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Report: Die alte Schule kehrt zurück

Revival der PC-Klassiker

Keine Woche vergeht, ohne dass eine weitere Legende der Spieleindustrie auf die Fläche tritt und tapfer verkündet, alte Spielideen auszugraben. Warum eigentlich? Lässt Nostalgie Spiele auf der Stelle treten?

Von Dennis Kogel |

Datum: 17.11.2012


Die alte Schule kehrt zurück : Gestern und morgen: Der Klassiker Wing Commander soll als Star Citizen auf PCs zurückkehren. Gestern und morgen: Der Klassiker Wing Commander soll als Star Citizen auf PCs zurückkehren.

Zum Thema » Der Crowdfunding-Boom Report zur Fan-Finanzierung » Plattform Kickstarter Vielversprechende Finanzierungen FIFA 15 ab 15,00 € bei Amazon.de »Die Rollenspiele von heute sind episch, sie sind wundervoll, aber irgendwie sind sie auch ein bisschen weniger…oldschool«, so beginnt Brenda Brathwaite, die Macherin von klassischen Rollenspielen wie Wizardry, ihr Kickstarter-Video für Shaker (Shaker bei Kickstarter), ein altmodisches Fantasy-Rollenspiel vom kleinen Studio Loot Drop. Zusammen mit Tom Hall, der an der Gründung der Doom -Schmiede id Software beteiligt war und sich einen Namen gemacht hat als Designer des eigenwilligen Science-Fiction Abenteuers Anachronox, will Brathwaite wieder da anknüpfen wo Mitte der 90er Schluss war.

Stoffkarten und große Boxen, lange Geschichten und ausgedehnte Dialoge mit Nebencharakteren. Charakterwerte und Rundenkampf und Dungeons. Ein Oldschool-Rollenspiel eben für das immerhin 200.000 Dollar Spenden über Kickstarter zusammenkommen, bevor das Projekt unterbrochen wurde, um es nochmal neu auszurichten. Brathwaite und Hall sind nicht allein in ihrem Bestreben alte Videospielideen wiederzubeleben.

Seitdem Tim Schafer Anfang des Jahres mit seinem Double Fine Adventure dafür geworben hat, dem klassischen Point & Click Adventure wieder Leben einzuhauchen, kehren immer mehr legendäre Spielemacher zurück auf die Bildfläche. David Braben möchte die prägende Weltraumsimulation Elite mit Elite: Dangerous wieder auflegen (Elite: Dangerous bei Kickstarter), der Wing-Commander-Macher Chris Roberts mit Star Citizen (Star Citizen bei Kickstarter) wieder Raumschiffschlachten schlagen, Brian Fargo mit Wasteland 2 (Wasteland 2 bei Kickstarter) einen Nachfolger zu seinem Proto-Fallout Wasteland produzieren, Gabriel-Knight-Erfindern Jane Jensen mit Moebius (Moebius bei Kickstarter) wieder Adventures machen.

Die alte Schule kehrt zurück : Das Shaker-Team bei Loot Drop. Das Shaker-Team bei Loot Drop.

Sie alle sammeln dafür Geld über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter und appellieren an die Nostalgie ihrer Fans und an die Bedeutung ihrer Namen für Videospiele. Und obwohl bis jetzt viele dieser Oldschool-Bestrebungen Erfolg und Zuspruch fanden, schwingt auch immer wieder die Frage mit: Warum eigentlich immer alte Ideen? Was macht sie so attraktiv für Macher und für Spieler und drehen wir uns damit nicht einfach im Kreis?

