»Jedes Mal, wenn ihr einen Anruf ablehnt, werden es mehr« - was wirklich vor Spam-Anrufen schützt

Eine KI-Expertin warnt: Wer unbekannte Nummern ablehnt, bestätigt nur, dass das eigene Handy aktiv ist. Die Folge? Noch mehr Spam. Dagegen könnt ihr allerdings leicht vorgehen.

Spam-Anrufe werden wegen KI-Systemen immer penetranter, doch es gibt viele Wege mit dem Problem umzugehen. (Bildquelle: Adobe - NOTE OMG) Spam-Anrufe werden wegen KI-Systemen immer penetranter, doch es gibt viele Wege mit dem Problem umzugehen. (Bildquelle: Adobe - NOTE OMG)

Ihr kennt das: Das Handy klingelt, unbekannte Nummer, ihr drückt den Anruf weg. Thema erledigt, richtig? Eher nicht. Laut einer Expertin für künstliche Intelligenz, die sich online Nona nennt, verschlimmert genau diese Reaktion das Problem.

In einem Thread auf X erklärt die KI-Spezialistin: »Jedes Mal, wenn du einen Anruf ablehnst, bestätigst du, dass deine Nummer aktiv ist. Die Anrufe vermehren sich.« Der Grund: Spam-Anrufer brauchen euch gar nicht zu erreichen – es reicht ihnen, zu wissen, dass jemand am anderen Ende ist.

Warum Ablehnen das falsche Signal sendet

Call-Center und automatische Anrufprogramme registrieren bei jedem Versuch, was passiert: Hat es geklingelt? War besetzt? Wurde sofort aufgelegt? Gab es eine Interaktion? Auch wenn nicht alle Betreiber diese Daten gleich nutzen, gilt ein Grundprinzip: Je weniger ihr mit verdächtigen Anrufen interagiert, desto weniger Hinweise gebt ihr preis.

Nona fügt hinzu, dass das Problem meist schon früher beginnt: 

»Wenn du dich irgendwo online registrierst, wird deine Nummer an ‘Data Broker’ verkauft. Die packen sie zusammen mit deinem Standort, Alter, Einkommen und verkaufen sie an Call-Center weiter.«

Mit anderen Worten: Der Spam-Anruf beginnt nicht, wenn euer Handy klingelt – sondern wenn eure Nummer in eine Liste aufgenommen wird. Und jede Reaktion, so klein sie auch sein mag, kann den Algorithmus darauf trainieren, euch als lohnendes Ziel einzustufen.


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Was wirklich gegen Spam-Anrufe hilft

Nona hat in ihrem Thread einen Plan zusammengestellt, der das Problem nachhaltig lösen soll. Die Strategien lassen sich in zwei Kategorien einteilen: sofortige und langfristige Maßnahmen.

Sofortmaßnahmen: Weniger ist mehr

Die wichtigste Regel lautet: Keinerlei Interaktion. Das bedeutet konkret:

  • Nie unbekannte Anrufe annehmen
  • Nie Tasten drücken
  • Nie zurückrufen
  • Eingebaute Spam-Filter aktivieren

Gut zu wissen: So lasst ihr unbekannte Nummern verstummen:

  • iPhone (iOS 26): Einstellungen → Apps → Telefon → Unter »Unbekannte Nummern überprüfen« auf »Stumm« setzen. 
  • Android: Telefon-App → Menü → Einstellungen → Anrufer-ID und Spam → Spam-Anrufe filtern.

Laut der Expertin stoppt das bereits 80 Prozent der Spam-Anrufe. Falls das noch nicht ausreicht, könnt ihr allerdings noch mehr tun.

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Apps als Verstärkung

Falls diese Maßnahmen bei euch bisher nicht ausreichen, könnt ihr euch zusätzliche Hilfe in App- und Play-Store suchen. Nona rät zu Spam-Blocker-Apps. Ihre Top-3-Empfehlungen:

  • RoboKiller: blockiert 99 Prozent des Spams
  • Truecaller: identifiziert unbekannte Nummern, bevor ihr abnehmt

Langfristige Maßnahmen

Hier wird es aufwendiger, aber auch effektiver. Nona nennt das die »nukleare Option«:

Nummer aus Data-Broker-Listen entfernen. Seiten wie Spokeo, WhitePages oder BeenVerified verkaufen eure Daten. Ihr müsst bei jedem einzelnen einen »Opt-out«-Antrag stellen.

Weitere Schritte:

  • Wegwerf-Nummer nutzen: Google Voice (kostenlos) für Online-Käufe und zweifelhafte Webseiten verwenden. Wird die Nummer zu stark gespamt, löscht ihr sie einfach und erstellt eine neue.
  • Internationale Anrufe blockieren, falls ihr sie nicht braucht.
  • Spam-Anrufe melden: In Deutschland geht das unter anderem über die Bundesnetzagentur.

Was ihr auf keinen Fall tun solltet

Nona warnt vor typischen Fehlern, die eure Mühen wieder zunichtemachen, indem ihr den Spammern erneut Daten liefert:

  • Anrufe annehmen, um »zurückzuschreien«.
  • Tasten drücken, um sich »abzumelden«.
  • Aus Neugier zurückrufen.
  • Eure wahre Nummer auf dubiosen Webseiten angeben.

Laut Nona werden Spam-Anrufe mittlerweile von KI-Systemen gesteuert, die auf »reaktive« Nummern abzielen. Indem ihr eure Daten aus Broker-Listen entfernt und nicht interagiert, werdet ihr unsichtbar. »Du trainierst den Algorithmus buchstäblich dazu, dich zu ignorieren«, erklärt sie.

Und wenn es doch wichtig ist?

Die Sorge, einen wichtigen Anruf zu verpassen, kennt jeder. Nonas Antwort: »Echte Menschen hinterlassen Sprachnachrichten. Notdienste schicken zuerst eine SMS. Arztpraxen hinterlassen eine Nachricht. Legitime Anrufe identifizieren sich immer. Spam? Legt nach zweimal Klingeln auf.«

Ihr Pro-Tipp: Legt für gespeicherte Kontakte individuelle Klingeltöne fest. Unbekannte Nummern bleiben stumm – so verpasst ihr nichts Wichtiges, und Spam wird zu unhörbarem Hintergrundrauschen.

Wie geht ihr mit Spam um? Verratet es uns in den Kommentaren!

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