Eine Konsole für illegale Geschäfte zu nutzen, ist keine gute Idee. Das musste der 26-Jährige US-Amerikaner Anthony Viggiano am eigenen Leib erfahren. Nachdem er fast 400.000 US-Dollar verdient hatte, klopfte im September 2023 das FBI an seiner Tür.
Der ehemalige Analyst wurde wegen Insiderhandel festgenommen - und dürfte für Jahre ins Gefängnis wandern. Wo genau kommt da die Konsole ins Spiel?
Insidergeschäfte über den Xbox-Chat?
Viggiano arbeitete bis vergangenes Jahr als Anlageanalyst bei Goldman Sachs. Von dort aus baute er seine kriminellen Machenschaften mit zwei Freunden auf - denen soll er laut Reuters Informationen zu mindestens sieben großen Finanzgeschäften zugespielt haben. Zum Einsatz kamen dabei sowohl verschlüsselte Nachrichten als auch der Sprachchat einer Konsole, höchstwahrscheinlich der Xbox 360.
Ausklappen, um mehr zu lesen
Das Wort Insiderhandel bezieht sich auf eine Straftat, bei der jemand vertrauliche Informationen über ein Unternehmen an der Börse handelt, um sich selbst und/oder andere zu bereichern. Dabei handelt es sich meist um Informationen, mit denen sich die Aktienkurse bestimmter Firmen vorhersagen lassen können, zum Beispiel Insolvenzen oder eine bevorstehende Übernahme. (via lawpilots.com/de)
Die Anklageschrift ließ verlauten, dass das FBI Viggiano heimlich aufgezeichnet hat. Die Chatverläufe sind direkt bei The The Verge einsehbar. Darin gibt er zu, illegal Informationen weitergegeben zu haben.
Warum genau eine Xbox?
Viggiano schreibt etwa mit einem seiner beiden Freunde, Christopher Salamone. Auch der Dritte im Bunde wird genannt: Stephen (Steve) Forlano Junior.
Salamone: »You have shit where you’re giving fucking information to fucking Steve [Forlano Jr.]?«
VIGGIANO: »Nah. Nah. Because similar to you . .. signal, or like XBOX 360 chat, there’s no tracing that. Good luck ever finding that.«
Viggiano ging also fälschlicherweise davon aus, dass der Chat der Xbox 360 ähnlich wie der Messenger Signal nicht von außen nachvollziehbar sei.
War es wirklich eine Xbox?
Das FBI spricht in der Anklageschrift lediglich davon, dass Forlano und Viggiano per E-Mail und selbst löschenden Nachrichten auf Instagram kommuniziert haben.
Die US-Regierung räumt darüber hinaus ein, dass Viggiano »den Sprachchat einer Videospielkonsole« verwendet hat. Schaut man sich den obigen Chatverlauf an, erscheint aber klar, dass mindestens diese Konsole eingesetzt wurde.
Böse Tat mit bösen Folgen
Im Januar 2024 bekannte sich Viggiano zu den Vorwürfen in der Anklageschrift als schuldig - genauso wie sein Komplize Forlano.
Beiden steht nun eine Freiheitsstrage von bis zu 20 Jahren bevor - auch wenn das Strafmaß vermutlich ein gutes Stück geringer ausfällt. So spricht Reuters je nach Angeklagtem von einer Zeitspanne zwischen 12 und 30 Monaten.
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