Jared Leto lässt die Fans von 30 Seconds to Mars ihre Augen scannen, um zu beweisen, dass sie Menschen sind, und Tickets zu kaufen

30 Seconds to Mars setzt auf biometrische Verifikation gegen Ticket-Bots: Wer seine Iris scannen lässt, bekommt exklusiven Zugang.

Schau mir in die Augen, Kleines: Jared Leto und Sam Altman verbünden sich gegen Ticket-Bots – mit Augen-Scans. (© Warner Bros. via YouTube) Schau mir in die Augen, Kleines: Jared Leto und Sam Altman verbünden sich gegen Ticket-Bots – mit Augen-Scans. (© Warner Bros. via YouTube)

In Blade Runner 2049 spielt Jared Leto einen Unternehmens-CEO, der menschenähnliche Replikanten produziert. Ihre Identität lüftet sich erst, wenn man ihnen genau in die Augen schaut.

Warum das relevant ist? Nun, Leto dreht den Spieß gewissermaßen um: Statt Bots zu schaffen, will er sie davon abhalten, seine Konzerttickets zu kaufen – mit Augenscans.

Konkret setzt seine Band 30 Seconds to Mars für ausgewählte Konzerte ihrer Europa-Tour 2027 das Ticketing-Tool »Concert Kit« von World ein. Dabei handelt es sich um einen Dienst des von OpenAI-Mitgründer Sam Altman mitkonzipierten Unternehmens »Tools for Humanity«.

Auch für Konzerttickets bei den Shows in München, Berlin und Hannover soll der Augenscan zum Einsatz kommen.

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Wie Concert Kit funktioniert

Das im April 2026 gestartete Concert Kit verspricht Künstlern, einen Teil ihres Ticketkontingents für Inhaber einer verifizierten World ID zu reservieren. Dabei handelt es sich um einen verschlüsselten digitalen Identitätsnachweis, den ein physisches »Orb«-Gerät durch einen Iris- und Gesichtsscan ausstellt.

  • Wer keinen Orb in der Nähe hat, kann sich laut World alternativ per Selfie auf dem Smartphone verifizieren.
  • Seit 2023 haben laut Tools for Humanity weltweit knapp 18 Millionen Menschen ihre Augen scannen lassen (via San Francisco Standard).

Der Ablauf für Künstler ist überschaubar: Sie legen eine Concert-Kit-Seite an, wählen den gewünschten Verifikationsgrad und laden die Ticketcodes hoch. Bei 30 Seconds to Mars erhalten orb-verifizierte Fans Zugang zu einem reservierten Kontingent – inklusive eines kostenlosen Zusatztickets und Merch-Gutscheinen.

Als Beispiel für diesen Verifizierungsvorgang hat World vor rund einem Jahr ein passendes YouTube-Video hochgeladen:

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Bots vs. »echte« Fans

Das Grundproblem an sich dürfte dabei nachvollziehbar sein: Wie verhindern Anbieter von Tickets (oder Hardware, wenn wir schon dabei sind), dass nicht mit Bots ausgestattete Scalper an die Ware kommen, sondern tatsächliche Fans?

Tiago Sada, der als Chief Product Officer bei Tools for Humanity arbeitet, sieht auch dank der Ankunft von Künstlicher Intelligenz in der allgemeinen Tech-Welt ein Problem:

Oft ist es gar nicht so, dass Fans zu langsam sind. Tickets gehen auf den Markt, und in Sekunden sind alle weg. Und mit wachsender KI wird das nicht leichter.


Valve ging indes mit einem »herkömmlichen« Reservierungstool vor, um nach dem Steam-Controller-Fiasko Bots so gut wie möglich auszuschließen.


World positioniert das System explizit als Option, nicht als Pflicht. World ID solle »grundsätzlich freiwillig sein«, erklärt Sada in diesem Kontext.

Manche Fans wollen dem System (noch) nicht beitreten, anderen fehle schlicht ein Orb in der Nähe. Wer keinen Scan möchte, kann das reservierte Kontingent nicht beanspruchen, erhält weiterhin Zugang zu »regulären« Tickets, muss sich dann aber eben mit potenziellen Bots darum streiten.

Apropos Freiwilligkeit: Ob Jared Leto selbst eine World ID besitzt, ist ungeklärt. Sadas Antwort auf genau diese Frage fiel denkbar knapp aus – er wisse es schlicht nicht.

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