Die alte Schule kehrt zurück : Brenda Brathwaite und Tom Hall Brenda Brathwaite und Tom Hall Für Brenda Brathwaite haben diese Kickstarter-Projekte wenig mit Nostalgie, dafür aber sehr viel mit dem Prozess des Spielemachens selbst zu tun. »Game Designer werden inspiriert von dem, was in einem Spiel hätte passieren können. Wir werden inspiriert von Dingen, die man in Spielen anders hätte machen können und von Elementen, die wir fantastisch finden«, erzählt Brathwaite, die vor kurzem den mindestens genauso bekannten Spielemacher John Romero heiratete. »Und ja, es gibt wirklich viele Designer, die gerade an ihren Kickstarter-Projekten arbeiten und viele von ihnen wollen ein Spiel machen, das an die Spiele erinnert, die sie bekannt gemacht haben oder die ihnen die meiste kreative Erfüllung gaben. Wir lieben es die Art Spiele zu machen, die wir auch mit Liebe spielen.«

Und genau an diesen Spielen hat es für namhafte Entwickler in den letzten zehn Jahren stark gemangelt. »Viele Spiele, die heute entwickelt werden, sind einfach nicht das, was Game Designer machen würden wenn sie freie Hand hätten«, erklärt Brathwaite. Zusammen mit Tom Hall und ihrem Studio Loot Drop hat sie Facebook-Games wie das vor kurzem eingestellte Ghost Recon Commander entwickelt.

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Avatar Greaser
Greaser
#1 | 17. Nov 2012, 10:21
Ja, ich bin ein Star Citizen - und ja, ich fliege gerne altmodische Kampfeinsätze wie in Wingcommander und spiele den Weltraumforscher - das mache ich aktuell immer noch mit dem Freelancer Discovery-Mod.

Ich finde, man braucht hier gar nicht mit einem Begriff wie "oldschool" jonglieren - denn im Grunde sind ja fast alle neuen Spiele "oldschool". Weil seit Anbeginn immer wieder die selben Mechanismen aufgewärmt werden.... das geht ja schließlich soweit, dass sich kein Spielemacher trauen darf - egal ob bei Shootern oder Rollenspielen - altgewohnte Tastatur-Belegungen zu verändern...

Wie man an der Nummerierung von Erfolgsreihen sehen kann, werden immer wieder gleiche Spiele modifiziert und optisch aufpoliert auf den Markt geschoben - da macht es durchaus Sinn, wie Chris Roberts, an alte Erfolge anzuknüpfen und seinen Fans ein zeitgemäßes Universum zu bauen...

Da wären andere durchaus auch gut beraten - etwa Disney als Lucas-Aufkäufer... in den Internetforen schwirren tausende von alten X-Wing-Piloten umher, die ähnlich reagieren würden, wie Roberts "Wingmen"... Die haben übrigens pro Nase im Schnitt gut 70 Dollar riskiert...
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Avatar blackhunter1212
blackhunter1212
#2 | 17. Nov 2012, 10:21
Ich kann den Trend nur begrüßen ...
Meine Kindheit lebt so wieder auf :)
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Avatar Senekha
Senekha
#3 | 17. Nov 2012, 10:23
Ich halte Kickstarter schon fast für die letzte Rettung guter Spieleideen. Das ist natürlich übertrieben, gibt es noch immer sehr gute AAA Titel. Das C&C Generals 2 F2P wird, und Ubisoft in jedes (auch Singleplayer) Spiel einen Ingame Shop einbauen will, zeigt aber die miese Richtung in die das alles geht.

Durch Plattformen wie Steam konnten die Indieentwickler bereits richtig aufleben, das Budget für WIRKLICH gute Titel hat aber noch gefehlt. Da kommt Kickstarter genau richtig. Hier kann neues und totgeglaubtes neu auferstehen, und mal wieder frischer Wind durchs Spielegenre gehen. Wie gut oder schlecht das funktioniert muss sich natürlich noch zeigen, Titel mit hohem Budget wurden von Kickstarter noch nicht umgesetzt. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Ein großer Pluspunkt ist, dass die Entwickler das Spiel bauen können was sie bauen wollen. (Obsidian z.B., die Kickstarter nicht nötig hätten, mit ihrem Project Eternity.) Dadurch erhält das Projekt auch vom Entwickler natürlich ein großes Plus, und Herzblut hat bei einem Spiel - erst recht in der Entwicklung - noch nie geschadet.

