Android System SafetyCore wird automatisch auf vielen Handys installiert. Die System-App von Google soll offiziell für mehr Sicherheit sorgen. Tatsächlich sorgt sie bei Nutzern für Empörung. Und das weil viele vermuten, die App würde heimlich Nacktfotos auf ihren Handys scannen.
Was ist Android System SafetyCore und warum wird sie automatisch installiert?
Android System SafetyCore ist eine System-App direkt von Google. Es handelt sich hierbei um keine Malware. Die App wurde bereits auf Smartphones mehrerer Hersteller entdeckt, darunter Google, Samsung und Xiaomi.
Leider sind in der Beschreibung im Play Store nur wenige Informationen zu finden. Dort heißt es nur:
Android System SafetyCore ist ein Systemdienst, der Sicherheitsfunktionen für Android-Geräte bereitstellt.
Auf dem Google Developers Forum heißt es weiter, dass die App eine datenschutzfreundliche On-Device-Infrastruktur für den Nutzerschutz für Apps bietet.
Das bedeutet, dass die App keine Daten an externe Server schickt.
Soweit klingt das recht harmlos. Das ändert sich aber, wenn man in die Kommentare im Play Store blickt
0:46
Für iPhone und Android: »123-Taste gedrückt halten« ist einer der praktischsten Shortcuts
Deswegen sind die Leute über Android System SafetyCore empört
In den Kommentaren zeigen sich die Nutzer teilweise entsetzt:
Samma tickt Google noch richtig, Usern einfach ungefragt eine nicht dokumentierte App unterzujubeln mit Zugriff auf Bilder und Daten, ohne Erklärung was sie macht?
So wie im Kommentar von MarshalClarke geht es in den meisten Negativ-Rezensionen darum, dass die App ohne vorherige Zustimmung auf den Endgeräten installiert wurde. Außerdem fühlen sich die Nutzer durch die mangelnden Informationen in der App-Beschreibung schlecht aufgeklärt.
Was die Leute über die Aufgabe der App vermuten: Die App soll die Bilder auf eurem Handy scannen. Im Speziellen sei sie auf der Suche nach Nacktbildern, um diese gegebenenfalls zu verpixeln.
Wofür die App tatsächlich da ist: Wie oben erwähnt, schreibt Google selbst recht wenig über die Funktionalität der App. Laut dem Blog 9to5Google soll die App neue Schutzfunktionen für Google Messages und künftig wohl noch für andere Apps bereitstellen.
Im Herbst hat Google mehrere neue Sicherheitsfunktionen angekündigt, darunter eine, die Warnungen für sensible Inhalte anzeigt. Außerdem verpixelt die Funktion Bilder, die möglicherweise Nacktheit enthalten. Das soll als automatisierte Schwelle ("speed bump") sowohl beim Verschicken als auch Erhalten von Nacktbildern helfen. Google betont, dass das auf dem Smartphone passiert und keine Inhalte an externe Server geschickt werden. Die Funktion soll optional bleiben.
Entwarnung: Ihr braucht die App nicht zu löschen
Dass Google mit der App potenziell Nacktfotos scannt, klingt zuerst einmal nicht vertrauenswürdig. Allerdings hier das, was wir wissen, in Kürze:
- Es geht nur um Fotos, die in Google Messages versendet oder erhalten werden
- Google sendet keine Daten an externe Server
- Die Einstellung wird optional sein
- die Einstellung richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche mit Smartphones
Falls ihr aber befürchtet, dass Google die Fotos auf eurem Speicher scannt und mögliche Nacktfotos extern weiterverarbeitet, dann müsst ihr euch über die App keine Sorgen machen. Denn das ist nicht ihre Aufgabe.
Tatsächlich lagert Google schon seit Jahren immer wieder Systemkomponenten in eigenständige Apps aus. Ein Beispiel hierfür ist die Einführung von Mainline mit Android 10. Das Ziel hiervon ist es, dass bestimmte Updates über den Play Store abgewickelt werden können, ohne dass auf ein großes Android-Update gewartet werden muss.
Dennoch kann man die mangelnde Transparenz in der Kommunikation seitens Google kritisieren. Mehr Erklärung hätte hier wahrscheinlich einigen Schaden begrenzen können.
Wir haben Google um eine Stellungnahme hierzu gebeten und veröffentlichen diese gegebenenfalls.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.