Aktuell eine Grafikkarte zu benötigen ist kein wirklich großer Spaß, noch immer liegen die Preise weit über dem, was für die Leistung vertretbar scheint. Da liegt der Gedanke nahe, einfach so günstig wie möglich in der aktuellen Generation einzukaufen und zu hoffen, dass die Hersteller schon keinen Unfug produzieren. Mitunter kann eine geringe Mehrinvestition aber für spürbar mehr Leistung sorgen.
Update: Wie so oft sind einige der Angebote nur von kurzer Natur. Die Sapphire Pulse RX 6600 gehört dazu - nicht zuletzt euer Interesse durch diese News hat für einen raschen Ausverkauf bei Mindfactory gesorgt. Wir haben daher eine minimal teurere Version alternativ verlinkt.
Alle Grafikkartenangebote bei MindfactoryShowdown: AMD Radeon RX 6600 vs. Nvidia Geforce RTX 3050
Zugegeben, eigentlich ist der direkte AMD-Konkurrent der RTX 3050 die Radeon RX 6500 XT. Allerdings leistete sich AMD bei dieser Karte einige fast schon unverantwortliche Schnitzer, die zwar am Ende den Preis angenehm niedrig halten, im Alltag aber immer wieder für nervige Ruckler und Probleme sorgen. Nur 4 Gigabyte VRAM treffen da auf ein sehr schmales 64-Bit-Speicherinterface und eine zu eingeschränkte x4-PCIe-Schnittstelle. Video De- und Encoder gibt es gleich gar nicht. Einziger Pluspunkt: Der Preis. Ab 239 Euro gibt es die RX 6500XT, fast schon ungewohnt niedrige Preisvorstellungen.
- XFX Radeon RX 6500XT Qick210 Black Gaming 4GB für 239 Euro
- Sapphire Radeon RX 6500XT Pulse Gaming 4GB für 249 Euro
Achtung bei Angeboten - Versandkostenbetrug
Eher dreist sind einige Marktplatzhändler bei Amazon. Mit sehr niedrigen GPU-Preisen schaffen sie es bei Vergleichsportalen wie Geizhals.de ganz nach oben, nur um dann unverschämte Versandkosten aufzuschlagen. Auf den ersten Blick mag diese RTX 3060 nur minimal teurer sein als eine RTX 3050. Bei 99 Euro Versandkosten erweist sich das Schnäppchen aber schnell als gar nicht mehr so guter Deal (zumal ihr im Falle einer Rückgabe diese 99 Euro nicht zurückerstattet bekommt).
Nvidia Geforce RTX 3050
Nvidia hingegen war weniger geizig bei den Features, so setzt die RTX 3050 auf 8 Gigabyte Speicher, angebunden mit 128 Bit Bandbreite. Das PCIe-Interface ist mit 8x auch für Besitzer älterer PCIe Gen3-Mainboards ausreichend dimensioniert und auch sonst wurde nur bei den CUDA-Cores abgespeckt - sogar Video De- und Encoding gönnt uns Nvidia, fast müsste man inzwischen dankbar dafür sein.
Was die reine Performance (sofern das jeweilige Spiel nicht ins Speicherloch der RX 6500XT fällt) angeht, liegen RX 6500XT und RTX 3050 sogar auf einem recht ähnlichen Niveau - mit kleinen Vorteilen für Nvidia wenn Raytracing oder DLSS gefragt sind. Nur preislich tut sich die kleine Ampere-Karte schwer gegen die Konkurrenz: Die RTX 3050 wird ab 369 Euro angeboten, die AMD-Karte ab 239 Euro. So gesehen konkurriert die RTX 3050 aber fast schon mit der nächst größeren und deutlich weniger beschnittenen Radeon, der RX 6600..
- 8 Gigabyte GDDR6
- DLSS
- Raytracing schneller als bei AMD
- Preis
AMD Radeon RX 6600
Investiert ihr knapp 80 Euro mehr, bekommt ihr statt der RTX 3050 AMDs Mittelklasse-Radeon RX 6600. Die Karte nutzt ebenfalls 8 Gigabyte GDDR6 mit einem 128 Bit breitem Speicherinterface und wirkt auch sonst wie ein guter Konkurrent der RTX 3050. Allerdings zieht sie in FullHD-Auflösung einen sichtbaren Vorteil aus dem 32 Megabyte großen Infinity Cache direkt auf dem GPU-Die und taktet ihre Shadereinheiten deutlich höher.
Im Benchmarkvergleich bleibt so ein Leistungsvorteil von gut 25-30% gegenüber der RTX 3050 bei einem eher überschaubaren Aufpreis. Sogar die RTX 3060 ist fast in Schlagreichweite zur RX 6600 - obwohl diese Karte aktuell gut 650 Euro kostet (wie die Asus RTX 3060 Dual OC bei Alternate), knapp 200 Euro Aufpreis gegenüber der RX 6600. Da würden wir dann doch vorschlagen, noch einmal 50 Euro draufzulegen und für 699 Euro die RTX 3060 Ti zu erwerben - weniger Speicher (8 statt 12 GB) aber dafür fast die Leistung einer RTX 3070.
Zugegeben, mit DLSS holt die Ampere-Karte kräftig auf. Raytracing hingegen würden wir in dieser Leistungsklasse eher nicht als kaufentscheidendes Merkmal nutzen wollen, sowohl RTX 3050 als auch RX 6600 sind hier für die meisten Titel schlicht zu langsam.
- Infinity Cache
- hohe Rasterizerperformance
- Preis
- Raytracing eher langsam
