Diablo 3 - PC

Action-Rollenspiel  |  Release: 15. Mai 2012  |   Publisher: Activision Blizzard
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Diablo 3 im Test

Aus der Asche

Fazit der Redaktion

Fazit zum 2. Nachtest

Diablo 3 : Michael Graf: Als David Brevik, seines Zeichens ehemaliges Blizzard-Urgestein und Diablo-2-Designer, im August in einem Interview das Beutesystem von Diablo 3 zaghaft kritisierte, fauchte dessen Chefdesigner Jay Wilson prompt auf Facebook: »F*ck that loser.« Natürlich hatte Wilson seine Entgleisung rasch wieder gelöscht, der folgende Aufschrei hallte aber noch wochenlang im Internet nach. Denn Wilson hatte nicht nur Brevik, sondern die komplette Community vor den Kopf gestoßen: Hält sich Blizzard denn für derart unfehlbar, dass es berechtigte Kritik am Beutesystem einfach mit Arroganz und Spott beantwortet? Sitzen die Jungs in ihrem Elfenbeinturm und belächeln die Beschwerden der Spieler?

Glücklicherweise sind Wilson & Co. einsichtiger, als das - wohl durch einen Nerven-Kurzschluss entstandene - Zitat vermuten ließe. Denn in Version 1.05 fühlt sich Diablo 3 wesentlich befriedigender an als noch vor einigen Monaten. Und auch wesentlich durchdachter. Denn die Designer haben nicht einfach nur den Inferno-Frustfaktor gesenkt, sondern durch das Monsterstärke-System zugleich sichergestellt, dass auch Veteranen gefordert bleiben. So hat nun jeder Spieler selbst in der Hand, wie heftig die Herausforderung und wie gut die Belohnung sein soll. Okay, die beliebige Charakterentwicklung kekst mich nach wie vor, und das Item-System könnte in der Tat mehr Tiefgang vertragen als das Dauermotto »Wie erhöhe ich meinen Schaden?«. Doch unterm Strich ist Diablo 3 auf dem richtigen Weg. Das freut sich auch David Brevik.

Diablo 3 : Maurice Weber: In der aktuellen Version fühlt sich Diablo 3 endlich wie ein Spiel für die Spieler an statt wie eines, das mit Schweiß und Frust überwunden werden will. Vorbei die Zeiten, als ich mir an jeder Ecke die Zähne an Frustmauern ausgebissen und gute Waffen kaum selbst fand, während die Auktionshaus-Wirtschaft florierte. Diablo 3 ist zu einem faireren, einem großzügigeren und damit einem besseren Spiel geworden. Aber Blizzard sollte sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, klare Schwachpunkte hat ihr Spiel nämlich weiterhin. Bei den Items stimmt nun die Stärke-Balance, aber was Vielfalt und Tiefe angeht, kann Diablo 3 mit Torchlight 2 oder dem kommenden Path of Exile noch nicht mithalten. Nachdem die Entwickler aber gezeigt haben, dass sie auf Kritik hören können und zu entsprechenden Änderungen bereit sind, blicke ich der Zukunft von Diablo 3 zuversichtlich entgegen.

Fazit zum Inferno-Nachtest

Diablo 3 : Michael Graf: Ein nachträglicher Wertungsabzug von fünf Punkten, das ist ein Novum in der GameStar-Geschichte. Ich kann jeden verstehen, der sich nun fragt: Warum nicht gleich so? Weil zum ursprünglichen Testzeitpunkt noch nicht absehbar war, wie sich Diablo 3 in den Folgewochen und auf »Inferno« entwickeln würde. Ich bleibe dabei, dass Blizzards Monsterhatz auf den niedrigen Anspruchsstufen einen Heidenspaß macht und die 90er-Wertung verdient. Im Endgame mutiert Diablo 3 aber zu einem anderen Spiel. Genauer gesagt: zu einem schlechteren Spiel. Nicht etwa wegen des Item-Farmings, bei einem Action-Rollenspiel gehört die langwierige Sammelei dazu. Auch ins erste und zweite Diablo sowie in Titan Quest habe ich Monate, ach, Jahre investiert, nur um bessere Ausrüstung zu ergattern.

