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High Dynamic Range Gaming unter Windows 10 - Spielen mit HDR auf dem PC

Das Schlagwort HDR fällt bei PC-Monitoren und Spielen immer häufiger, unser Erfahrungsbericht zeigt allerdings, dass auf dem PC vieles mit HDR (noch) nicht rund läuft.

von Nils Raettig,
15.12.2017 12:14 Uhr

Shadow Warrior 2 war auf dem PC eines der ersten Spiele mit HDR-Unterstützung. Im Jahr 2017 ist die Zahl solcher Titel immerhin auf 24 angewachsen.Shadow Warrior 2 war auf dem PC eines der ersten Spiele mit HDR-Unterstützung. Im Jahr 2017 ist die Zahl solcher Titel immerhin auf 24 angewachsen.

Was HDR (beziehungsweise »High Dynamic Range«) auf dem Papier verspricht, klingt ohne Zweifel sehr gut: Im Vergleich zu Displays mit »Standard Dynamic Range« (beziehungsweise SDR) sollen die Bilder in passenden Medien wie Filmen oder Spielen auf einem HDR-Fernseher oder -Monitor besser dargestellt werden. Möglich machen das unter anderem ein höherer Kontrast- und Farbumfang, die den Fähigkeiten des menschlichen Auges näherkommen – stark vereinfacht ausgedrückt.

Bei unseren jüngsten Praxis-Tests mit HDR in PC-Spielen sind wir aber immer wieder auf Schwierigkeiten gestoßen, die dem HDR-Vergnügen im Wege stehen können. Dafür gibt es diverse Gründe, wobei genau diese Vielschichtigkeit aktuell noch eines der größten Probleme von HDR auf dem PC darstellt.

Was für Stolpersteine uns genau begegnet sind und ob die Technik in Spielen unserer Erfahrung nach aktuell dennoch einen nennenswert positiven Unterschied ausmachen kann, schildern wir euch in diesem Erfahrungsbericht. Für die Tests haben wir den Samsung C49HG90 (PC-Bildschirm) und den Samsung UE55MU8009 (TV-Gerät) an drei PCs mit verschiedenen Grafikkarten genutzt.

Genauere Infos zur Technik und Wirkungsweise von HDR inklusive Grundlagen-Video findet ihr in unserem ersten Bericht zu der Technik mit dem Titel »Was ist High Dynamic Range?«.

Hinweis:

Es handelt sich bei diesem Artikel um einen Erfahrungsbericht und nicht um einen HDR-Test zu jedem auf dem Markt befindlichen Monitor und Spiel. Auf Systemen mit unterschiedlichen Monitoren (beziehungsweise Fernsehern) und in anderen Titeln kann man also durchaus abweichende Erfahrungen machen – hoffentlich mit weniger Schwierigkeiten.

Bei jedem aufgetretenen Problem haben wir viel Zeit mit der Fehlersuche verbracht, etwa durch den Wechsel des PCs, der genutzten Kabel, der Grafikkarte und des HDR-Bildschirms oder durch das Testen verschiedener Einstellung im Monitor-Menü, dem Grafikkarten-Treiber und den Spielen.

Viele, aber nicht alle Probleme ließen sich dadurch lösen, wobei die teils auftretenden Schwierigkeiten auch mit unserem spezifischen Test-Setup zusammenhängen können statt allgemeiner Natur zu sein. Umso hilfreicher sind deshalb Details zu euren eigenen Erfahrungen mit HDR.

Wenn ihr also einen passenden HDR-Bildschirm oder -Fernseher und die entsprechende Spiele-Hardware besitzt (sei es in Form eines PCs oder einer Konsole), dann lasst uns bitte in den Kommentaren wissen, wie eure persönlichen HDR-Erfahrungen bislang ausgesehen haben.

HDR ist nicht gleich HDR

Die jüngst veröffentlichten VESA-Standards für HDR-Monitore dürften interessierten Käufern das Leben im Jahr 2018 deutlich leichter machen.Die jüngst veröffentlichten VESA-Standards für HDR-Monitore dürften interessierten Käufern das Leben im Jahr 2018 deutlich leichter machen.

Der erste Stolperstein wartet schon bei der Wahl eines passenden Monitors. Während im TV-Bereich in Form der konkurrierenden Standards HDR10 (auch auf der Playstation 4 (Pro) und der Xbox One (X) verfügbar) und Dolby Vision (nicht auf den Konsolen verfügbar) zumindest bestimmte Vorgaben existieren, ist das mit Blick auf PC-Monitore erst seit der jüngsten Bekanntgabe der neuen VESA-Standards DisplayHDR 400, DisplayHDR 600 und DisplayHDR 1000 der Fall.