Dabei muss man aber immer kritisch bleiben. Gerade das Shaker-Team hat gezeigt wie mans nicht macht. Einfach mal irgendetwas einstellen, nichtmal einen Namen, eine Welt, eine Hintergrundgeschichte oder irgendein Artwork (ok, ein schlechtes gabs) gab es anfangs - man hat förmlich gesehen das sie nur auf der Welle mitschwimmen... ja quasi schmarotzen wollten. Dann habens sie es nach der hälfte der Zeit abgebrochen, und meinten, dass sie lieber mit etwas stärkeren zurückkommen wollen. Wille und Herzblut sieht anders aus, da beißen sich andere viel viel mehr an ihrem Projekt fest und versuchen das durchzudrücken.
Und das ist zum Glück auch den Backern (wird das jetzt eigentlich eingedeutscht? :D) aufgefallen.

Kickstarter ist ne gute Sache. Ich schaue mittlerweile wöchentlich rein (bzw. durch Star Citizen mehrfach täglich, es gibt ja täglich mehrere Updates). Ich freu mich auf mehr! :)
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Avatar Jcfr
Jcfr
#4 | 17. Nov 2012, 10:41
»Die Rollenspiele von heute sind episch, sie sind wundervoll, aber irgendwie sind sie auch ein bisschen weniger…oldschool« - dieser Meinung kann ich mich voll anschließen.
Es stimmt schon, moderne RPGs sind massenkompatibler und simpler geworden. Das muss nicht unbedingt immer etwas schlechtes sein, was Genrerepräsentanten wie Mass Effect beweisen.
Dennoch erinnere ich mich noch häufig wehmütig an alte Schwergewichte wie Baldur's Gate oder icewind Dale, wo man schon mal Stunden an einen mächtigen Gegner verbracht hat und bei jedem neuen Versuch seine Strategie ein wenig angepast hat.
Allein die Zusammenstellung einer eigenen Party hat bei Icewind Dale 'ne Stunde in Anspruch genommen.
Heutzutage sind RPGs da mehr Lite - wie Dragon Age (was trotzdem großartig ist). Drei Charakterklassen, eine Handvoll Spezielisierungen und das war's.
Umso mehr freue ich mich auf die Enhanced Edition von BG und vor Allem auf dessen Nachfolger BG2 - dem immernoch besten RPG ever!
Was wieder einmal beweist: Neu ist nicht immer besser.
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Avatar Deathsnake
Deathsnake
#5 | 17. Nov 2012, 10:46
Ich mag diesen Trend. Die heutigen Spiele bereiten mir keinen Spass. Singleplayer Titel bei denen ich Mplayer spielen muss um ein gutes Ende zu sehen (Mass Effect 3) oder 3-4 Std Singleplayer weil das Spiel lieber die Mplayer-Kunden mit DLC sehen will (Battlefield 3, Call of Dutys)

Ich hab für Star Citizen 100 Euro bisher gezahlt und werde auch wahrscheinlich auf die Constellation Upraden und nochmals 100 Euro investieren - warum? Weil mich da diese Art von Spielen anspricht. Eine Singleplayer Kampagne die ich beenden kann und eine Mplayer Variante bei der ich nicht Runde um Runde bei den immer gleichen Karten spiele sondern ein Universum erforsche, Piraten jage und immer wieder neues entdecken kann.

Da Disney ja angekündigt hat das man die Lizenzen von Lucasarts verkaufen bzw. vermieten will, dachte ich an Telltale Games und Double Fine - die sollen sich die Monkey Island, Maniac Mansion und Indiana Jones Lizenz holen. Evtl. noch Full Throttle und ja, diese Adventures kaufe ich. Genauso wie Totally Games sich die TIE Fighter und X-Wing Lizenz holen sollte, Raven Studios die Jedi Knight. Schließlich haben ja genau diese Studios die Vorgänger gemacht.

Ein paar Leute fehlen noch - ein Andy Hollies soll sein Rennhelm weglegen und wieder eine Sim machen - Longbow 3? F-15? GIVE!

