Unter Shooter-Fans wird Arc Raiders aktuell als eine Art Heiland angepriesen. Denn im Extraction-Genre, das mit Hunt: Showdown, Escape from Tarkov, Warzone und auch Helldivers 2 eigentlich bereits als übersättig galt, weht seit dem Release von Embarks neuem Titel endlich wieder frischer Wind. Dabei hatten viele Genre-Fans – mich eingeschlossen – Arc Raiders lange Zeit überhaupt nicht auf dem Schirm.
Doch seit einigen Tagen versinke ich regelrecht in diesem neuen Shooter mit faszinierendem Endzeit-Setting. Dank des sauberen technischen Zustand und einem interessanten PvPvE-Ansatz mit Killerrobotern aus dem Weltraum macht Arc Raiders mir richtig Spaß – so viel, dass ich doch beinahe meinem Genre-Liebling Hunt abspenstig werde.
Stellenweise leidet das Spiel allerdings noch merklich an Kinderkrankheiten und lässt etwa beim Inventar-Management, dem Trefferfeedback und dem PvP-Balancing noch einige Punkte grundlos liegen. Hier stelle ich euch sechs Stolpersteine vor, die Arc Raiders unbedingt noch beseitigen muss, um für mich zum unbestrittenen Genre-König zu werden.
Lasst uns endlich Loadouts speichern
Fangen wir mal bei einem der nervigsten Probleme an: Jedes Mal, wenn ich nach einer nicht so erfolgreichen Runde (nicht lebendig) nach Speranza zurückkehre, muss ich mir meine Ausrüstung für das nächste Match wieder neu zusammenbasteln. Dass ich das bislang nicht in einem einzigen Fenster erledigen kann, macht das Loadout-Bauen aktuell zu einer langwierigen Angelegenheit.
Ständig muss ich zwischen Crafting-Fenstern und Inventar hin- und herwechseln; nur um dann beim Rundenstart zu merken, dass ich doch wieder irgendeine Kleinigkeit vergessen habe. Ich persönlich wünsche mir hier einen Button, mit dem ich meine aktuell gewählte Ausrüstung speichern und für die nächsten Runden replizieren kann.
Fehlende Gegenstände würden dann einfach automatisch im Hintergrund hergestellt oder dazugekauft. Mir als Spieler würde Embark damit viel Lebenszeit ersparen - Genre-Konkurrent Hunt: Showdown, macht bereits vor, wie's gehen kann.
Besseres Inventar-Management
Im selben Atemzug sollte Embark im Inventar auch noch einen automatisierten Schrott verkaufen
Button nachliefern. Denn bei dem ganzen Loot, den ich von der Oberfläche mitbringe, verliere ich aktuell schnell den Überblick, was sich eigentlich alles in meinem Lager stapelt. Zwar kann ich meine Beute in der heimatlichen Werkstatt aktuell bereits verkaufen oder fürs weitere Crafting in seine Einzelteile zerlegen.
Häufig stelle ich dann aber eine halbe Stunde später fest, dass ich genau die Metallteile, die ich gerade verscherbelt habe, für meine nächste Quest gebraucht hätte. Eine klare Trennung von questrelevanten Items und Schrott wäre hilfreich, um richtig ausmisten zu können und würde mir viel Ärger ersparen.
Quest-Tracking leicht gemacht
Von einer besseren Menüführung würde auch das Quest-System von Arc Raiders profitieren. Denn während ich zwar aktive Quests im Hauptmenü angezeigt bekomme und dort auch abgeben kann, muss ich, um neue Aufträge anzunehmen, erst umständlich die einzelnen Trader in Speranza abklappern. Praktisch wäre es, bereits direkt im Hauptmenü eine nicht nach Tradern sortierte Übersicht aller verfügbaren Quests zu erhalten und dort auch alle neuen Aufträge akzeptieren zu können.
Ich würde allerdings im Hinblick auf das Quest-System noch deutlich weiter gehen: Denn während der Runden fehlt mir persönlich aktuell die Übersicht darüber, was ich nun eigentlich genau tun muss. Die Auflistung der Questziele hat Embark auf die Umgebungskarte verbannt.
Zumindest in meinem Fall führt das allerdings nicht zu mehr Immersion, sondern eher dazu, dass ich alle fünf Minuten die Map öffnen muss, um meinem vergesslichen Hirn auf die Sprünge zu helfen. Eine Art transparenter Hinweis am Bildschirmrand oder ein subtiler Questmarker wären hier hilfreich - ohne bin ich orientierungslos.