Doch genau hier liegt der Diablo-3-Hase im Höllenpfeffer: Blizzard hat das Item-System offenkundig nicht durchdacht, neben ausgeglichenen Fundstücken fehlt einfach die Abwechslung. Schon klar, das war in Diablo 2 kaum anders, doch das bot zusätzlich noch Levelaufstiege. Und inzwischen zeigt fast jedes MMO, wie’s besser geht: mit facettenreichem Crafting, mit Upgrades, mit Verzauberungen. Die fehlende Vielfalt hat jüngst selbst Blizzards Community Manager Bashiok zugegeben: »Wir haben erkannt, dass die Item-Jagd nicht genug Langzeit-Motivation im Endgame bietet.« Eine überraschend klare Selbstkritik.

Noch mal: Diablo 3 ist kein schlechtes Spiel, ganz im Gegenteil. Es inszeniert großartige Kämpfe, wie keine andere Monsterhatz vermittelt es ein direktes, ein knalliges, ein gutes und einfach richtiges Kampfgefühl. Ich werde Diablo 3 bestimmt noch monatelang weiterspielen. Aber ich bin eben auch sehr empfänglich für simple Beutesammel-Tretmühlen. Anderen Spielern geht das anders, sie steigen schon beim ersten Elite-Frustgegner oder nach der ersten Farming-Woche aus. Und genau das soll unser Wertungsabzug widerspiegeln.

Fazit zur Release-Version

Diablo 3 : Daniel Matschijewsky: Am 15. Mai saß ich Punkt 0 Uhr hibbelig vor dem Rechner und freute mich wie nie zuvor auf den Start eines Spiels. Und Blizzard hat mich nicht enttäuscht. Erneut beweisen die Kalifornier, dass sie die Meister darin sind, perfekten Spielfluss zu erzeugen. Klar, ist es wieder die altbekannte Tretmühle aus Monster kloppen, Items finden und immer stärker werden. Aber nichts anderes habe ich von Diablo 3 erwartet. Und diese Disziplin meistert das Spiel mit Bravour. Weil es eine abwechslungsreiche Spielwelt, individuelle Helden, großartige Aha-Momente und spektakuläre Kämpfe zu einem hochgradig motivierenden Hack&Slay-Erlebnis verdichtet, das derzeit Seinesgleichen sucht.

Nach einer gewissen Zeit konnte ich sogar dem neuen Talentsystem etwas abgewinnen. Gut, es ist nicht so komplex wie im Vorgänger, dafür aber auch nicht so unflexibel. In Diablo 3 kann ich meinen Helden jederzeit an die jeweilige Situation anpassen, was Dynamik ins Spiel bringt. Überhaupt habe ich mir schnell abgewöhnt, Elementen aus Diablo 2 hinterher zu trauern. Die meisten davon, etwa die Schriftrollen, haben das Spiel ohnehin eher gebremst und eine Tiefe suggeriert, die gar nicht da war. Dieses Entschlacken tut Diablo 3 sehr gut, es flutscht einfach noch besser. Prompt bin ich verloren in der blizzardschen Suchtspirale – und könnte ihnen nicht dankbarer dafür sein.