Und Kickstarter : Star Citizen hat bereits heute nacht die 4 Millionen überschritten. Durchschnittlich hat jeder Spieler ca 75 Euro gezahlt. Das ist mehr als ein Konsolenspiel kostet. Wo sind die Raubkopierer und PC Schmarotzer @ EA, Ubisoft und Co? Modding Tools kommen für Star Citizen - aber nicht für Battlefield 3 @ DICE? Wenn ihr weiter so auf euere Kunden zugeht, bin ich gern bei Kickstarter Backer und zahl diesen kleinen Studios oder Indie Programmieren gerne die Spiele. Und wenns gut ist, ist es mir auch weit mehr wert als 40-50 Euro die heutige AAA-Spiele kosten aber im Grunde dasselbe Spiel ist das 1 Jahr zuvor erst raus kam. Denkt mal drüber nach. Hier sind die Kunden! Ich hab bereits bei Steam Greenlight eine menge Spiele bewertet da bekommt man feuchte Augen was da von den kleinen kommt: ein Wipeout Klon, ein Cannon Fodder mit UE3 Grafik, ein Autorennen ala Interstate, andere Autorennen die an Crazy Cars und Death Rally erinnern, Jump & Shoots ala Turrican, Shoot em Ups ala R-Type. Wozu braucht man da Publisher wenn diese kleinen solche Spiele bringen???

PS: Sorry es sind bei Star Citizen schon knapp 4.1 Million ;)
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Avatar Rawoe
Rawoe
#6 | 17. Nov 2012, 10:49
Ich begrüsse das auch, wenn die neuen Umsetzungen die Qualität der alten Spiele halten, bin ich dabei.
Star Citizen ist zur Zeit das Spiel, was ich am sehnlichsten erwarte, ich mochte die alten Spiele Privateer und Wing Commander sehr gerne, Privateer wegen der Handelskomponente noch etwas mehr.
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Avatar BoMbY
BoMbY
#7 | 17. Nov 2012, 11:01
Mehr als 3 Millionen für Star Citizen? Das war gestern, liebe Gamestar. Heute sind es bereits mehr als 4 Millionen ... :)
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Avatar BigYundol
BigYundol
#8 | 17. Nov 2012, 11:02
Aus "crowd funding", das heute ja noch völlig in den Kinderschuhen steckt könnte was grosses, ja grossartiges werden.

Warum?

Weil damit die Visionäre dieser Welt nicht mehr auf Gedeih und Verderb auf die wenigen reichen Säcke angewiesen sind!

Ich müsste lachen wenn sich die PC-Gaming-Community in absehbarer Zeit ihre Wunschspiele einfach selber finanziert und die Publisher bald zukünftig zu grossen Teilen links liegen lassen XD

Apropos was ich an "crowd funding" sehr spannend finde ist, dass man die Entstehung vieler dieser Projekte fast hautnah miterleben kann und vorallem auch die Entwicklung beeinflussen kann! (Siehe z.B. den grandiosen, aber bisschen zu kurz und daher überladen geratenen Film "Iron Sky" =) )
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Avatar Xentor
Xentor
#9 | 17. Nov 2012, 11:05
Hab ich total nix gegen, wie sieht denn die Gegenoption aus?
Immer mehr FtP(ay), immer mehr CoD MW artige Singleplayer (Ich mein jetzt nicht das Genere oder die Spiele selbst, ich meine die kurzen Singleplayer contents).
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Avatar Funeral Cuervo
Funeral Cuervo
#10 | 17. Nov 2012, 11:07
Ich kann nur sagen: Gott sei dank! Es sollten eigentlich noch mehr alte Legenden wieder PC-Spiele entwickeln. Ich habe einfach die Schnauze voll von all den Fließbandproduktionen, wo ich das Gefühl haben dass diese nach Marketingkonzepten entwickelt wurden und nicht Spielspaß. Die großen Publisher trauen sich ja kaum noch an frische Konzepte ran. An fast jedem Spiel hängt ne mittlerweile ne Nummer dran. Ganze Genres sterben aus, Echtzeitstrategiespiele wie Age Of Empires 2 habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen. Wirtschaftssimulationen fristen auch nur noch ein Nischendasein und vernünftige Flugsimulatoren oder Weltraumspiele sind schon seit Jahren tot, weil nur noch auf den "Markt2 gekuckt wird.
Von daher kann ich es nur begrüßen, wenn all die ganzen Legenden mit ihren Ideen, auf Plattformen wie Kickstarter die finanziellen Mittel bekommen, um diese auch umzusetzen.
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