Diablo 3 Necromancer :

Zum Thema » Kolumne zu den D3-Seasons Warum Blizzard dringend gegensteuern muss Diablo 3 ab 13,99 € bei Amazon.de Wie groß war meine Vorfreude! Diablo wird 20 Jahre alt und Blizzard kündigt via Twitter an, dass die Blizzcon für alle Fans des Action-Rollenspiels »wirklich cool wird«.

Wenn eines der renommiertesten Entwicklerstudios der Welt etwas »wirklich Cooles« verspricht, dann rechne ich mit so Einigem. Aber ganz sicher nicht mit einem Pixel-Retro-Dungeon für Diablo 3. Und noch weniger mit einem »Character Pack«-DLC, der lediglich eine neue Heldenklasse ins mittlerweile fast fünf Jahre alte Hack&Slay integriert.

Ich bin enttäuscht. Und wenn ich mir die Kommentare zu unseren Blizzcon-Artikeln anschaue, dann geht es offenbar nicht nur mir so.

Aber ist das fair? Schließlich erfüllt Blizzard mit dem Totenbeschwörer einen langgehegten Community-Wunsch. Und den kompletten Dungeon aus dem Original-Diablo als kostenloses Update für den dritten Teil zu veröffentlichen, ist nach normalen Maßstäben doch ein vorbildlicher Fan-Service.

Für Blizzard gelten andere Regeln

Aber genau hier liegt der Schneehase im Pfeffer: Bei Blizzard gelten für mich keine normalen Maßstäbe! Von einem Studio, das mit Diablo 2, WarCraft 3 und Hearthstone gleich drei meiner absoluten Lieblingsspiele entwickelt hat, erwarte ich nun mal nicht weniger als das Bestmögliche. Und für den Diablo-Retro-Level oder den Totenbeschwörer-DLC fallen mir eine Menge Adjektive ein, aber »bestmöglich« gehört mit Sicherheit nicht dazu.

Nein, Blizzard war noch nie der große Innovator, aber dafür eben immer ein Perfektionist. Nicht nur ich als Spieler hatte einen Anspruch an die Entwickler, auch die Entwickler hatten einen Anspruch an sich selbst. Es gab schon eine Menge Action-Rollenspiele vor Diablo, aber keines davon hatte sich derart »richtig« angefühlt. Frozen Throne ist für mich bis heute der Maßstab, was ein Strategie-Addon leisten kann. Und Hearthstone spiele ich nun schon seit Jahren jeden einzelnen Tag, auch das habe ich zuvor noch nie erlebt.

Diablo 3 Necromancer : Der Autor

Heikos erste Begegnung mit Blizzard-Spielen war 1993 Lost Vikings auf dem Amiga. Also zu einer Zeit als Blizzard noch gar nicht Blizzard hieß, sondern Silicon & Synapse. Seitdem hat er jeden einzelnen Titel der Kalifornier durchgespielt, so weit möglich. Am meisten Lebenszeit wanderte dabei in die Diablo-Serie, inzwischen aber dicht gefolgt von Hearthstone. Am meisten freuen würde er sich aber über WarCraft 4.

Klar, auch Blizzard hat nicht immer alles richtig gemacht. Aber selbst bei ihren Fehlern wie dem Diablo-3-Auktionshaus waren sie doch immer ambitioniert und wollten etwas Besonderes erreichen. Und zwei DLCs zum 20-jährigen Diablo-Jubiläum sind für mich vieles, aber ganz sicher nicht ambitioniert.

Sondern sie wecken zumindest bei mir den Eindruck, dass sich Blizzard auf seinen Lorbeeren ausruht und nur noch das Erreichte verwaltet. Hier ein neues Kartenpaket Hearthstone, dort ein weiteres Addon für World of WarCraft, dazu regelmäßig Charakter- und Missions-DLCs für Overwatch, StarCraft 2 und jetzt auch noch Diablo 3. Wo sind die Großprojekte, auf die ich mich freuen kann? Vielleicht gibt es sie ja - aber zu sehen bekomme ich sie nicht.

Wirtschaftlich vernünftig, trotzdem enttäuschend

Ja, mit dieser Strategie der kleinen Inhaltshäppchen ist Blizzard in den vergangenen Monaten und Jahren rein finanziell gesehen überaus gut gefahren und wird es wahrscheinlich auch in Zukunft.

Insofern mag wirtschaftlich betrachtet absolut nachvollziehbar sein, dass es den Totenbeschwörer nur in Form eines DLCs und nicht als Teil eines richtigen Addons gibt. Geschweige denn eines Diablo 4. Aber Blizzard darf sich genauso wenig wundern, dass viele ihrer Fans von der diesjährigen Blizzcon enttäuscht waren.

Enttäuschte Fans sind immer im Warnsignal. Auch und insbesondere für Blizzard. Als Fan der ersten Stunde hoffe ich deshalb, dass sie die richtigen Schlüsse aus dem überwiegend negativen Feedback ziehen. Und nein, das sind keine weiteren »Character Packs« für Diablo 3.