Diablo 3 : Petra Schmitz: Ich gestehe, ich habe mich lediglich in den Diablo-3-Testerkanon eingereiht, um das Spiel am Ende argumentativ gefestigt blöd finden zu können. »Blizzard eben«, dachte ich, »immer der gleiche Schmu und keinerlei Traute, mal was komplett Neues anzugehen. Das kann man doch nur doof finden.« Tja, wie das mit Plänen mitunter so ist … meiner ging jedenfalls nicht auf. Natürlich nerven mich die ewig verzweigten Dungeons, die mich zu Umwegen aus der Hölle nötigen und mich auch in die entlegensten Winkel mit dem immer gleichen und selten gehaltenen Versprechen nach fetter Beute locken, wenn ich doch eigentlich nur schnurstracks zum Ziel will. Gleiches gilt für die lästig großen Außenareale, bei denen ich nie weiß, wie ich sie nun am schlausten aufdecken soll: Zickzack? Erst am Rand lang und dann rein in die Mitte? Aber das ist auch schon alles, was mich wirklich an Diablo 3 aufregt. Also genau das gleiche, was mich schon an Diablo und Diablo 2 aufgeregt hat.

Das neue Talentsystem, das so manch einer verteufeln dürfte, ist in meinen Augen eine wundervoll gelungene Veränderung gegenüber dem alten. Ich bleibe stets flexibel und ärgere mich nicht am Ende, weil Eifer und Dornen dann doch die dümmste aller möglichen Skillungen ist (Ich weine meinem Diablo-2-Paladin noch heute nach). Ich kann tüfteln, ich kann ausprobieren, ich kann Entscheidungen innerhalb von Sekunden verwerfen und in Windeseile von »fetter Schaden« auf »unterbrechen, guter Schaden und brauchbare Selbstheilung« wechseln. Und Blizzard kann ohne Probleme neue Skills sowie neue Runen einbauen und die Kombinationsmöglichkeiten so noch größer und trickreicher gestalten. Das erste Guild Wars lässt grüßen! Was mir jetzt noch zu meinem Glück fehlt: Ein schneller Waffenwechsel mit daran gekoppeltem Skillset-Wechsel. Dann bin ich mit Diablo 3 im Himmel.

Diablo 3 : Michael Graf: Dass Diablo 3 bis an die soziale Vereinsamungsgrenze motiviert und sich als Beutesammel-Tretmühle allererste Güte entpuppt, wurde nun schon oft genug festgestellt, das muss ich nicht mehr auswalzen. Viel wichtiger: Vergessen Sie den normalen Schwierigkeitsgrad, das ist ein Tutorial, ein dämonischer Kindergeburtstag, ein Übungsgeplänkel für die echten Herausforderungen. Wer die Vorgänger gespielt hat, weiß: Wirklich spannend wird die Monsterjagd erst auf »Hölle«, wenn die teuflischen Heerscharen tatsächlich individuelle Taktiken erfordern. Und, im Idealfall, fähige Koop-Mitstreiter, die selbst im dichtesten Getümmel noch wissen, welche Fähigkeit sich am besten eignet, wenn dieses oder jenes aus der Lavagrube kriecht. Dann entfaltet das Talentsystem endlich auch den Tiefgang, den es entfalten soll. Ich muss überlegen, welche Talenten und Runen ich wogegen einsetze. Schlecht ist die Charakterentwicklung also keineswegs.

Sie könnte aber motivierender sein, ich möchte nun mal keinen automatisierten Lernroboter. Auf die Frage der Verzauberin, woher er seine Talente bekommt, antwortet der Mönch im Spiel durchaus augenzwinkernd: »Sie werden mir von den Göttern verliehen.« Die Götter sind in diesem Fall Blizzard, die bestimmen, was ich ab wann tun darf. Ich möchte das aber gerne selbst entscheiden, ich will die Kontrolle über meinen Helden. Doch genau dieser Kontroll- und damit Motivationsverlust verwehrt Diablo 2 eine noch höhere Wertung. Denn ansonsten, um auch das klar zu sagen, habe ich an Diablo 3 nichts Großes zu meckern, von Detailkritik wie dem fehlenden Serverbrowser und dem kantigen Talentmenü abgesehen ist Blizzards Monsterhatz einfach der perfekte Zeitfresser für die nächsten Monate, vielleicht sogar Jahre.

