Age of Empires Online - Free2Play

Echtzeit-Strategie  |  Release: 16. August 2011  |   Publisher: Microsoft Game Studios
Seite 1 2   Fazit Wertung

Age of Empires Online im Test

Irrfahrt in die Free2Play-Antike

Viel (und beinahe gutes) Spiel für zunächst überhaupt kein Geld: Age of Empires Online offenbart im Test nicht nur einen gewaltigen Free2Play-Umfang, sondern auch ärgerlich viele Schnitzer im Spieldesign.

Von Jochen Gebauer |

Datum: 01.09.2011


Zum Thema » Kontrollbesuch Darum haben wir AoEO aufgewertet » Test-Video zum Spiel Kommentierte Spielszenen & Fazit » Interview mit Chris Taylor »Mikrotransaktionen fliegen raus« » Videos zu Age of Empires Online Let's Plays und Trailer Die Idee ist eigentlich ebenso simpel wie genial: das unverwüstliche Spielprinzip von Age of Empires, eine ordentliche Prise Online-Rollenspiel und das Ganze zumindest in der Grundausstattung gratis. Was soll da schon schiefgehen? Wer jetzt »unerwartet viel« gesagt hat, darf als Orakel nach Delphi ziehen - denn vom unverwüstlichen Spielprinzip einmal abgesehen, funktionieren viele elementare Aspekte von Age of Empires Online in der Release-Version entweder gar nicht oder noch nicht.

Dabei hinterlässt die schöne neue Online-Welt zunächst einen guten Eindruck. Okay, schön im herkömmlichen Sinne ist sie nicht, aber der drollige Comic-Look mit Anleihen bei Team Fortress 2 wirkt stimmig und überrascht auch nach mehreren Spielstunden noch mit niedlichen Details und Animationen. Haben wir uns für ein Kulleraugen-Volk entschieden - aktuell stehen mit Griechen und Ägyptern zwei Zivilisationen zur Auswahl, weitere sollen per Updates folgen - landen wir in unserer Hauptstadt.

Kontrollbesuch mit neuer Wertung
Wir haben Age of Empires Online im Spätsommer 2012 einem Kontrollbesuch unterzogen (zum Artikel). Die zwischenzeitliche Umstellung auf ein echtes Free2Play-Modell und neue Inhalte schlagen sich in der neuen Wertung (73 statt 70) nieder.

Age of Empires Online
Als Premium-Kultur wie hier die neu eingeführten Babylonier starten wir direkt auf Stufe 20 und sparen viel Zeit.

Dort lümmelt neben dem Palast ein weißhaariger Sokrates-Verschnitt mit einem dicken gelben Ausrufezeichen über der Birne, das wir sofort als universelles Quest-Symbol identifizieren, und schon stecken wir mitten in unserer ersten Mission.

Die KI findet nicht mal ihren Hintern

Auch bei den Echtzeit-Einsätzen gibt Age of Empires Online zu Beginn eine gute Figur ab. Kein Wunder, haben die Entwickler doch das bewährte Spielprinzip nahezu unangetastet aus den Vorgängern übernommen. Wer jemals ein Age of Empires gespielt hat, der findet sich auch in der Online-Variante in Windeseile zurecht, schickt Dorfbewohner auf Holz- und Nahrungssuche, zieht neue Gebäude hoch, bildet eine Armee aus und erinnert sich plötzlich an längst vergessene Tastaturkürzel und optimale Baureihenfolgen. Und da die anfänglichen Missionen als Tutorial dienen, kommen auch Neulinge prima klar. Endlich, denken wir nach den ersten drei, vier Einsätzen, endlich wieder Age of Empires!

Die Ernüchterung folgt prompt: Was ist denn mit der KI passiert? So strohdämlich war die doch früher nicht. Zugegeben: Als Age of Empires 3 erschien, war Gerhard Schröder noch Bundeskanzler und viele Finanzexperten hielten es für eine ausgezeichnete Idee, Geld bei den Lehman Brothers anzulegen. Also spielt uns da eventuell die Nostalgie einen Streich? Nach einem kurzen Besuch des Dachbodens mit anschließender Installation des Klassikers wissen wir: nein, tut sie nicht. So unkoordiniert, passiv und teilweise geradezu selbstzerstörerisch ging die KI selbst im sechs Jahre alten Vorgänger nicht zu Werke.

