Diablo 3 - PC

Action-Rollenspiel  |  Release: 15. Mai 2012  |   Publisher: Activision Blizzard

Kolumne: Diablo 3 nach Patch 1.0.3

Frustschutzmittel, bitte!

Petra Schmitz schmettert einen Abgesang aufs »alte« Diablo 3 und legt alle ihre Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte aufs »neue«.

Von Petra Schmitz |

Datum: 21.06.2012


Diablo 3 nach Patch 1.0.3 :

Zum Thema » Diablo 3 - Auktionshaus Special zum Item-Marktplatz Diablo 3 ab 13,12 € bei Amazon.de Patch 1.0.3, da bist du ja endlich! Und ich hoffe, du schenkst meiner armen Seele Frieden. Oder zumindest ein Diablo 3 , das mir wieder Spaß macht. Den hatte ich tatsächlich mal, auch wenn ich mich fast nicht mehr daran erinnern kann. Aber mein Meinungskasten im Test beweist es. Ich hatte Spaß! Genau bis zu dem Punkt, als mir klar wurde, wie dreist Blizzard das ganze Spiel auf das (Echtgeld-)Auktionshaus ausgelegt hat.

Göttliche Komödie

Klar, auch in Diablo 2 haben wir monatelang auf Hölle nach cooler Ausrüstung gefarmt und das Spiel so manches Mal für seine Knauserigkeit verflucht. Aber da stimmte die Gegnerbalance auch noch und ich konnte mich auf Duriel und Andariel und so weiter stürzen und berechtigterweise hoffen, dass über kurz oder lang (eher lang) was Cooles für meinen Charakter abfallen würde.

Diablo 3 nach Patch 1.0.3 : Petra Schmitz Petra Schmitz Für Diablo 3 auf »Inferno« galten schon fast die berühmten Worte, die in Dantes göttlicher Komödie über dem Eingang zur Hölle prangen »Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!« Oder besser: »Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung auf coole Beute für euren Helden fahren!« So stimmte es. Zumindest für mich. Zumindest vor 1.0.3.

Na gut, das mögen andere anders sehen und auch schon anders erlebt haben. Mein roher Neid sei ihnen gewiss. Es wäre ja auch alles nicht so tragisch, wenn Diablo 3 mir die Chance gegeben hätte, mich gezielt auf Auseinandersetzungen vorzubereiten.

Aber dadurch, dass das Spiel mir auf »Inferno« Champion-Gruppen, seltene oder einmalige Gegner um die Ohren gehauen hat, die durch ihre lächerlichen Fähigkeiten-Kombos teilweise derart hart waren, dass das Oberste Übel selbst dagegen wie ein Kindergeburtstags-Clown wirkte, machte mich fuchsig und das Spielerlebnis zu einer Farce, in der bläulich glänzende Ziegenmenschen die echten Bosse waren und nicht etwa der Herrscher der Hölle und seine Brüder und Schwestern.

In Kombination mit dem Nephalem-Buff, für den ich mich eben jenen fast unbesiegbaren Zwischengegnern stellen musste, und der dann noch nicht mal garantierte, dass der Schlächter, Belial, Azmodan oder Diablo wenigstens was halb- oder meinetwegen auch nur viertelwegs Nettes fallen ließen, wurde es frustig, und ich kann’s niemandem verdenken, wenn der Weg über kurz oder lang (eher kurz) ins Auktionshaus führte.
Wahrscheinlich wird das erste Mal gewesen sein, nachdem man im ersten Akt auf Inferno schon in den alten Ruinen öfter gestorben ist, als man Schläge ausgeteilt hatte.

Von hier bis zum Mars

Der Sprung zwischen »Hölle« und dem neuen höchsten Schwierigkeitsgrad »Inferno«? Ungefähr so weit wie von hier bis zum Mond. Der Sprung zwischen Akt 1 und Akt 2 auf »Inferno«? Ungefähr so weit wie von hier bis zum Mars. Balance? Nachvollziehbarer Anstieg? Nicht in diesem Diablo, tapferer Recke. Nicht bis 1.0.3. Weglaufen, tapferer Recke, war kein Zeichen deiner Feigheit, sondern eine Überlebensstrategie. Also bist du gelaufen, tapferer Recke, ins Auktionshaus!

Diablo 3 nach Patch 1.0.3 : 250 Euro für eine Knüppel?! Alles klar ... 250 Euro für eine Knüppel?! Alles klar ... Am besten in die Echtgeld-Variante, denn dort lag und liegt nach wie vor der wirklich coole Kram. Der coole Kram, den andere tapfere Recken mit ein bisschen mehr Glück in tagelanger Farmarbeit ernteten. Kram, den sie nicht nutzen können, weil sie eine andere Klasse spielen. Oder Kram, den sie lieber für 250 Euro pro Stück verkaufen, weil Blizzard es ihnen erlaubt. Völlig uneigennützig natürlich, mit nur 15 Prozent Transfergebühr für PayPal. Und nur einem Euro, wenn man das Geld auf seinem Battle.net-Account schlummern lässt.

