amoklauf in Winnenden". So was ist doch nur Effekthascherei der Nachrichten um die gewaltgeilen Leser aufzupuschen und die ängstlichen Leutchen die alles glauben was in einer unseriösen Zeitung in der es nur um Gewalt und Verschwörungen geht zu schockieren. Wenn schon im Radio berichtet wird "Die Polizei hat zum Fall des Amoklaufes nun endlich ein Motiv des Täters entdeckt" will ich danach nicht hören: "Auf dem PC des Täters wurden mutmaßlich Killerspiele gefunden". Das Thema Killerspiele ist doch längst veraltet und vom Tisch, nur noch für die Bequemlichkeit der Nachrichten und für den Staat und als schnelles "Die sind schuld, Fall abgeschlossen!" gut.
Ich bin für objektive Berichterstattung, die sachlich alle Tatsachen prüft. Und erst wenn es soweit ist und dann erwähnt wird Egoshooter könnten im Zusammenhang mit dem Amoklauf stehen, waren aber wahrscheinlich nur ein kleine Ursache, die in Verbindung mit den anderen Ursachen (psychische Störung, schlechte Eltern, wurde ewig gemobt, was auch immer), werde ich akzeptieren was die Medien über die Ursache des Amoklaufes im Bezug auf Killerspiele schreiben.
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Avatar HawkS73
HawkS73
#10 | 12. Mrz 2009, 13:53
Zitat von alexandermahone:
DAS ist alles die Schuld von Gewaltspielen wie CounterStrike!!






...sagen sie jetzt wieder alle... da kann man sich nun wieder auf neue Gesetze und Spieleverbote gefasst machen, die im sowieso nichts bringen.

Naja auf die Plätze! Fertig! LOS!


Die Pressekonferenz läuft ja zurzeit noch und was dort auffällt: KEINER der ermittelnden Beamten stellt das Auffinden von CS als besonders bedeutungsvoll dar!

Ganz im Gegenteil, es wird als ein NORMALER Fund für einen Jungen dieses alters betrachtet!

Mit den sich Vorort befindlichen Journalisten sieht es anders aus: teils wird mutmaßend versucht eine Verbindung zwischen der Tat und dem spielen von CS und den Gewaltvideos herzustellen.

Während die Ermittler, was man honorieren muss, Objektiv arbeiten, versuchen die Medien die übliche „Killerspiel“ Hasstirade loszutreten.

Zeigt einem mal wider WER hier Meinungsmache betreibt.
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