Age of Empires Online : Viel Taktik ist in den Schlachten nicht gefragt. Wer mehr Truppen hat gewinnt meist. Viel Taktik ist in den Schlachten nicht gefragt. Wer mehr Truppen hat gewinnt meist. Ein Beispiel: Befehlen wir unserem Heer den Angriff auf einen feindlichen Wachturm, macht es sich eifrig an die Ausführung, das Bauwerk wankt und fällt, soweit brav gemacht. Aber sobald der anvisierte Wachturm zerstört ist, wird die ganze Truppe umgehend gehirnalbern. Anstatt die inzwischen angerückten feindlichen Bogenschützen und Speerkämpfer anzugreifen, dreschen unsere Soldaten munter auf Felder, Dorfbewohner und Lagerhäuser ein.

Konsequenz: Wer nicht wirklich jede Aktion seiner Truppen bis ins kleinste »nein, dieses Wohnhaus ist im Augenblick eher ungefährlich, greift stattdessen lieber den Axtkämpfer da hinten an«-Detail selbst festlegt und nebenbei höllisch aufpasst, dass die ganze Mischpoke aufgrund der unzureichenden Wegfindung nicht buchstäblich in die Pampa trödelt, der stellt irgendwann konsterniert fest, dass seine gigantische Armee soeben von ein paar mickrigen Keulenkriegern umgehauen wurde. Weil man ja diese ungeheuer gefährlichen Bauernhäuser zu bekämpfen hatte. Argh!

Die Missionen: Manchmal spannend, originell und fordernd

Im Zusammenspiel mit den passiven KI-Gegnern, die alle Jubeljahre mal ein Suizidkommando vorbeischicken, sorgt dieser übertriebene Zwang zum Mikromanagement dafür, dass wir die meisten Einsätze streng nach Schema F spielen: nämlich in aller Ruhe ein gewaltiges Heer auf die Beine stellen und die KI damit völlig strategielos überrollen.

Gerade in den ersten Stunden gestaltet sich Age of Empires Online deshalb zäh wie Schuhsohle. Nahezu jede Mission spielt sich identisch und wir verbringen einen erheblichen Teil unserer Zeit damit, sehr häufig auf den Button zum Einheitenproduzieren zu klicken.

Glücklicherweise bessert sich das Missionsdesign im weiteren Spielverlauf dramatisch; dennoch zündet Age of Empires Online nur dann so richtig, wenn es den kompletten Aufbau-Aspekt ignoriert und uns beispielsweise lediglich mit Wachtürmen und Dorfbewohnern bewaffnet Tower Defense spielen lässt oder ein ägyptisches Kamelrennen inszeniert. Das ist spannend, originell und tatsächlich fordernd; in den meisten klassischen Einsätzen hingegen müssen die Entwickler künstlich tricksen, um die Schwächen der KI wenigstens leidlich zu kaschieren.

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Avatar $ebbi
$ebbi
#1 | 01. Sep 2011, 13:35
Ein gescheites AoE 4 von Ensemble wäre mir lieber.
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Avatar Kamerad
Kamerad
#2 | 01. Sep 2011, 13:39
Damit geht meine Lieblingsspieleserie unrühmlich zu Ende. Schade!
Vermutlich ist sogar die AoE2 KI immer noch besser als die von dem Spiel...
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Avatar Rock Lee
Rock Lee
#3 | 01. Sep 2011, 13:41
Was ein Griff ins Klo!
Eine Schande, dass sich so ein Schund Age of Empires schimpfen darf! -.-
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Avatar Greasel
Greasel
#4 | 01. Sep 2011, 13:43
Ich bin mit AoE aufgewachsen und wollte natürlich auch den neuesten Vertreter Testen.
Da ist es natürlich super dass man das sogar erstmal kostenlos darf.
Das Gameplay fühlt sich echt wie eine Mischung aus Age2 und Age3 an, also sehr schön.
Allerdings kann man als Gratis-spieler keine Multiplayermatches gegen einen Freund starten, dass ärgert schon sehr.