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Avatar DerDoktory
DerDoktory
#1 | 18. Mai 2012, 19:27
Die Wertung finde ich absolut gerechtfertigt, selten zuvor hat ein Spiel solch eine Sammelwut und Motivation weiter zumachen bei mir ausgelöst
Avatar BoonControl
BoonControl
#2 | 18. Mai 2012, 19:32
Jo dieses Spiel macht (mir) mehr Spaß als alle Releases der letzten 5 Jahre zusammen.

Es wurde nicht nur dem Hype gerecht, nein Blizzard schaffte es meine weniger guten Erwartungen bei weitem zu übertreffen.

Verdientes Game of the Year 2012!
Avatar Catullus
Catullus
#3 | 18. Mai 2012, 19:33
Nee, die Wertung ist definitiv zu hoch, sorry...

allein schon wegen der ständigen Minilags, für die ich bei einem Singleplayer-Game absolut kein Verständnis habe. Ich bin deswegen schon gestorben - im niedrigsten Schwierigkeitsgrad, daher nicht so wild. Würde mir das mit einem Hardcore-Character passieren, würde ich mich aber übelst aufregen.
Außerdem ist derzeit m.E. das Balancing noch ziemlich dürftig, sowohl zwischen den Charakterklassen als auch bei den Gegnern (Vampiric!).

Was mich persönlich auch total nervt sind die fehlenden Angriffsanimationen für die unterschiedlichen Waffen. Die Animationen sind immer identisch, egal ob z.B. mein Mönch einen Speer, einen Dolch oder sonstwas verwendet. Er schlägt trotzdem immer nur mit den Fäusten zu. Für mich ein ziemlicher Atmosphärekiller.

Und ja, auch das simple Charaktersystem gehört stärker abgestraft.
Avatar Kuwabara
Kuwabara
#4 | 18. Mai 2012, 19:33
Bestes Spiel 2012!
rate (95)  |  rate (239)
Avatar Kosmodrom
Kosmodrom
#5 | 18. Mai 2012, 19:35
Finde ich überbewertet. Das Spiel ist definitiv keine 90% Wert. Spiele-Enttäuschung 2012. Das ist glaube ich das erste mal,dass ich mit einer GS Wertung nicht einverstanden bin.
Avatar kazzig
kazzig
#6 | 18. Mai 2012, 19:35
Absolut gerechte Wertung! Nicht übertrieben oder untertrieben. Mittlerweile im 2. Akt Hölle mit einem Kumpel unterwegs und es macht SO VERDAMMT viel Spaß, dass man sich selten davon losreißen kann. Mittwoch Nachmittag angefangen und bereits 41 Stunden gezockt - heiter weiter :X
rate (88)  |  rate (87)
Avatar Cinergie
Cinergie
#7 | 18. Mai 2012, 19:36
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar EBigl
EBigl
#8 | 18. Mai 2012, 19:36
Der Eine mag es, der Andere nicht. Blizzard hat trotz der eingebauten Schikanen (Kopierschutz/BNet)ein solides und gutes Spiel abgeliefert...
rate (89)  |  rate (43)
Avatar flollum
flollum
#9 | 18. Mai 2012, 19:36
... die Battlenet-Server brachen zeitweise schneller zusammen als ein von Gabe Newell scharf gerittenes Shetland-Pony. Weltklasse :)
rate (67)  |  rate (21)
Avatar gorgos
gorgos
#10 | 18. Mai 2012, 19:37
Zitat von Catullus:
Nee, die Wertung ist definitiv zu hoch, sorry...


Joah, ich denke auch 89 wäre etwas passender gewesen :ugly:
rate (70)  |  rate (59)

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Details zu Diablo 3

Plattform: PC (PS3, Xbox 360)
Genre Rollenspiel
Untergenre: Action-Rollenspiel
Release D: 15. Mai 2012
Publisher: Activision Blizzard
Entwickler: Blizzard Entertainment
Webseite: http://eu.blizzard.com/diablo3/
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 87 von 5752 in: PC-Spiele
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