Peter Molyneux : Peter Molyneux möchte ab sofort nicht mehr mit der Presse Sprechen. Die Leute hätten ohnehin die Nase voll von ihm, so der Game-Designer. Peter Molyneux möchte ab sofort nicht mehr mit der Presse Sprechen. Die Leute hätten ohnehin die Nase voll von ihm, so der Game-Designer.

Infolge der jüngsten Kontroversen um seine Person hat sich Peter Molyneux offenbar dazu entschieden, nie wieder auch nur ein Wort mit der Presse zu sprechen. Das teilte er nun in einem auf der Webseite der britischen Tageszeitung Guardian veröffentlichten Interview mit.

Da die Leute seine Versprechungen mittlerweile ohnehin nicht mehr hören wollten, werde er einfach gar nicht mehr über seine Spiele sprechen, so der Game-Designer:

»Ich liebe es, an Spielen zu arbeiten. Ich fühle mich so geehrt, Teil dieser Industrie sein zu dürfen. Aber ich verstehe auch, dass die Leute die Nase voll davon haben, meine Stimme und meine Versprechungen zu hören. Deshalb werde ich keine Pressearbeit mehr machen und komplett damit aufhören, über meine Spiele zu sprechen. [...] Ich denke, dass die einzige Antwort für mich nur lauten kann, nie wieder mit der Presse zu sprechen.«

In den vergangenen Tagen ist einiges an Kritik auf den unter anderem für Black & White und Populous verantwortlichen Spielentwickler eingeprasselt. Grund war unter anderem ein bisher nicht gehaltenes Versprechen gegenüber dem Gewinner des Curiosity-Wettbewerbs. Eigentlich sollte der nämlich eine Gewinnbeteiligung und eine Rolle als Obergott in der kommenden Göttersimulation Godus erhalten. Allerdings brach wohl bereits kurz nach dem Wettbewerb der Kontakt zwischen den Entwicklern und dem Curiosity-Sieger ab.

Gegenüber theguardian.co.uk entschuldigte Molyneux diesen Fauxpas damit, dass der dafür zuständige Mitarbeiter das Unternehmen zwischenzeitlich verlassen habe und niemand seine Aufgaben übernommen habe.

»Wir hatten jemanden, der sich um Bryan gekümmert hat, aber er hat gekündigt und niemand hat seine Aufgabe, Bryan zu informieren, übernommen. Das war grausam und scheußlich von uns und ich kann verstehen, dass er sich davon beleidigt fühlt. Wir hätten - ich hätte sicherstellen müssen, dass er weiter informiert wird.«

Aber auch Godus selbst befindet sich in einer massiven Krise. Und die Fehler, die dazu führten, schreibt sich Molyneux selbst zu. Er habe einfach völlig falsch eingeschätzt, wie lange es dauern werde, ein solches Spiel zu entwickeln.

»Wenn man etwas erschaffen möchte, das so vorher noch nicht existiert hat, dann ist es sehr sehr schwierig, bei diesen Dingen präzise zu sein. Meine Hoffnung ist, den Leuten in sechs bis neun Monaten das Spiel zeigen zu können, für das sie eigentlich gespendet haben.«

Er könne allerdings auch nachvollziehen, dass viele der Crowd-Funding-Unterstützer mittlerweile sauer über die nur geringen Entwicklungsfortschritte seien. Er selbst hätte sicherlich auch nicht anders reagiert, so Molyneux.

Daraus habe er jedoch auch gelernt: Das nächste Spiel, für das er als Entwickler verantwortlich sei, werde er sehr viel länger unter Verschluss halten als seine bisherigen Projekte. Aber eigentlich möchte der Game-Designer ja ohnehin nicht mehr mit der Öffentlichkeit kommunizieren.

So ganz ernst gemeint zu haben scheint der Branchenveteran seine selbst auferlegte Kommunikationssperre aber ohnehin nicht: Kurz nach dem Guardian-Interview sprach er noch mit einem anderen Internet-Medium über das aktuelle Dilemma rund um Godus. Zudem soll er ein ähnliches Versprechen auch schon gegenüber rockpapershotgun.com abgegeben haben - und zwar einen Tag vor seinem Gespräch mit dem Guardian.

Möglicherweise handelt Molyneux aber auch nur noch seine bereits vereinbarten Interview-Termine ab. Dann könnte es tatsächlich sein, dass wir eine lange Zeit nichts mehr von dem visionären und charismatischen Entwickler hören. Glücklicherweise konnten wir erst vor kurzem noch ein ausführliches Interview mit Molyneux führen.

»Interview mit Peter Molyneux - Teil 1

»Interview mit Peter Molyneux - Teil 2

»Interview mit Peter Molyneux - Teil 3