Vor rund drei Jahren hat Google einen Zeitplan für die Einführung von »Manifest v3« vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine neue Schnittstelle von Browsererweiterungen. Zum damaligen Zeitpunkt wurde Anfang 2023 als Einführung vorgesehen, Google schob den Start allerdings nach hinten – und drückt jetzt auf das Gaspedal.
Besonders hart dürfte dieser Schritt nun Nutzer von »uBlock Origin« treffen, das gemeinhin als eine der beliebtesten Browsererweiterungen (rund 39 Millionen Downloads) zum Blockieren von Werbung gilt.
Die Krux: Durch das »Declarative Net Request« werden solche Werbeblocker unter Manifest v3 nicht mehr wie unter Manifest v2 gewohnt funktionieren, wie Google-Konkurrent Mozilla damals erklärte. uBlock Origin wird so unter Chrome und teilweise auch auf Chromium-basierenden Browsern gewissermaßen unbrauchbar.
Auf dem Chrome Web Store warnt Google nun davor, dass uBlock Origin »möglicherweise bald nicht mehr unterstützt wird, da sie nicht den Best Practices für Chrome-Erweiterungen entspricht«.
- Weitere Informationen liefert Google mit einem Support-Dokument, das darauf hinweist, dass Erweiterungen zum »besseren Schutz der Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer neue Anforderungen erfüllen müssen«.
- Bei diesen neuen Anforderungen handelt es sich um das erwähnte Manifest v3.
uBlock Origin gibt es auf Chrome bald nicht mehr: Was könnt ihr tun?
Auf dem »AfterVanced«-Subreddit hat die zugehörige Community – die natürlich nicht gerade glücklich über die Änderung ist – einige Möglichkeiten zusammengestellt, wie ihr trotz der Umstellung auf manifest v3 die gewohnten Adblocker nutzen könnt.
Link zum Reddit-Inhalt
Eine Möglichkeit für euch ist es in diesem Fall, die Verfügbarkeit der Manifest v2-Erweiterungen eigenhändig zu verlängern. Dies lässt sich unter Windows per Registrierungseditor mit einigen Schritten erledigen:
- Drückt das Tastenkürzel [Windows-Taste] + [R] und gebt in das Textfeld »regedit« ein. Bestätigt die Eingabe mit Enter. So öffnet ihr den Registrierungseditior.
- Sucht in der Ordnerhierarchie links im Fenster nach dem Pfad »HKEY_Local_Machine\Software\Policies\«.
- Öffnet per Rechtsklick auf den »Policies«-Ordner das Kontextmenü und wählt »Neu > Schlüssel« an. Benennt diesen Ordner als »Google«.
- Öffnet per Rechtsklick auf den »Google«-Ordner das Kontextmenü und wählt erneut »Neu > Schlüssel« an. Benennt diesen Ordner als »Chrome«. (Anmerkung: Wenn dieser Ordner bereits existiert, müsst ihr die beiden letzten Schritte natürlich nicht durchführen.)
- Öffnet per Rechtsklick das Kontextmenü des »Chrome«-Ordners und wählt »Neu > DWORD-Wert (32-Bit)« aus. Benennt diesen Wert als »ExtensionManifestV2Availability«.
- Öffnet den neu erstellten DWORD-Wert per Doppelklick. Tragt unter Wert die Ziffer »2« ein.
- Schließt den Registrierungseditor und startet Chrome neu.
Damit verlängert ihr die Kompatibilität eurer Erweiterungen mit Manifest v2 - allerdings nur unter Google Chrome und nur bis bestenfalls Juni 2025. Spätestens dann zieht Google endgültig den Stecker.
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Google Chrome - So werden aus Webseiten Apps
uBlock Origin selbst hat übrigens eine »Lite«-Version veröffentlicht, die mit dem neuen Manifest kompatibel ist, aber auch auf einige Funktionen verzichtet und daher nur bedingt empfehlenswert ist. Mit folgenden Einschränkungen müsst ihr unter anderem leben:
- Filterlisten werden nur aktualisiert, wenn auch die Erweiterung aktualisiert wird
- Keine Erstellung oder Import von Drittanbieter-Filtern
- Kein dynamisches Filtern
Der einerseits extreme, aber gewissermaßen auch einfachste Schritt ist der Wechsel zu einem Browser, der entweder Manifest v2 noch länger unterstützen (Brave, Thormium) oder gar nicht erst auf v3 wechseln wird (Mozilla Firefox). Werdet ihr wegen der Ankunft von Manifest v3 den Schritt weg von Chrome-Browsern gehen oder wart ihr ohnehin nie damit unterwegs?
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