Vier Jahre. So lange mussten wir warten, bis uns Apple eine Nachfolgerin seiner Streaming-Box präsentiert hat. Natürlich ist die technisch gesehen besser, keine Frage, aber mit rund 350 Euro auch ziemlich teuer.
Aber braucht es das Apple TV 4K 2026 wirklich? Spoiler: Nein.
Für mich steht das Kästchen jedoch synonym für die Streaming-Krise – und ich glaube, die Anbieter haben (noch) kein Interesse daran, dagegen irgendetwas zu tun.
Darum reißt mich das Apple TV 4K nicht vom Hocker
Als ich mir die Specs des neuen Apple TV 4K angeschaut habe (zu finden in einer Pressemitteilung auf Apples Webseite), war mein erster Gedanke: »Das war’s?«. Und euch geht es da wohl ganz genau so.
Vor allem für einen Preis von fast 350 Euro möchte man doch ordentlich etwas geboten bekommen, oder?
Ja, da steckt mit dem A19-Chip aus dem iPhone 17 ein deutlich performanterer Chip unter der Haube. Doppelt GPU- und 50 Prozent mehr CPU-Leistung klingen knorke – aber was genau bringt das?
Genau. Beim Streaming quasi nichts.
Das Menü mag flüssiger oder Spiele stabiler laufen, aber bei der Videoübertragung gibt es zu viele Flaschenhälse: den eigentlichen Inhalt, den Streaming-Anbieter, das gebuchte Abo, die Kodierung und sogar das Display, über das ihr Filme schaut.
Zum AV1-Decoder verliert Apple keine weiteren Worte. Filme mit dem AV1-Videostandard verbrauchen weniger Bandbreite und können besser aussehen; das kommt Zuschauerinnen und Zuschauern mit einer kleineren Internetverbindung zugute. Wir berichteten im Dezember 2025 darüber.
Was bei uns da am Ende übrig bleibt, lässt sich pauschal nicht sagen. Ich ordne den AV1-Decoder allerdings eher als Pflicht-Upgrade ein, den andere Zuspieler wie Amazons Fire TV Stick auch haben.
Damit haben wir das Ende der Fahnenstange eigentlich erreicht, zumindest was reine Streaming-Qualitäten angeht. Da stehen noch Wi-Fi 7 und 128 GB interner Speicher auf dem Zettel, die im Praxisgebrauch den sprichwörtlichen Kohl jedoch nicht fett machen.
Ja, ihr könnt jetzt bis zu vier HomePods miteinander koppeln, aber für den Preis von 676 Euro (169 Euro pro HomePod Mini 2, mal vier) plus 349 Euro für das Apple TV 4K handelt es sich hier wirklich nur um eine Nische. Da seid ihr mit einer halb so teuren Soundbar-Subwoofer-Kombi besser bedient.
Interessanter mag der Apple TV 4K für Smarthome-Enthusiastinnen und -Enthusiasten sein. Fürs Streaming – und diesen Artikel – sind Features wie das Freifeldmikrofon oder Siri AI aber nicht von Bedeutung.
Als reines Streaming-Gerät ist die neueste Version von Apples Box in meinen Augen zwar gut, aber definitiv zu teuer. Da reicht die Vorgängerin von 2022 dicke und die berappte damals schon 169 Euro UVP (via Apple). Auf der Straße war sie für rund 130 Euro zu haben.
Da stellt sich die Frage: Wenn ein Tech-Riese wie Apple nach Jahren einen neuen Zuspieler zum Streamen auf den Markt bringt, wieso ist der bei seiner Kernkompetenz dann nicht besser?
8:07
Der Apple TV 4K kann viel mehr: Neun (Einsteiger-)Tipps, die jeder kennen sollte
Die Antwort darauf ist recht simpel: Wie beim A19-Chip ist die Streaming-Box nur der Prozessor. Es kommt darauf an, was man damit streamt.
Oder anders: Der Flaschenhals sind die Streaming-Anbieter.
Wo ist eigentlich beim Streaming noch Luft nach oben?
Den Preis außen vor gelassen, haben wir bei jedem Streaming-Dienst die Möglichkeit, Filme und Serien in 4K mit HDR und hochauflösendem Audio zu schauen.
Augenscheinlich haben wir damit erreicht, was unsere aktuellen TVs darstellen können – oder was für uns sinnvoll ist. Klar, theoretisch könnten Inhalte auch in 8K übertragen werden, wenn wir aber alle im Schnitt keine 100-Zoll-Fernseher oder -Beamer haben, sehen wir davon nicht viel.
Eine Stellschraube gibt es da noch: die Bitrate.
Bitrate einfach erklärt
Die Bitrate gibt an, wie viele Daten pro Sekunde für die Übertragung eines Videos zur Verfügung stehen. Sie beeinflusst maßgeblich die Bildqualität.
Eine höhere Bitrate sorgt für mehr Bilddetails. Typische Kompressionsartefakte wie Unschärfen oder Klötzchenbildung werden dadurch reduziert. Gleichzeitig steigt der benötigte Datendurchsatz.
Wie gut ein Video bei einer bestimmten Bitrate aussieht, hängt auch vom verwendeten Codec und dessen Effizienz ab.
Anstatt euch die Bitrate klein aufzudröseln, schaut euch einfach dieses Video an. Darin seht ihr auf Anhieb, wie sich eine niedrige Bitrate auf die Bildqualität auswirkt.
Link zum YouTube-Inhalt
Eine höhere Bitrate sorgt also dafür, dass …
- … das Bild weniger matschig aussieht.
- … Kamerafahrten nicht verwaschen.
- … das Gesamtergebnis plastischer und knackiger wirkt.
Die schlechte Nachricht ist, dass wir eine höhere Bitrate bei Netflix und Co. nicht bekommen werden.
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