Wer meine Tests häufiger liest, wird wissen, dass ich ein großer Freund Docking-Stations bin. Es gibt zumindest für mich nichts praktischeres, als meinen Laptop mit einem einzigen Kabel am Schreibtisch mit allen Peripheriegeräten inklusive Monitor zu verbinden und den Rechner gleichzeitig auch noch mit Strom zu versorgen.
Vor einiger Zeit hatte ich von Anker bereits das Nano-Dock im Test, welches mich auch absolut überzeugen konnte. Heute ist es Zeit für das Spitzenmodell, das Anker Prime Dock.
Transparenzhinweis
Anker hat mir die Anker Prime Docking Station für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Artikels und bekam keine Einsicht vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Hochwertig und nicht ganz billig
Das Prime Dock ist, wie erwähnt, das aktuell beste
Dock, das der Hersteller im Angebot hat. Mit 279 Euro ist dazu gleichzeitig auch das mit Abstand teuerste Modell. Mal sehen, ob das Gerät den hohen Preis auch rechtfertigt.
Optisch und haptisch kann das Prime Dock schon mal überzeugen, zwar besteht das Gehäuse aus Kunststoff, der fühlt sich allerdings durchaus hochwertig an. Die komplette Front wird aus hochglänzendem Plastik gefertigt, daran sieht man natürlich selbst das kleinste Staubkorn. Nach dem Einschalten leuchtet an der Front noch ein kleines Display auf, das euch mit diversen Informationen versorgt, dazu später mehr.
Kommen wir aber zunächst zu den Anschlüssen, das ist schließlich der Hauptgrund, warum man eine Docking-Station kauft. Das Prime Dock bietet seinem Besitzer die folgenden Ports:
- Vorderseite
- 2x USB-C (10 Gbit/s und max. 100 W)
- 1x USB-C (5 Gbit/s und max. 100 W)
- 1x SD- und microSD-Kartenleser
- 1x 3,5-mm-Audio
- Rückseite
- 1x 2,5 Gbit/s LAN
- 1x USB-A (480 Mbit/s)
- 2x USB-A (5Gbit/s)
- 1x Displayport (bis 8K bei 60 Hz)
- 2x HDMI (jeweils bis 4K bei 60Hz)
- 1x USB-C Upstream (10Gbit/s und max. 140 W)
Die Anzahl der gebotenen Anschlüsse sollte für die allermeisten Anwender völlig ausreichend sein. Bei der Geschwindigkeit hätte ich allerdings gerne etwas mehr gesehen. Der Upstream erfolgt lediglich mit USB-3.2-Gen2 (10 Gbit/s), hier hätte es bei dem Preis auch gerne USB4 sein dürfen. Wer über das Dock aber nicht ständig größere Datenmengen schiebt, wird davon nichts mitbekommen.
Das Display
Wie schon erwähnt, hat das Anker Prime Dock ein kleines Display. Auf diesem könnt ihr in Echtzeit sehen, wie viel Strom die angeschlossenen Geräte verbrauchen. Unterteilt ist die Anzeige dann in den aktuellen Gesamtverbrauch sowie der Leistungsaufnahme der einzelnen angeschlossenen USB-Geräte und des Notebooks.
Weiterhin könnt ihr die Anzeige so einstellen, dass ihr seht welche Displays angeschlossen sind und mit welcher Auflösung und Bildwiederholfrequenz diese arbeiten. An der rechten Seite befindet sich ein griffiger Drehknopf, mit dessen Hilfe ihr durch die verschiedenen Ansichten schalten könnt. Es lassen sich auf Wunsch verschiedene Bildschirmschoner aktivieren, die euch dann die aktuelle Uhrzeit und das Datum anzeigen.
Inbetriebnahme
Ich bin es gewohnt, dass ich ein Dock auspacke, die Kabel anschließe und alles läuft. Das ist beim Prime Dock nicht der Fall. Es hat mich anfangs echt ratlos gemacht, dass ich keine Bildausgabe auf meinem externen Monitor hatte. Erst als ich noch einmal auf der Homepage nachgelesen habe, wurde mir klar, dass zum Betrieb ein zusätzlicher Treiber nötig ist. Nachdem dieser installiert war, hat alles wie gewünscht funktioniert.
Anker bietet mit dem Dock Manager
auch noch eine nette Software. Hier könnt ihr auf einer übersichtlichen Oberfläche eure Display-Konfiguration einstellen und die gleichen Infos sehen, die auch das kleine Display am Gerät ausgibt. Insgesamt ganz nett, aber nicht wirklich nötig. Die Installation empfiehlt sich dennoch, denn ihr könnt mit der Software auch die Firmware der Docking-Station aktualisieren.
Erfahrungen aus der Praxis
Ich verwende das Prime Dock seit etwa 14 Tagen. Bisher verrichtet seine Arbeit zuverlässig und absolut unauffällig. Etwas Besseres kann man über eine Docking-Station eigentlich nicht sagen. Mir hat die hohe Ladeleistung (bis 100 Watt) an den vorderen USB-C-Ports gut gefallen. Hier lassen sich Powerbanks oder Smartphones zügig aufladen.
Im Inneren des Docks arbeitet auch ein Lüfter, der dafür sorgt, dass die Elektronik nicht überhitzt. Während meines Tests konnte ich vom Ventilator allerdings nichts hören, lediglich an einem besonders heißen Tag hört man ihn arbeiten, wenn man das Ohr direkt ans Gehäuse hält.
Dann gibt es da noch eine Sache, die mir so richtig auf den Keks geht. Der USB-C-Upstream sitzt nicht wie alle anderen Ports bündig im Gehäuse, sondern in einer Vertiefung. Mit dem mitgelieferten Kabel ist das kein Problem, allerdings passen Kabel mit einem nur minimal voluminösen Stecker nicht in die Buchse.
Das liegt zum einen an der Vertiefung selbst, darüber hinaus gibt es in dieser Mulde links und rechts noch zwei Plastiknasen, die das Einführen auch nur minimal dickerer Stecker unmöglich machen. Ich habe eine ganze Kiste mit USB-C-Kabeln hier und gut 85 Prozent davon passen nicht. Mensch Anker, das muss doch nicht sein! Was spricht dagegen, den Upstream-Anschluss einfach bündig ins Gehäuse einzubauen?
Meine Meinung
Sven Scharpe
Mir hat das Anker Prime Dock wirklich ausgesprochen gut gefallen. Es funktioniert zuverlässig und die Art und Anzahl der Anschlüsse sind sinnvoll gewählt. Besonders die Möglichkeit, das Dock auch als leistungsstarkes Ladegerät zu nutzen, fand ich wirklich praktisch. Das eingebaute Display liefert durchaus interessante Informationen. Ob man das wirklich braucht, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Fakt ist aber, dass die Docking-Station mit dem kleinen Bildschirm schon was auf dem Schreibtisch hermacht.
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Wirklich genervt hat mich allerdings, dass viele USB-C-Kabel nicht mit dem Upstream-Port kompatibel sind. Es ist einfach völlig unnötig, den Anschluss in einer Vertiefung zu platzieren und dem Anwender das Leben schwer zu machen. Ja, ein passendes Kabel liegt bei, aber was ist, wenn man ein längeres Kabel verwenden möchte? Dann geht erst einmal die Sucherei los.
Insgesamt ist das Prime Dock von Anker ein sehr hochwertiges und empfehlenswertes Dock, das ich mir auch selbst kaufen würde.


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