Wer’s noch nicht gemerkt hat: Das ist eine versteckte Variante des altbekannten Free2play-Prinzips: Wer keine Lust darauf hat, monatelang zu farmen und damit sehr viel Zeit in Diablo 3 zu investieren, steckt eben echtes Geld in bessere Ausrüstung – und Blizzard verdient daran mit. Daran gäbe es wenig auszusetzen, wenn Diablo 3 denn ein Free2Play-Titel wäre. Aber es kostet 60 Euro. Da darf man dann auch ein frustfreies Spielerlebnis erwarten.

Aber hey, 1.0.3, da bist ja endlich und vielleicht, vielleicht wird nun alles gut und Diablo 3 wird mir wieder Spaß machen und mir das Gefühl geben, dass sogar ich irgendwann mal das Oberste Übel auf Inferno besiegen kann, ohne Job, Freunde und restliches Leben wochenlang ad acta legen oder ein Monatsgehalt in Ausrüstung investieren zu müssen. Meine ersten Heldenausflüge nach dem Patch haben schon mal gezeigt, dass es ein bisschen einfacher geworden ist. Aber ob mir Belial und Azmodan auch was viertelwegs Nettes schenken oder ob die Drops nach wie vor ein Grund bleiben, Blizzard in die Hölle zu wünschen, das werde ich wohl erst über kurz oder lang (eher lang) herausfinden. Der Schlächter ist jedenfalls bisher nach wie vor knauserig.

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Avatar varg696
varg696
#1 | 21. Jun 2012, 12:00
Wohl wahr, wohl wahr. Dank der Reperaturkosten braucht man sich jetzt immerhin keine Gedanken mehr um das Gold-Auktionshaus zu machen :)
Mein Mönch merkt übrigens dank des Attack-Speed-Nerfs überhaupt nichts von der angeblichen Abschwächung der Gegner.
Wenn mir Diablo 3 jedoch etwas gebracht hat, dann sind es amüsante Stunden in der D3-Foren wo ein Beitrag lustiger ist als der andere^^
Ich hab jetzt über 150 Stunden in Diablo investiert und nehms sportlich, ich hab schon 15 mal weniger in Spiele (an Zeit) investiert, welche genau so viel gekostet haben...und gute Spiele wirds auch nach Diablo geben.
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Avatar Ein Pixel
Ein Pixel
#2 | 21. Jun 2012, 12:04
Wie blind und taub muss man denn gewesen sein, wenn man DAS nicht kommen sah?!
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Avatar Kuwabara
Kuwabara
#3 | 21. Jun 2012, 12:04
Wo ist das Problem mit dem Echtgeld-Auktionshaus?
Ich will stärker werden aber nicht 24Stunden am Tag farmen! Also was kann ich tun? Bingo! Ich kaufe mir sachen für paar €!
Ich bin glücklich! Der Verkäufer ist glücklich! Alle sind glücklich!
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Avatar Fighter321
Fighter321
#4 | 21. Jun 2012, 12:04
Ich weiß nicht warum, aber irgendwie war bei mir nach dem "Normal" durchspielen, die Luft raus, schade eigentlich und dafür hat Blizzard 7 Jahre lang entwickelt?... :(
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Avatar Slayer80
Slayer80
#5 | 21. Jun 2012, 12:05
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar YouFail
YouFail
#6 | 21. Jun 2012, 12:07
1.03 ist grausam. Die Reperaturkosten sind grausam. Der Dmg-Verlust dank des völlig überzogenen IAS-Nerfs ist grausam.
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Avatar subsub77
subsub77
#7 | 21. Jun 2012, 12:07
"WORD"

Für mich ist das kein Diablo 3 mehr sondern nur noch Abzocke!

Deshalb freue ich mich so auf Torchlight 2 weil es genau diese Dinge eben nicht macht.Diablo 3 ist für mich gestorben.

Edit: Blizz zieht euch warm am 28.Juni ist es soweit :)
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Avatar horstkevin
horstkevin
#8 | 21. Jun 2012, 12:07
Patch ca. 6 Stunden ausprobiert, Spiel bendet. Warte auf 1.0.4.
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Avatar zalotnik
zalotnik
#9 | 21. Jun 2012, 12:07
Kann man so unterschreiben. Könnte man eigentlich mal eine Herabstufung seitens GS in betracht ziehen, bis der Inferno-Modus mal so etwas wie ein Balancing erfährt.
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Avatar McGun
McGun
#10 | 21. Jun 2012, 12:08
Schön geschrieben...danke Petra :-)
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Details zu Diablo 3

Plattform: PC (PS3, Xbox 360)
Genre Rollenspiel
Untergenre: Action-Rollenspiel
Release D: 15. Mai 2012
Publisher: Activision Blizzard
Entwickler: Blizzard Entertainment
Webseite: http://eu.blizzard.com/diablo3/
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
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