Radeon-Vorstellung: Das vielleicht wichtigste Feature wurde nicht erwähnt

AMD hat die Radeon RX 6700 XT gestern vorgestellt, aber zum vielleicht wichtigsten Thema kein Wort gesagt - Was ist mit FidelityFX Super Resolution?

von Alexander Köpf,
04.03.2021 11:30 Uhr

AMDs FidelityFX Super Resolution soll plattformübergreifend erscheinen. AMDs FidelityFX Super Resolution soll plattformübergreifend erscheinen.

Wenn ihr gestern die Präsentation von AMDs neuen Radeon-Grafikkarten verfolgt oder unseren Artikel zur RX 6700 XT gelesen habt, habt ihr vielleicht ein wichtiges Detail vermisst: Was ist denn nun mit AMDs Alternative zu Nvidias Deep Learning Super Sampling, das ebenso eingängig auszusprechende Fidelity FX Super Resolution?

Was ist DLSS?

Falls euch das alles gar nichts sagt: Nvidia bietet mit seinen RTX-Grafikkarten, also RTX 2000 und RTX 3000, eine Upscaling-Methode auf Basis von KI-Algorithmen - genannt DLSS, oder wie oben ausgeschrieben Deep Learning Super Sampling. Wie die Technik genau funktioniert, erklären wir euch im Video.

Was ist DLSS? - Nvidias neue Kantenglättung im Detail erklärt 9:05 Was ist DLSS? - Nvidias neue Kantenglättung im Detail erklärt

In Nvidias Rechenzentren bekommt die KI von Spielen, welche die Technik unterstützen, unterschiedlich hoch aufgelöste Bilder vorgesetzt. Ziel ist es, ihr beizubringen, aus wenig Bildinformation - also einer sehr niedrigen Auflösung - auf ein hoch aufgelöstes Bild mit viel mehr Bildinformation zu schließen. Beispielsweise von Full HD (1080p) auf Ultra HD (4K).

Vereinfacht gesagt, wird der KI solange auf die Finger geklopft, bis das skalierte Bild nicht mehr vom Original zu unterscheiden ist. Die neuronalen Netzwerke dahinter werden als Generator (Ersteller des skalierten Bildes) und Discriminator (Überprüfer) bezeichnet.

Mit DLSS ist es so möglich, die Bildrate in Spielen teils drastisch zu erhöhen. Und das in einer Qualität, die oftmals nicht mehr vom nativen Rendering zu unterscheiden ist, wie auch unser Technikcheck zu DLSS 2.0 belegt:

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AMD bietet mit Fidelity FX CAS zwar ebenfalls eine Skalierungsmethode, die basiert jedoch auf Interpolation und Schärfefilterung und ist gegenüber DLSS klar im Nachteil.

Super Resolution als DLSS-Alternative

Mit Fidelity FX Super Resolution, kurz FXSR, will AMD wieder gleichziehen - angekündigt ist das Feature bereits. Auf der Vorstellung der Radeon RX 6700 XT gestern Abend hat AMD jedoch leider keine neuen Details verraten.

YouTuber Linus Sebastian von Linus Tech Tips will etwas mehr wissen. Demnach möchte AMD warten, bis die Technologie ausgereift ist und sie dann auf allen Plattformen, welche auf der RDNA-Architektur basieren, gleichzeitig veröffentlichen. Sprich: für Grafikkarten, Xbox Series X/S und PlayStation 5.

"Anscheinend wollen sie [AMD, FXSR] nicht nur auf einer neuen Top-End-Karte herausbringen, sondern es soll in jeder Hinsicht plattformübergreifend sein. Sie wollen also, dass es auf all ihren GPUs läuft, auch auf denen in den Konsolen, bevor es losgeht.

Es wäre zwar schön gewesen, wenn es zum Zeitpunkt der Markteinführung der Karten [RX 6000] fertig gewesen wäre, aber wie wir bei Nvidias DLSS 1.0 im Vergleich zu DLSS 2.0 gesehen haben, könnte das der bessere Weg sein."

Damit spielt Linus auf die anfänglich teils schlechte Bildqualität von DLSS an, die sich im Lauf der Zeit zwar deutlich steigerte, aber erst mit Version 2.0 ihr Potenzial richtig auszuschöpfen begann.

Was wissen wir über die Technik hinter FXSR?

Fidelity FX Super Resolution nutzt Microsofts DirectML-Programmierschnittstelle - das ML steht für Machine Learning. Im Gegensatz zu DLSS scheint die Technologie keine dedizierten Rechenkerne zu nutzen, sondern die bestehenden, frei programmierbaren Shader-Einheiten.

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