Der Cosori Iconic Duo kostet UVP ziemlich genau dreimal so viel wie der Bosch Airfryer Serie 6, den ich als meinen ersten Airfryer überhaupt im Test hatte. Ist der Vergleich da nicht unfair? Ich hole kurz aus.
Was mich als Heißluftfrittenskeptiker überzeugt hat, ist die Simplizität der Geräte. Essen rein, einschalten, fertig. In meiner Brust schlägt aber auch ein Hobbykochherz. Daher stellte ich mir eine Frage.
»Wie viel mehr kann ich mit einem Airfryer anstellen, der teurer ist?«
Die Antwort darauf, ob ein teureres Gerät automatisch besser ist, ist deutlich vielschichtiger, als der Preis vermuten lässt.
Seit vier Wochen koche ich mit der Cosori Iconic Duo und ziehe jetzt ein erstes Fazit.
»O nein. Edelstahl.«
Das war die initiale Reaktion meiner Frau – und auch wenn ich sie nicht teile, kann ich sie verstehen.
- Edelstahl zieht Fingerabdrücke sowie Wasser- und Fettflecken magisch an. Das sieht nicht schön aus.
- Edelstahl sieht aber, nun, durchaus edel aus und macht mehr her als Kunststoff. Es passt also zum Preisschild des Airfryers.
Nachstehend ein Vergleichsbild zum Plastikchassis des Bosch-Vorgängers – der übrigens auch Gebrauchsspuren aufweist.
Freilich erfreue ich mich an einer makellosen Optik, aber mein Pragmatismus gewinnt am Ende: Ein Airfryer ist ein Gebrauchsgegenstand. Wenn er wie geleckt aussieht, dann habe ich ihn nicht ausgiebig genug benutzt.
Keine Sorge, auf die Funktionsvielfalt gehe ich noch ein. Mit der kann ein günstigeres Gerät nicht mithalten und dürfte für viele der Kaufgrund schlechthin sein. Zunächst aber zwei Details, die der Cosori Iconic meinem persönlichen Vorgänger voraus hat. Hier merkt man einfach, dass beim Konstruieren der Fritte mitgedacht wurde.
- An der Rückseite befinden sich zwei Abstandshalter. Diese sorgen dafür, dass man das Gerät nicht direkt an die Wand stellt, wo sich Hitze sammeln kann, was unter Umständen schlecht für Raumtrenner und Gerät sein kann.
- Die Abluft stößt der Cosori nach oben und nicht nach hinten ab. Dadurch verflüchtigt sie sich quasi im Raum und macht mir auch keine Probleme, obwohl der Airfryer unter einem Hängeschrank steht.
Was mir ebenfalls sofort aufgefallen ist: Der 369-Euro-Airfryer wird nicht so laut wie das 120-Euro-Pendant, auch unter Volllast.
Nachstehend seht – und vor allem hört – ihr ein Video, bei dem ich den Cosori auf maximaler Umluftstufe habe laufen lassen. Klar, die Stecknadel hört man nicht mehr fallen, aber ich kann mich dennoch bequem über das Dröhnen unterhalten.
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Cosori Iconic Duo: So laut wird der 369 Euro teure Edel-Airfryer
Von innen kleiner als von außen
Ich habe kein Bild geschossen, aber ihr könnt mir glauben, dass die Schachtel des Cosori riesig war. Kurz habe ich sogar gezweifelt, ob der Oschi auf meine Arbeitsplatte passt. Am Ende waren meine Zweifel unbegründet – übrigens auch hinsichtlich des Volumens, das ich für unseren Zwei-Personen-Haushalt zu hoch eingeschätzt habe.
Die Message des Cosori Iconic Duo ist ganz klar. Hier geht es nicht darum, eine Großfamilie zu versorgen. Vielmehr steht Flexibilität im Vordergrund, welche zwei separate Garkörbe liefern, die man unabhängig voneinander betreiben kann.
Das verdoppelt die Möglichkeiten, mindestens. In einem Korb habe ich beispielsweise mein Gemüse gegart, im anderen die Hähnchenbrust dazu. Mit einem Korb müsste ich hier den richtigen Moment abpassen, und das Fleisch hinzufügen.
Und ich bin ehrlich: Ich dachte anfangs, dass ich das nicht brauchen würde. Jetzt bin ich froh darüber, auch dank einer Funktion, die zwar nicht Cosori-exklusiv ist, mir das (Koch-)Leben aber spürbar erleichtert.
Ich kann beide Körbe aufeinander abstimmen, sodass die Zutaten zusammen fertig werden.
- Mein Gemüse möchte ich bei 160 Grad Celsius heißluftfrittieren und es braucht 20 Minuten.
- Die Hähnchenbrust kommt bei 180 Grad Celsius zum Grillen in den anderen Korb und braucht etwa 15 Minuten.
Durch die Sync-Funktion kann ich beides schon mal voreinstellen und der Cosori schaltet einfach das Fach hinzu, das weniger Zeit braucht.
Das richtige Timing für verschiedene Zutaten zu finden und sich auch daran zu halten, ist ein hohe Hürde in der Küche. Während also beides vor sich hin kocht, kann ich schon mal Tischdecken und Messer und Brettchen abspülen. Nice.
