»Arche Noah« kehrt mit mehr als 1.500 Fliegen und 75 Mäusen zur Erde zurück

Es handelt sich um ein Experiment, das im besten Fall Erkenntnisse liefert, die den Aufenthalt von Menschen im All in Zukunft unter besseren Bedingungen ermöglichen.

Das Modul Bion-M Nr. 2 nach der Landung aus dem All auf der Erde. (Bild: Roskosmos, Ivan Timoshenko) Das Modul Bion-M Nr. 2 nach der Landung aus dem All auf der Erde. (Bild: Roskosmos, Ivan Timoshenko)

Wie wirken sich die Schwerelosigkeit und die kosmologische Strahlung im Weltall auf verschiedene Organismen aus?

Dieser Frage widmet sich ein als Arche Noah bezeichnetes Experiment mit über 1.500 Fliegen, 75 Mäusen und vielen weiteren Organismen wie Zellkulturen, Mikroorganismen und Pflanzensamen.

Sie befanden sich 30 Tage lang im All an Bord des Moduls Bion-M Nr. 2. Der Start erfolgte am 19. August über eine Sojus-Rakete. Das Modul ist am 19. September wieder auf der Erde gelandet, wie Space.com berichtet.


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Verantwortliche und Landung

Hinter dem Projekt stehen die Weltraumorganisation der Russischen Föderation (Roskosmos), die Russische Akademie der Wissenschaften und dessen Institut für Biomedizinische Probleme (IBMP).

Die Landung hat wohl einen kleinen Buschbrand ausgelöst, der schnell gelöscht werden konnte. Direkt danach wurde mit der Bergung und ersten Untersuchungen der Proben begonnen. Dazu kamen vor Ort aufgestellte medizinische Zelte zum Einsatz.

Ziel der ersten Tests war es unter anderem, die motorischen Aktivitäten der Fliegen nach ihrem Aufenthalt im All zu bewerten und mögliche Probleme ihres Nervensystems festzustellen.

Forscher beginnen nach der Landung mit der Bergung der Proben. (Bild: Roskosmos) Forscher beginnen nach der Landung mit der Bergung der Proben. (Bild: Roskosmos)

Ein Experiment in 10 Abschnitten

Nach den ersten Tests am Landeplatz wird die Forschung in den Laboren des IBMP fortgeführt.

Sie ist in insgesamt zehn Abschnitte mit fünf Hauptzielen unterteilt:

  • Abschnitt #1 und #2: Experimentelle Studien der Gravitationsphysiologie bei Tieren. Die Hoffnung dabei ist, Erkenntnisse zu gewinnen, die auch dem Menschen in Schwerelosigkeit sowie unter dem Einfluss kosmologischer Strahlung zugutekommen.
  • Abschnitt #3 bis #5: Einfluss des Raumfluges auf die Biologie von Pflanzen und Mikroorganismen. Ein wichtiger Aspekt ist in dem Zusammenhang die Gemeinschaft der Organismen, mit dem Ziel, allgemeine Muster des Lebens im Universum zu erkennen.
  • Abschnitt #7: Radiobiolgoische und dosimetrische Experimente. Dabei geht es um die Strahlungssicherheit neuer bemannter Raumfahrzuege.
  • Abschnitt #6, #8 und #9: Nicht näher benannte (bio-)technologische und physikalische Experimente.
  • Abschnitt #10: Nicht näher benannte Experimente, die von Studenten verschiedener russischer und weißrussischer Schulen vorbereitet wurden.

Doch auch, wenn es hier um die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse geht, kann man solche Experimente mit Tieren durchaus kritisch betrachten.

Special Guest: Die Panspermie

Neben den genannten Bereichen gab es außerdem eine Art zusätzliches Experiment, das sich der Theorie der Panspermie widmet.

Diese Theorie besagt, dass das Leben auf der Erde durch etwas entstanden sein könnte, das aus dem Weltall auf unserem Planeten gelandet ist.

Um neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, waren im Rumpf der Bion-Kapsel wohl Basaltgesteine mit mikrobiellen Stämmen eingebettet. Die große Frage dabei: Konnten sie den enormen thermischen Stress beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überleben?

Konkrete Forschungsergebnisse sind noch nicht bekannt. Wir behalten das Thema aber im Auge und berichten gegebenenfalls erneut bei GameStar Tech darüber.

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