Zum Thema » Planetary Annihilation: Titans im Test Der andere Erbe von Supreme Commander Ashes of the Singularity kommt genau zur rechten Zeit. Heutzutage kann man als Echtzeitstratege nicht einmal mehr gemeinsam mit den Oldschool-Rollenspielern und den Weltraumpiloten über seine Sorgen jammern - deren »tote« Genres haben längst ihre triumphale Crowdfunding-Rückkehr gefeiert! Nur die Strategie wartet immer noch auf ihren Heilsbringer.

Planetary Annihilation war ein wackerer Versuch, das Genremonster Supreme Commander zu beerben, reichte an dessen Größe aber nicht heran. Jetzt wagt Ashes of the Singularity den nächsten Anlauf: Mit riesigen Schlachten und turmhohen Supereinheiten, die am großen Vorbild keinen Zweifel lassen. Wir prüfen im Test, on Supreme Commander endlich seinen Nachfolger gefunden hat.

Tausendundein Panzer

Wem bei Starcraft 2 schon vom Zuschauen schwindlig wird, der dürfte sich in Ashes of the Singularity sofort zuhause fühlen. Die einzelne Einheit ist hier nichts als ein winziges Zahnrädchen im Getriebe unserer Kriegsmaschinerie und will ganz bestimmt nicht auf Sekunde und Pixel genau manövriert werden. Wenn riesige Divisionen über noch riesigere Karten walzen, liegt der strategische Anspruch woanders: Wir müssen schlaue Angriffsrouten planen, dem Feind in die Flanke fallen, seine Streitmacht mit der Zusammenstellung unserer eigenen kontern.

Ashes of the Singularity : Das Spiel dreht sich vor allem ums Erobern solcher Ressourcenpunkte. Das Spiel dreht sich vor allem ums Erobern solcher Ressourcenpunkte. Ziel ist immer, möglichst viele der Ressourcenpunkte einzunehmen, die ähnlich wie in Company of Heroes über die ganze Karte verstreut sind. Noch wichtiger sind nur die Turinium-Generatoren. Wer davon mehr hält als der Gegner, dessen Siegpunkte ticken langsam bis zum Triumph nach oben. Ashes of the Singularity ist also kein Spiel für Basenbastler, hier steht ständiges Expandieren auf dem Plan.

Das funktioniert auch richtig gut und sorgt für spannendes Tauziehen. Selbst gegen die KI, die überraschend gnadenlos spielt und uns wirklich fordert. Die Wirtschaft funktioniert übrigens - wie könnte es anders sein - wie in Supreme Commander: Solange wir mehr pro Sekunde fördern, als unsere aktiven Bauprojekte vom Konto saugen, lassen wir einen endlosen Panzerstrom vom Stapel. Titanische Materialschlachten sind also vorprogrammiert.

Groß, aber auch tief?

Gewaltig sind die Gefechte von Ashes of the Singularity zweifellos, aber bei der Einheitenriege bleibt es weit hinter Supreme Commander zurück. Gerade mal zwei arg ähnliche Fraktionen stehen zur Wahl, und die auch noch mit jeweils nur 15 Einheiten im Hangar - gerade genug, um alle Standardrollen wie »Artillerie« und »Bomber« abzudecken. Seeschlachten gibt's keine und umfangreiche Technologie-Entwicklung fehlt ebenfalls. Wir bauen Forschungszentren und stecken die produzierten Quantenpunkte in sechs banale Entwicklungen wie mehr Schaden oder mehr Rüstung für alles.

Ashes of the Singularity
Richtig anspruchsvoll wird Ashes of the Singularity, wenn wir riesige Schlachten an mehreren Fronten schlagen müssen.

Wobei hier trotzdem eine interessante Abwägung ins Spiel kommt: Mit den gleichen Punkten erhöhen wir nämlich auch unser Truppenlimit und bezahlen Spezialfähigkeiten wie Orbitalschläge. Und immerhin sind auch die kolossalen Supereinheiten in Ashes of the Singularity mit von der Partie. Mehr noch als alle anderen Truppen müssen wir sie sehr sorgsam bewegen. Bis die schwerfälligen Kolosse mal an der Front ankommen, könnte die aktuelle Schlacht schon vorbei sein, also müssen wir vorausschauend planen. Trotzdem fühlt sich unser Arsenal insgesamt einfach etwas mager an, und das nicht nur im Vergleich zu Supreme Commander.