Ach ja, natürlich kann eine Einstellung auf beide Körbe übernehmen, wenn ich zweimal dieselben Zutaten geladen habe.
Simplizität vs. Komplexität
Der markanteste Unterschied zwischen einem günstigen Airfryer und einem teuren sind oftmals die Programme. Hier verbirgt sich der Kern meiner Neugier, denn ich wollte wissen, ob eine Heißluftfritteuse noch mehr kann.
Ja, aber.
Zuerst zum Positiven. Der Cosori hat sieben Programme, die jeweils ein bisschen anders funktionieren.
- Air Fry
- Rösten
- Grillen
- Erhitzen
- Backen
- Trocknen
- Gehen (gemeint ist Teig gehen lassen)
Damit kann ich viel granularer einstellen, was ich denn nun machen will. Klar, die Pommes will ich heißluftfrittieren, aber Brötchen will ich ja nur erhitzen und nicht verkohlen – und genau hier reckte ein Problem sein hässliches Köpfchen.
Die Simplizität des einkörbigen, einprogrammigen Bosch Series 6 ist weg. Gerade deswegen hatte mich das Gerät so begeistert. Wortwörtlich Essen reinwerfen, Pi mal Daumen einstellen und fertig ist die Mahlzeit.
Reinschmeißen und vergessen ist beim Cosori ist nicht.
Mein erster Versuch ging direkt in die Hose. Ich habe zunächst einfach Brötchen aus der Tiefkühltruhe aufgebacken. Air Fry. 180 Grad Celsius. 10 Minuten. So war’s beim Bosch ja auch.
Herausgekommen sind zu dunkle Weck, die in der Mitte noch einen kalten Kern hatten. No bueno, wie man in der französischen Küche sagt. Da wurde mir klar, dass die Funktionsvielfalt auch bedeutet, dass ich den Airfryer aufmerksamer bedienen muss.
- Schlecht, weil ich mich erstmal herantasten muss, was wie funktioniert und was nicht (zum Leidwesen meiner Frau).
- Gut, weil ich dadurch viel mehr Möglichkeiten habe, wenn ich weiß, wie die Fritte tickt.
Summasummarum ist die Lernkurve hier steiler als beim Vorgänger, etwas, das ich lernen musste.
Was ich mir gewünscht hätte
Heißluftfritteusen zählen für mich zu den »Macht, was es soll«-Geräten. Ein paar Wünsche habe ich dennoch.
- Am Cosori Icon Duo kann ich Programm, Temperatur und Timer einzeln einstellen – allerdings nicht die Umluftstärke. Theoretisch hat die fünf Stufen, allerdings ist die Stufe stets an das Programm gekoppelt, das ich wähle, welches wiederum an ein Temperaturspektrum geknüpft ist.
- Die Schüttelerinnerung der Bosch Series 6 war überraschend praktisch. Nach der Hälfte der Zeit piepste das Gerät, damit ich den Inhalt schüttle (oder umrühre), damit alles gleichmäßig braun wird. Im Kocheifer in der Küche kann man das schon vergessen. Der Cosori besitzt das nicht.
- Ein Fenster wäre cool, um den Inhalt zu sehen. Klar kann ich auch einfach die Schublade aufziehen, aber mal davon abgesehen, dass es ein extra Handgriff ist, geht dabei Hitze verloren.
Fazit nach 4 Wochen
In typisch (wahl-)fränkischer Manier dachte ich mir »Bassd scho« und habe den Cosori Icon Duo auf Gutdünken angeschmissen. Ein Fehler, den ich mit dunklen, halb gefrorenen Brötchen bezahlt habe.
Machen wir uns nichts vor: Im Vergleich ist der dreimal so teure Airfryer der bessere. Keine Frage. Dafür büßt man allerdings auch ein wenig der Einfachheit ein, die eine günstige Alternative mit sich bringt. Ob das ein Problem ist, hängt von euch ab.
- Wollt ihr eine Heißluftfritte für knusprige Pommes und zum Erhitzen von Speisen? Dann braucht’s keine 369 Euro für das Gerät.
- Arbeitet ihr euch gerne in ein Küchengerät ein und lotet aus, was man damit so alles anstellen kann? Dann sind die simplen Heißluftfritteusen, nun, zu simpel.
Ja, ich musste zunächst lernen, dass Airfryer nicht Airfryer ist, aber jetzt eröffnet sich mir eine viel größere Spielwiese. Und wenn ich das Gerät endlich besser kenne, weiß ich auch, welche Knöpfchen ich drücken muss – nämlich 15 Minuten bei 180 Grad Celsius im Backenmodus, wenn meine Brötchen aus dem Gefrierschrank auch innen warm sein sollen.
Vorenthalten will ich euch nicht meinen Versuch von Pizzateig. Der sollte bereits in diesem Artikel auftauchen, aber meine Hefe wollte nicht, wie ich wollte.
Ich werde in Zukunft nach ein paar Monaten mehr abermals ein Fazit ziehen. Bis dahin will ich einen ordentlichen Hefeteig im Airfryer gehen lassen und auch mal einen Kuchen darin backen. Ach ja, und wie wäre es eigentlich mal mit einem Schmorgericht wie Gulasch?
Wenn ihr noch Ideen oder Wünsche habt, schreibt sie gerne in die Kommentare.
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