Ich werde mit dem Kauf noch einige Zeit warten bis AoeO auch mal ungefähr so viele Völker bietet wie die Vorgänger.
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Avatar Elrond
Elrond
#5 | 01. Sep 2011, 13:48
Zitat von $ebbi:
Ein gescheites AoE 4 von Ensemble wäre mir lieber.


Aber mit Free-to-play, pay-to-win macht man heute das Geld. Wozu also ein Risiko eingehen? ^^
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Avatar GSF
GSF
#6 | 01. Sep 2011, 13:54
Zitat von Elrond:


Aber mit Free-to-play, pay-to-win macht man heute das Geld. Wozu also ein Risiko eingehen? ^^



Ganz richtig...

Ich hoffe das Gas Powered Games das Potenzial, dass laut Daniel noch im Programm steckt, auch ausnutzen wird und es vllt wenigstens noch auf 80er-Wertungsniveau bringt. Zudem sind die Premium-Packs wirklich exorbitant teuer, 20 Euro für ein Volk sind schon horrend.
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Avatar Jan01
Jan01
#7 | 01. Sep 2011, 14:04
Ich habs mal angespielt hauptstadt auf level 9 ca 20- 30 level ist echt superlangweilig, ki ist mist von der comicgrafik will ich erstmal garnicht anfangen. nichts gutes bei.

Ich verstehe auf keinen fall wie das spiel eine wertung von 70pkt bekommen kann. "wo ist der kritische gamestar test hin. wann verlor er seinen sinn."
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Avatar Dorman
Dorman
#8 | 01. Sep 2011, 14:19
Schade, dass die ehrwürdige AoE-Serie so verwurstet wird.
Onlinegame, Games for Windows Live-Zwang, Comicgrafik.

Für was muss man bei AoE-Online alles zahlen (läuft komplett über den XBoxMarktplatz...) ?

1. Einzeln für JEDE Zivilisation.
2 Zivilisationen sind bereits erhältlich, 2 weitere soll es bis zum Ende des Jahres geben.
Kosten: je 19,99 Euro
Wer irgendwann alle spielen möchte, zahlt also 79,96 Euro.
2012 werden sicher noch weitere Zivilisationen hinzukommen.

2. Booster Packs
Missionpacks müssen jeweils einzeln erworben werden. Bereits erhältlich ist Verteidigung von Kreta.
Kosten: je 9,99

3. Erweiterungspacks
Diese beinhalten u.a. PvP-Features.
Bereits erhältlich ist Gefechtshalle.
Kosten: ab 9,99 Euro

4. Imperium-Extras
Dies sind rein dekorative Packs
Kosten: jeweils 4,99 Euro

http://marketplace.xbox.com/de-DE/Product/ Age-of-Empires-Online/66acd000-77fe-1000-9115- d8044d530fa3?nosplash=1&downloadType=GameAddon #LiveZone
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Avatar Solospike
Solospike
#9 | 01. Sep 2011, 14:24
das Problem ist auch die stark schwankende KI, wenn man in einer frühen Mission von Eliteeinheiten überrollt wird und keine Chance hat sich zu wehren, aber in den Missionen davor einfach massig Einheiten gebaut hat und ins Feindeslager hereinspaziert ist, ist das nicht nur schlecht, sondern unprofessionell programmiert
in AoE2 gabs für jede Mission eine Lösungsweg, man musste ihn nur herausfinden, selbst wenn man seine eigenen Verbündeten, so lange sie noch welche waren, töten musste... die Grafik ist Geschmackssache, aber nur 2 bzw. 1 Volk/Völker sind für eine AoE einfach lächerlich und unwürdig
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Avatar GDI121
GDI121
#10 | 01. Sep 2011, 14:25
Zitat von $ebbi:
Ein gescheites AoE 4 von Ensemble wäre mir lieber.


Ensemble Studios wie ich euch vermisse...
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Details zu Age of Empires Online

Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: Echtzeit-Strategie
Release D: 16. August 2011
Publisher: Microsoft Game Studios
Entwickler: Gas Powered Games
Webseite: http://www.ageofempiresonline....
USK: keine Angabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 586 von 5683 in: PC-Spiele
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