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Samstag, 11.07.2009
 
Previews - Rollenspiel

Dragon Age: Origins

Nach dem Scifi-Abenteuer Mass Effect finden die Rollenspiel-Experten von Bioware zurück zur Fantasy – zu einer düsteren, brutalen Variante. Dragon Age soll mit dunklem Charme das Erbe des legendären Klassikers Baldur's Gate antreten.
Auf den Zinnen einer Burg schlagen ein Mensch und ein Elf verbissen mit Schwertern aufeinander ein. Der Kampf auf Leben und Tod dient uns dazu, einen wichtigen Unterschied zu illustrieren: nämlich den zwischen Hoch-Fantasy und Dunkler Fantasy. In der Hoch-Fantasy streckt der Mensch den Elfen mit einer geschickten Finte nieder, ruft dem Sterbenden ein »Endlich! Deine Herrschaft des Bösen ist zu Ende!« hinterher, und vor dem Burgtor jubelt die Dorfbevölkerung, deren Bürgermeister schon das ausgelobte Schwert des Goldenen Kriegers unter den Arm geklemmt hat, locker in Geschenkpapier eingeschlagen.
Die taktischen Kämpfe erinnern an Baldur’s Gate: Sie blicken von oben auf das Geschehen, geben Ihren Kameraden Anweisungen und können jederzeit pausieren.
Die taktischen Kämpfe erinnern an Baldur’s Gate: Sie blicken von oben auf das Geschehen, geben Ihren Kameraden Anweisungen und können jederzeit pausieren.
Inhaltsverzeichnis
»  Einleitung
»  Die Säulen der Ehre
»  Säule 1: Handlung
»  Säule 2: Entdeckung
»  Säule 3: Konflikte
»  Säule 4: Individualisierung
»  Säule 5: Wachstum
»  Einschub: Die Gruppe
»  Säule 6: Lebensdauer
»  Fazit
Serviceangebot
» Heft-PDF
In der Dunklen Fantasy dagegen hebt der blutüberströmte Menschenkrieger mit letzter Kraft seine Klinge und hackt dem Elfen unter Donnergrollen den Kopf von den Schultern, sackt dann in der warmen Blutlache zusammen – und am Ende stellt sich heraus, dass er seinen lang verschollenen Halbbruder enthauptet hat, während lachend der Erzbösewicht aus dem Schatten tritt und spottet: »Danke, dass du das einzige Wesen getötet hast, das mich hätte stoppen können!« Dann brennt er die Burg nieder.

Seit Tolkiens Herr der Ringe gilt Hoch-Fantasy als die klassische Ausprägung des Mythen- und- Magie-Genres, Das Schwarze Auge gehört dazu und auch Dungeons & Dragons. In der Hoch-Fantasy sind Helden edel, Gut und Böse klar abgegrenzt, und auch wenn die Welt mal am Abgrund steht, siegt am Ende die Gerechtigkeit; die Völker raufen sich zusammen, und selten geht die gegenseitige Abneigung über den einen oder anderen Langohren- Witz hinaus. Die Dunkle Fantasy ersetzt die saubere Welt durch eine radikal dreckige: Hier stehen Länder am Abgrund, die Zivilisation bröckelt, Diskriminierung und Misstrauen bestimmen den Umgang, und wem von einem böswilligen Schicksal die Heldenrolle aufgezwungen wird, der kommt schnell vom Regen in die Traufe – die meisten Entscheidungen haben böse Konsequenzen, der Rest katastrophale. Zu dieser düsteren Spielart gehören The Witcher oder (mit Einschränkungen) das Warhammer- Universum. Und in Kürze das neue Spiel der Rollenspiel-Profis von Bioware: Dragon Age.

Die Säulen der Ehre

Eine der Origin-Storys: Magier beginnen das Spiel in der Akademie des »Circle«.Eine der Origin-Storys: Magier beginnen das Spiel in der Akademie des »Circle«. Fast zwei Jahre sind vergangen, seit wir Ende 2006 das letzte Mal vor Ort bei Bioware waren, um das geheimnisumwobene Dragon Age auszuleuchten. Inzwischen hat Bioware auf der E3 und Games Convention den aktuellen Stand des mehr als ein Jahr lang in der Versenkung verschwundenen Rollenspiels präsentiert – und dennoch weiß man noch wenig über den Inhalt von Dragon Age. Also sind wir einmal mehr ins kanadische Edmonton geflogen, um mit dem Design-Team zu sprechen. Und um als erster Mensch außerhalb des Bioware-Teams einen Abschnitt selbst zu spielen. Dabei haben wir Faszinierendes gesehen und viel Neues darüber gelernt, wie Dragon Age funktionieren wird – aber wir müssen auch ein paar vollmundige Ankündigungen entzaubern.
Dragon Age ist ein erwachsenes Spiel, Gegner kommen meist blutig ums Leben.
Dragon Age ist ein erwachsenes Spiel, Gegner kommen meist blutig ums Leben.
Wenn jemand von Bioware über Dragon Age zu sprechen beginnt, dann fällt über kurz oder lang das Wort vom »Nachfolger im Geiste« zu Baldur’s Gate. Die Fans hören’s mit gespitzten Ohren, denn die zweiteilige Rollenspiel- Serie von Ende der 90er- Jahre gehört zu den herausragenden Klassikern ihres Genres. Doch der Slogan ist mit Vorsicht zu genießen. Die beiden Spiele haben zunächst wenig miteinander gemein. Wo Baldur’s Gate überwiegend hell und sauber war, ist Dragon Age düster und brutal. Die Welt der Vergessenen Reiche (Forgotten Realms) ersetzt Bioware durch das selbst erfundene Land Feralden, die D&D-Regeln durch ein eigenes Spielsystem. Die 3D-Kamera schwenkt (wie in Neverwinter Nights) frei beweglich und späht meist aus einer Verfolgerperspektive, die Party fällt kleiner aus, die Taktikkämpfe basieren stark auf Gefechtstalenten. Der Vergleich mit Baldur’s Gate bezieht sich eher auf die Spielerfahrung, die an die Stärken des Klassikers anknüpfen soll. Wer verstehen will, wie diese Spielerfahrung entsteht, der muss sich die sechs Säulen ansehen, auf denen laut den Firmengründern Ray Muzyka und Greg Zeschuk jedes Bioware- Spiel steht (siehe Interview links): Handlung, Entdeckung, Konflikte, Individualisierung, Wachstum und Lebensdauer.
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Kommentare
09.11., 20:12 #1 Falkenfluegel
Also ich hätte jetzt etwas mehr Recherche erwartet. Erstens versuchst du hier nicht den Unterschied zwischen "High Fantasy" und "Dark Fantasy" zu beschreiben, denn "Dark Fantasy" nennt man einfach jede Fantasy mit Horror-Elementen. Was du meinst ist "Low Fantasy", die aber nix mit brutalität zu tun hat.

