Nicht schneller, aber kompatibel
Das Marketing-Team von Microsoft pries das Betriebssystem insbesondere für Spieler an. Denn zu der Veröffentlichung des neuen Windows - zunächst noch unter den Codenamen Memphis und als Windows 97 angekündigt - sollte auch die Grafikschnittstelle DirectX 6.0 erscheinen und 3D-Grafik unter Direct3D zu einem großen Sprung nach vorn verhelfen.
Den Benchmarks aus der GameStar 04/1998 nach zu urteilen ist das Microsoft jedenfalls nicht direkt vom Start weg gelungen - langsamer liefen Spiele mit dem neuen Betriebssystem allerdings auch nicht. Die Ergebnisse zu damals aktuellen Titeln wie Forsaken oder Incoming zeigten, dass sich das neue Betriebssystem in Sachen Performance nicht spürbar von seinem Vorgänger unterschied (wie es auch heute noch meist der Fall ist).
Das lag aber schlicht daran, dass Microsoft nicht zeitig mit der neuen Version von DirectX fertig wurde und sich Käufer von Windows 98 noch einige Monate mit der aus Windows 95 bekannten DirectX-Version 5.2 abfinden mussten.
Dank des DOS-Unterbaus und der damit gegebenen Kompatibilität zu älteren 16-Bit-Spielen liefen immerhin selbst mehrere Jahre alte Titel unter Windows 98 nahezu problemlos. Und das sogar in einer DOS-Box, nur selten mussten Spieler in den reinen MS-DOS-Modus wechseln.
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Mit Windows 98 zog auch der native Support für die AGP-Schnittstelle ein, die in Windows 95 erst mit dem Service Pack 2.1 hinein gepatcht wurde. Der größte Vorteil der neuen Schnittstelle war die mit 66 MHz verdoppelte Taktfrequenz. Die Möglichkeit, Arbeitsspeicher des Rechners als Auslagerungsspeicher für Texturen, den Z-Buffer und das Alpha-Blending zu nutzen, brachte gegenüber PCI-Grafikkarten mit mehreren Megabyte-Videospeicher aber kaum Leistungsvorteile.
Das lange Warten auf DirectX 6.0
Im August 1998 war es dann endlich soweit: DirectX 6.0 wurde veröffentlicht und ergänzte das Direct3D-Modul um einige (dringend benötigte) 3D-Effekte wie Bump Mapping oder Single-Pass-Multi-Texturing. Die Benchmark-Ergebnisse einer Beta-Version von DirectX 6.0 zeigten in der GameStar-Ausgabe 09/1998 Performance-Steigerungen von bis zu 15 Prozent.
Wir urteilten allerdings, dass die Version noch zu unfertig war, um konkrete Aussagen treffen zu können. Außerdem sollte der Geschwindigkeitsschub bei der Verwendung der Direct3D-eigenen Grafikengine deutlich größer ausfallen, die Microsoft Spiele-Entwicklern mit der neuen Version erst richtig schmackhaft machte.
DirectX 6.0 sollte den Durchbruch von Microsofts Spieleschnittstelle bedeuten. Bereits die Version 5.0 brachte viele Fortschritte, was auch die gesteigerte Anzahl an Direct3D-Titeln unterstrich. Andere 3D-APIs wie Glide oder PowerSGL hatten einen immer schwereren Stand.
Windows 98 SE (Second Edition)
Mit Windows 98 SE (Second Edition, hierzulande auch Zweite Ausgabe), veröffentlichte Microsoft am 10. Juni 1999 eine überarbeitete Version des Betriebssystems. Die Second Edition enthält neben dem Fehler behebenden (und kostenlos angebotenen) Service Pack 1 aktualisierte Versionen von DirectX (6.1), dem Internet Explorer (5.0) und dem Windows Media Player (6.1).
Neu war auch die Internetverbindungsfreigabe, die es Nutzern ermöglichte, die Internetverbindung eines PCs innerhalb des Netzwerkes für andere freizugeben und somit zu teilen. Die Second Edition ersetzte die bisherigen Verkaufsversionen (Update von Windows 95 und eigentliche Vollversion) von Windows 98 und wurde auch als Update-Version auf CD für bisherige Windows-98-Nutzer für 50 Mark angeboten.
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