Anfang 2026 hat die Hamburger Organisation AI Beavers ein sogenannten Hackathon
veranstaltet.
Daran haben rund 400 Programmierer aus 40 Ländern teilgenommen, so auch die Portugiesin Rita Barbosa, die derzeit in Hamburg ihren Masterabschluss in Künstlicher Intelligenz macht.
- Die Grundidee des Events war es, innerhalb von 48 Stunden KI-gestützte Anwendungen zu entwickeln, aus denen später reale Produkte werden können.
- Barbosa gewann mit ihrem App-Projekt den ersten Platz. Dafür erhielt sie für ihre Firma Guardian Labs ein Preisgeld von 5.000 Dollar, ergänzt um 68.500 Dollar an Guthaben (etwa für Cloud-Plattformen oder API-Anbieter wie AWS oder die Google Cloud).
- Barbosa hatte für ihre App auch eine persönliche Motivation: Ihre Großmutter war Opfer eines betrügerischen Handy-Anrufs. Sie verlor dadurch eine Summe zwischen 3.000 und 4.000 Euro und hatte danach Angst, ihr Handy weiter zu benutzen (via fct.unl.pt).
51:40
Wenn der Chatbot zur Gefahr wird: KI und unsere Psyche
Auf der Webseite des Projekts äußert sich Barbosa folgendermaßen dazu:
Jemand rief meine Großmutter an und stahl ihr innerhalb weniger Minuten mehr als nur Geld. Er raubte ihr ihre Würde und das Selbstvertrauen, Anrufe anzunehmen. Er raubte ihr die Verbindung zur Welt. Der Guardian wurde gegründet, damit keine Familie so etwas durchmachen muss.
Die Grundidee der App
Die Guardian-App setzt auf einen KI-Agenten, der auf dem Handy eingehende Anrufe und Nachrichten innerhalb von zwei Sekunden analysiert.
Durch die Erkennung von typischen Mustern und Warnsignalen soll die App in der Lage sein, zuverlässig festzustellen, ob es sich um einen Betrugsversuch handelt.
Dass diese Erkennung zuverlässig funktioniert, ist hier von besonders großer Bedeutung, da die App entsprechende Anrufe und Nachrichten dem Besitzer des Handys nicht mehr zeigt, um ihm die Last der schnellen Entscheidung abzunehmen.
Laut Guardian Labs werden alle Daten bei der Analyse rein lokal gespeichert. Da sich die App vor allem (aber nicht nur) an ältere Menschen richtet, wurde bei ihrer Entwicklung viel Wert auf einen möglichst unkomplizierten Umgang gelegt.
Passend zum Thema: »Jedes Mal, wenn ihr einen Anruf ablehnt, werden es mehr« - was wirklich vor Spam-Anrufen schützt
Den Kern der App-Idee fasst Barbosa folgendermaßen zusammen:
Anstatt älteren Menschen beizubringen, misstrauisch zu sein, haben wir etwas geschaffen, das für sie misstrauisch ist.
Bislang richtet sich die App an Menschen in Barbosas Heimatland Portugal. Im Rahmen eines Early-Access-Programms kann man sich auf der App-Homepage einen Platz auf einer Warteliste sichern.
Sollte sich die App so längerfristig beweisen, könnte sie auch in anderen Ländern und über offizielle App-Stores freigegeben werden. Ob und wann es soweit kommt, ist derzeit aber ungewiss.


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