Wie du schon richtig schreibst, gibt es bei "Low Fantasy" meist kein klares gut und böse. Gleichzeitig gibt es in "Low Fantasy" aber meist auch keine Elfen, Zwerge und all diese Geschöpfe, die eigendlich ein Merkmal für "High Fantasy" sind. Das wichtigste Merkmal ist allerdings, dass "Low Fantasy" nie diesen epische Geschichte erzählt. Es steht nie die Weltenrettung im Vordergrund, sondern immer das Schicksal der Hauptfiguren.
7 | 16
09.11., 20:42 #2 Hylax
Klug geschissen.

Falls dem tatsächlich so ist, danke für die Erklärung.

Und trotzdem weiß ich noch immer nicht, ob man nun mit der Party rumläuft, oder ob die in Kämpfen nur aufeinmal aufploppt.
3 | 0
09.11., 22:17 #3 soziBrötchen
Zitat von Hylax:
Klug geschissen.

Falls dem tatsächlich so ist, danke für die Erklärung.

Und trotzdem weiß ich noch immer nicht, ob man nun mit der Party rumläuft, oder ob die in Kämpfen nur aufeinmal aufploppt.
Jup, ist es.
0 | 0
10.11., 07:13 #4 TriplelM
Nach wie vor super Preview (sogar mit der richtigen Säulenzahl^^). Freu mich schon richtig auf das Spiel.

@Falkenfluegel: Ist zwar alles vollkommen richtig. Allerdings dürfte es für die meisten Leser eher uninteressant sein (zumal man über die Story und somit den eigentlichen Knackpunkt der Definition noch nicht viel sagen kann).
3 | 0
10.11., 11:25 #5 LordGriffin
Also das klingt irgendwie alles andere als erfreulich.

Eingeschränkte Klassen, eingeschränkte Bewegung, die Rasse entscheidet alleine über die Behandlung.
Ich hoffe mal, das wird nicht der Flop, nach dem es sich momentan anhört!

Release ist vorraussichtlich Q1 2009..bei den vielen Baustellen, dürfte das enorm knapp werden.

Naja..mal sehen.
0 | 5
10.11., 11:53 #6 ForeverAutumn
Also das klingt alles nett, aber die Preview hätte man auch fast wortgleich zu jedem anderen Biowaretitel schreiben können. Interaktivere Party, belebtere/freiere Umgebung, supertaktische Kämpfe ... kommt mir alles irgendwie sehr bekannt vor und dass sich ein Titel angeblich an BG2 anlehnen soll, hört man auch bei jedem zweiten Rollenspiel ;). Mir wird weiterhin nicht klar, was an Dragonage jetzt so "düster" sein soll. Bereits viele Biowaretitel haben Stories abseits von 0815-Fantasyklischees erzählt und viele im Text angesprochene angebliche "High Fantasy"-Welten wie die Vergessenen Reiche oder das Schwarze Auge bieten sehr düstere Landstriche/Epochen in denen es nicht nur schwarz und weiß zugeht. Und mal im Ernst -> Drachen, Elfen, Zwerge, Magier ... blubb, blubb, blubb ... sry, aber das klingt jezt nicht, als wollten die das Genre revolutionieren ;)

Für mich hört sich das an wie ein weiteres hochwertiges Biowarerollenspiel, wie so viele davor.
2 | 1
10.11., 21:23 #7 Ty
Ich finde ein brillanter Artikel. Schon allein die unerwartete Einführung über das Dark-Fantasy-Setting, die ohne etablierte Formeln auskommt (im englischen wird z.B. zur Zeit alles auf die drei Wörter "dark and gritty" beschränkt und damit hats sich). Gehört auf jeden Fall zum besten was ich bislang über das Spiel gehört oder gelesen habe, direkte Entwickleraussagen ausgenommen.
0 | 2
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