Bei den Vorbereitungen für den Bau eines neuen Golfplatzes in der Nähe von Inverness in Schottland wurde kürzlich ein ganz besonderer Fund gemacht, wie die BBC berichtet.
Was die Archäologen vor Ort zunächst für ein vergleichsweise junges Objekt hielten, das für die landwirtschaftliche Arbeit genutzt wurde, handelt es sich tatsächlich um eine seltene Radkonstruktion aus der Eisenzeit (1.200 vor Christus bis 550 nach Christus).
- Das Radteil war längst nicht der einzige Fund dort (dazu am Ende des Artikels mehr), aber laut Andy Young von Avon Archaeology Highland der Wichtigste. Das liegt daran, dass solche Konstruktion nur sehr selten ausgegraben werden.
- Die Archäologen vermuten, dass das für damalige Verhältnisse aufwendig produzierte Rad im Rahmen einer Zeremonie dort begraben wurde. Sein Alter wird laut Smithosian Magazine auf etwa 2.200 Jahre geschätzt.
- Laut Young ist das Radteil das erste überhaupt dieser Art, das in den Highlands gefunden wurde und erst das fünfte in ganz Schottland.
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Wo genau es gefunden wurde: Beim Ort der Entdeckung handelte es sich damals wohl um einen sogenannten Palisadenkreis
zum Abhalten von Zeremonien, der zu seiner Zeit vermutlich von einem Holzzaun umgeben wurde.
Das Radteil war dort zusammen mit menschlichen Überresten, Keramik und Tierkadavern begraben.
Es wird davon ausgegangen, dass sich zunächst auch das zweite Rad dort befand. Es wurde aber wohl zwischenzeitlich wieder ausgegraben.
Was das Radteil so besonders macht
Laut dem Smithsonian Magazine handelt es sich bei dem Rad um den Teil einer Konstruktion, die nur von einem sehr guten Schmied erledigt werden konnte.
- Zunächst musste er mehrere Streifen geschmolzenen Eisens sammeln und sie auf einem Amboss zusammenschweißen.
- Wahrscheinlich ist, dass das Eisenteil anschließend mit einem Holzrad kombiniert wurde.
- Um das zu erreichen, legte der Schmied den Eisenring vermutlich auf das Holzrad und erhitzte ihn wieder, um das Eisen auf die richtige Größe zu bringen und dann wieder abkühlen zu lassen.
Eine Fertigung, die nicht nur vergleichsweise aufwendig war, sondern auch extrem teuer
, so das Smithosian Magazine.
Daher vermutet Andy Young auch, dass die dort begrabene Person sehr wichtig war, beispielsweise ein Häuptling.
Was dort noch alles entdeckt wurde
Zu den weiteren Funden vor Ort gehören eine Urne aus der Bronzezeit mit einem Alter von 3.500 Jahren, Werkzeuge für Feuersteine und mindestens 25 Holzgebäude aus der Jungsteinzeit.
Außerdem fand man Hinweise auf mittelalterliche Felssysteme und Getreidetrocknungsöfen. Damit reicht die zeitliche Bandbreite der verschiedenen Funde von etwa 6.000 Jahren vor Christus bis hin zum Mittelalter.
Eine genaue Radiokarbonanalyse der gefundenen Objekte steht noch aus. Anschließend werden viele von ihnen an Museen in Edinburgh und Inverness gespendet.

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