Auch wo es das Zeug gibt, was ich gerade brauche, erklärt mir das Spiel nicht wirklich. Dass ich endlich die Zitronen für mein Hühnchen Scrappy gefunden habe, habe ich meinen Kollegen Dimi und Natalie zu verdanken, die sich vorher eingelesen und herausgefunden haben, wo die gelben Früchte wachsen.
Zwar feiern viele Spieler, dass Arc Raider sie endlich wieder richtig zum Erkunden einlädt und geradezu herausfordert, einfach ein wenig planlos in der Welt herumzustöbern. Ich bin allerdings nicht gerne im Blindflug unterwegs und würde mich über etwas mehr konkrete Anweisungen vom Spiel freuen. Letztendlich ist das aber wohl eine Typfrage.
14:18
Arc Raiders - Weihnachten für Shooter-Fans!
Waffen mit mehr Wumms
Während die künstliche Intelligenz der Arcs die Gefechte gegen diese außerirdischen Killermaschinen jedes Mal zu einer Herausforderung macht und ein echtes Highlight des Spiels darstellt, versaut mir ein Detail die spaßigen Kämpfe immer wieder zuverlässig: Die Waffen haben einfach keinen richtigen Wumms.
Die Roboter-Gegner reagieren zwar bereits überzeugend, wenn ich ihre vielen detailliert gestalteten Schwachstellen punktgenau angreife, aber vor allem bei menschlichen Widersachern macht das Schießen aufgrund des quasi nicht vorhandenen Trefferfeedbacks aktuell nicht so recht Laune. Dabei verursachen die Waffen bereits weitgehend das richtige Maß an Schaden.
Doch irgendwie fühlt sich das Schießen so an, als würde ich lediglich mit Spuckkugeln auf feindliche Raider schießen und nicht mit einer vermeintlichen mächtigen Ferro. Dass ich einen Gegner wirklich getroffen habe, merke ich erst anhand des akustischen Signals, wenn sein Schild bricht. Hier wäre ein Hitmarker-Sound, mehr glaubhafter Rückstoß oder ein echtes Zurückstoßen der Gegner hilfreich.
Macht endlich eine Duo-Queue
Apropos Gegner und Waffen: Aktuell gibt es in Arc-Raiders genau zwei Arten von Matches. Die reinen Solo-Runden, in denen alle Spieler, die allein spielen zusammengesteckt werden, und die Team-Runden, in denen all diejenigen landen, die entweder zu zweit oder zu dritt unterwegs sind. Genau das ist allerdings ein Problem.
Denn während es auf den Solo-Servern aktuell weitgehend friedlich zugeht, lassen in den Team-Runden viele Spieler lieber die Waffen sprechen. Durch das gemeinsame Matchmaking finde ich mich jedoch aktuell im Duo häufig gut ausgerüsteten Trios gegenüber, die selbst auf die freundliche Bitte hin, friedlich zu bleiben, einfach das Feuer eröffnen. Dank der zahlenmäßigen Überlegenheit der Gegner ist der Ausgang dieser Gefechte meist vorprogrammiert.
Das Fehlen einer Duo-Queue macht Arc Raiders zwar nicht unspielbar; die unzähligen Tode durch zahlenmäßig überlegene Gegner sind jedoch frustrierend. Hier wäre es hilfreich, wenn Embark neben Single- und Trio-Queues bald auch eine Duo-Option anbieten würde. Denn nicht jeder von uns hat immer gleich zwei Freunde bei der Hand, die Zeit haben, sich gemeinsam ins Gefecht zu stürzen. Dem Balancing insgesamt würde diese kleine Neuerung jedenfalls guttun.
Gebt mir Einsicht in die Kartenwahl
Eine abschließende, wenn auch klitzekleine Komfort-Funktion, die mir als eifrigem Multiplayer-Spieler den Alltag versüßen würde, wäre eine Einsicht in die Kartenwahl innerhalb von Koop-Lobbys. Denn aktuell sehe ich als Teilnehmer nicht, welche Map und Umgebungsbedingung der Party-Anführer gerade auswählt.
Wenn ihr nicht nebenher mit eurer Gruppe im Discord seid, habt ihr keine Möglichkeit zu wissen, was euch in der nächsten Multiplayer-Runde erwartet. Hier wäre bereits eine kleine Anzeige irgendwo in der Bildschirm-Ecke hilfreich, was der Anführer für euch gewählt hat. Schmeckt mir als Party-Mitglied die Auswahl nicht, könnte ich so noch einfacher widersprechen und meinem Informationsbedürfnis wäre Genüge getan.
Welche Wünsche habt ihr für die Zukunft von Arc Raider? Schreibt es uns in die Kommentare! In der obigen Linkbox erfahrt ihr derweil noch mehr interessante News rund um Embarks neuen Extraction-Shooter.
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