4Players: Traditionsreiche Gaming-Website muss nach über 20 Jahren aufhören

Die beliebte Gaming-Webseite 4Players schließt im Herbst 2021 ihre Pforten. In Zukunft will das Unternehmen sich auf andere Geschäftszweige konzentrieren.

von Dennis Zirkler,
23.08.2021 18:16 Uhr

Seit 2021 gehörte 4Players zur Schweizer Marquard Group. Seit 2021 gehörte 4Players zur Schweizer Marquard Group.

Nachdem sich in den vergangenen Wochen die Gerüchte bereits gehäuft hatten, herrscht nun traurige Gewissheit: Wie das traditionsreiche Gaming-Portal 4Players heute bekanntgab, wird die redaktionelle Betreuung der Webseite zum 31. Oktober 2021 eingestellt.

Konkret bedeutet das, dass nach »über 14.500 Berichten, ca. 220.000 New und mehr als 60.000 Videos« keine weiteren redaktionellen Inhalte auf 4Players.de erscheinen werden. 4Players startete im Mai 2000 als eines der ersten deutschen Online-Magazine und hatte seitdem einen festen Platz in der deutschen Gaming-Magazin-Landschaft.

Wie Petra Fröhlich, eine Veteranin des deutschen Spielejournalismus, über das Ende von 4Players denkt, lest ihr in der Kolumne der ehemaligen Chefredakteurin von PC Games und heutigen GamesWirtschaft.de-Betreiberin:

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Warum schließt 4Players? Dem Portal zufolge sollen wirtschaftliche Gründe das bedauernswerte Ende der Webseite besiegelt haben:

"Dieser Schritt wurde durch wirtschaftliche Maßnahmen erzwungen, die einen zukunftssicheren Betrieb des Online-Magazins in dieser Form mit diesem Personalaufwand sowie einer sich wandelnden Vermarktungs-Landschaft unmöglich machten. Gleichzeitig ist dies eine konsequente Weiterführung der Firmenstrategie, die sich seit 2017 zunehmend auf die Kerngeschäftszweige konzentrierte."

Wie geht es jetzt weiter? Noch bis zum 31. Oktober 2021 werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Inhalte erstellen und veröffentlichen. Danach wird sich die 4Players GmbH nur noch auf andere Geschäftszweige fokussieren, genauer gesagt auf den Betrieb von Spieleservern (4Netplayers) sowie fortschrittliche Softwarelösungen für Spieleentwickler.

Was die Herausforderungen im Spielejournalismus sind und wie sich die heutige Arbeit der Spieletester von den Aufgaben der Hefte-Macher vor 20 Jahren unterscheidet, darüber berichtet Michael Graf, Mitglied der GameStar-Chefredaktion:

Spielejournalismus ist heute ganz anders als früher   61     39

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Philip Schuster, Geschäftsführer der 4Players GmbH, äußerte sich wie folgt zum Ende des Gaming-Portals und zur Neuausrichtung der Firma:

"Dieser Schritt ist uns nicht leichtgefallen. Ich habe das Portal als Gründer der Firma von der ersten Stunde an begleitet. 4Players.de war in vielerlei Hinsicht ein Pionier und hat sich als eines der ersten Online-Magazine im deutschsprachigen Markt einen enormen Stellenwert erarbeitet. Dafür möchten wir nicht nur allen ehemaligen oder jetzigen Redakteuren, sondern vor allem den Lesern danken, die das Portal über Jahre und teilweise Jahrzehnte begleitet und aktiv mitgestaltet haben.

4Players wird sich nun vollständig auf das Kerngeschäft wie Serverhosting, Software-Entwicklung sowie weitere Dienstleistungen konzentrieren. Anstatt fertige Spiele von außen zu betrachten, wollen wir es Entwicklern und Spiele-Publishern weltweit ermöglichen, sozialere, interaktivere und komplexere Spiele zu entwickeln und zu betreiben, indem wir schlüsselfertige, einfach zu integrierende Bausteine für alle Spieleplattformen anbieten."

Die gesamte GameStar-Redaktion wünscht den betroffenen Kolleginnen und Kollegen viel Erfolg und das Beste für die Zukunft. Wir werden eure spannenden Artikel und Videos, sowie die gemeinsamen Event-Besuche vermissen.

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