858 TByte an südkoreanischen Regierungsdaten gehen buchstäblich in Flammen auf und die Community wundert sich, wieso kein Backup gemacht wurde

Ein Backup ist insbesondere bei wichtigen Daten essenziell – sonst sind diese bei einem Unglück für immer weg, wie die südkoreanische Regierung nun feststellen muss.

Ein Feuerunglück in Südkorea hat dafür gesorgt, dass mehr als 800 TByte an Regierungsdaten für immer verloren sind. (Bildquelle: Citrix) Ein Feuerunglück in Südkorea hat dafür gesorgt, dass mehr als 800 TByte an Regierungsdaten für immer verloren sind. (Bildquelle: Citrix)

Es kann jedem mal passieren: Die Festplatte geht kaputt und flugs sind wichtige Dokumente oder schöne Bilder und Videos futsch, wenn kein Backup angelegt wurde.

Rund zwei Wochen nach einem Unglück in einem südkoreanischen Datenzentrum macht sich nun das Fehlen einer solchen Datensicherung bemerkbar: Rund 858 TByte an staatlichen Daten sind unwiederbringlich verloren.

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Behörden von G-Drive abhängig

Am 26. September brach im südkoreanischen »National Information Resources Service« (NIRS) in Daejong, das für die Verwaltung vieler staatlichen Digitalapparate zuständig ist, ein großes Feuer aus.

Die allerwichtigste Nachricht zuerst: Bei dem Unglück ist niemand ums Leben gekommen.

Nachdem die Flammen, die mehrere Stunden wüteten, gelöscht wurden, ging es schließlich an die Aufräumarbeiten. Dabei stellten die Hilfskräfte fest, dass nahezu alle Server-Racks des Dienstes G-Drive mindestens in Mitleidenschaft, wenn nicht gar zerstört wurden.

  • Bei G-Drive (kurz für »Government Drive«) handelt es sich TechSpot zufolge um einen Cloud-Dienst, der Daten von etwa 125.000 Staatsbediensteten (bis zu 30 GByte pro Kopf) enthielt. Diese Cloud wurde im NIRS gehostet.
  • 163 öffentliche Dienste waren von G-Drive abhängig, die von Import- und Exportzertifizierungen bis hin zu Sicherheitschecks rangierten.

»Acht Jahre an Arbeit sind verloren«

Insgesamt wurden 647 Systeme beschädigt; 96 weitere G-Drive-Systeme sind komplett zerstört. Rund sechs Tage nach dem Unglück konnten so nur zehn Prozent der Daten gerettet werden. Ein Regierungsoffizieller erklärte hierzu, dass etwa acht Jahre an Arbeit verloren gegangen sind.

Diese Umstände führten in der Folge zu weitreichenden Störungen in Südkorea. Noch immer sollen die Postbehörden im Staat mit Problemen zu kämpfen haben.

Eine solche Nachricht macht natürlich auch innerhalb der tech-affinen Community die Runde: Im Technology-Subreddit herrscht primär Verwunderung darüber, dass wohl niemand an eine Datensicherung gedacht hat.

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Schließlich gelten Backups »seit Tag Eins als einer der Eckpfeiler des Datenspeichers«. Für solche Fälle habe man Jahrzehnte an Zeit – ein Reddit-Kommentar wirft der südkoreanischen Regierung Versagen vor, da man einen solchen Datenspeicher schlicht und ergreifend nicht ohne Backup-Pläne aufzieht.

Marginal konstruktiver ist ein weiterer Kommentar: »Die Leute haben wohl nicht die 3-2-1-Regel befolgt«. Was das ist und wie sie euch bei euren Backups helfen kann, erklärt euch Alana:

Wie The Chosun berichtet, argumentierten Regierungsoffizielle damit, dass die Größe der Daten ein Backup unmöglich machte. Das Innenministerium habe die Angestellten sogar angewiesen, Daten explizit in der G-Drive und nicht auf eigenen Büro-PCs zu lagern.

Eine Lösung mit der Brechstange wäre aber durchaus im Rahmen des Möglichen gewesen, wie ein weiterer Kommentar meint: Ein RAID-NAS mit einem Petabyte an Speicher koste weniger als 100.000 US-Dollar. Notfalls ließe sich diese Kapazität auch auf zwei Non-RAID-Systeme zum selben Preis aufteilen.

Eine Regierung habe entsprechend kein Argument, sich eine solche Backup-Lösung nicht zu leisten, wenn selbst »Teilzeit-YouTuber sich größere Speicher-Set-ups leisten können«.

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