Die Folge: So mancher Bildschirm, der mit HDR-Fähigkeiten wirbt, unterscheidet sich technisch nicht wirklich nennenswert von herkömmlichen SDR-Displays. So gibt es aktuell beispielsweise vier Dell-Monitore mit so genanntem »Dell HDR«, die maximal 16,7 Millionen Farben darstellen können, indem sie ihre native Farbtiefe von 6 Bit pro Farbkanal per »Frame Rate Control« (beziehungsweise »Dithering«) künstlich auf 8 Bit erhöhen.

Die neuen VESA-Standards sehen dagegen mindestens eine native Farbtiefe von 8 Bit vor, beim HDR10-Standard mit statischen Metadaten sind es 10 Bit, bei Dolby Vision mit dynamischen Metadaten sogar 12 Bit. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die minimale und die maximale Helligkeit eines Monitors, wobei es in diesem Zusammenhang vor allem zwei Probleme gibt.

So finden sich in den Datenblättern von Monitoren einerseits oft gar keine Angaben zu der minimalen Helligkeit. Andererseits unterscheiden die neuen VESA-Standards mit Blick auf die maximale Helligkeit zwischen länger haltbaren Werten für statische Inhalte und kurzzeitig erreichbaren Spitzenwerten in einzelnen Szenen oder Bildbereichen – was die TFT-Hersteller bislang allerdings in der Regel nicht tun.

Der Samsung CH49HG90 unterstützt zwar das für HDR grundsätzlich sinnvolle »Local Dimming«, allerdings nur in acht verschiedenen Zonen.Der Samsung CH49HG90 unterstützt zwar das für HDR grundsätzlich sinnvolle »Local Dimming«, allerdings nur in acht verschiedenen Zonen.

Auch das so genannte »Local Dimming« ist hilfreich für eine gute HDR-Darstellung. Dadurch kann die Hintergrundbeleuchtung des Monitors in verschiedenen Bereichen unterschiedlich stark eingestellt werden. Im Falle des Samsung C49HG90 ist eine entsprechende Option im Monitormenü aktivierbar, sie macht unserem Eindruck nach aber so gut gar keinen einen Unterschied.

Das dürfte auch an der geringen Zahl von Bereichen für das Local Dimming liegen – laut Samsung gibt es nur acht davon. Zum Vergleich: Der Dell UltraSharp UP2718Q hat 384 dieser Zonen, bei den noch nicht verfügbaren Modellen Asus PG35VQ und Acer X35 sind es 512 Zonen.

Da viele Hersteller von Monitoren, Grafikkarten und PCs an der Ausarbeitung der neuen HDR-Spezifikationen beteiligt waren, sollten die vorgestellten DisplayHDR-Standards für eine deutliche Verbesserung der Situation sorgen. Grundsätzlich empfehlen wir deshalb, beim Neukauf auf Geräte mit einem der neuen Logos zu warten.

Die ersten davon könnten bereits auf der CES Anfang Januar 2018 zu sehen sein. Wann genau sie im Handel verfügbar sind, lässt sich allerdings noch schwer abschätzen. Gleiches gilt für die Frage, wie groß die Unterschiede zwischen den drei Standards in der Praxis sein werden – sowohl in Sachen HDR-Darstellung als auch mit Blick auf die Preise.

Update:

Der Samsung C49HG90, den wir neben dem UE55MU8009 für die Erstellung dieses Artikels verwendet haben, hat laut einer Pressemitteilung als erster Monitor überhaupt das DisplayHDR-600-Zertifikat erhalten. Wir sind gespannt, wie groß die Unterschiede in der Praxis zu ersten Modellen mit DisplayHDR-1000-Zertifikat sein werden.

Ebenfalls nicht zu vergessen: Die VESA-Standards für den PC-Bereich unterscheiden sich teilweise etwas von den Vorgaben für HDR10, das wiederum von den aktuellen Konsolen von Microsoft und Sony unterstützt wird. Da eine Konsole deutlich häufiger als ein PC an einen Fernseher angeschlossen werden dürfte, ist die HDR10-Unterstützung hier gut nachvollziehbar. Für Spiele-Entwickler bedeuten die nicht identischen VESA-Standards für PC-Monitore allerdings, dass sie bei Multi-Plattform-Titeln mit unterschiedlichen HDR-Vorgaben umgehen müssen. Ob das in der Praxis wirklich große Relevanz bei der HDR-Umsetzung in Spielen hat, ist schwer abzuschätzen, optimal dürfte die Situation aber nicht sein.

Was ist HDR? - High Dynamic Range erklärt 5:56 Was ist HDR? - High Dynamic Range erklärt

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