Gute (aber nicht beeindruckende) Fotos
Smartphones ersetzen die dedizierte Digitalkamera schon seit geraumer Zeit, zumindest für Gelegenheitsfotos und mitunter auch für anspruchsvollere Aufnahmen. Schlagt euch das aus dem Kopf, wenn ihr das Asus-Phone für solche Belange in Betracht zieht.
Zwar nutzt Asus als Hauptsensor den Sony IMX766 mit 50 Megapixeln (und einen IMX663 mit 12 MP für die Frontkamera), es fehlt den Fotos aber auch bei gutem Licht bereits an Details. Einen optischen Zoom, in dieser Preisklasse zumindest mit Faktor 2x schon üblich, gibt es ebenfalls nicht und die digitale Variante nagt noch mehr an Details und Schärfe.
Die Fotosoftware bietet zwar einen Nachtmodus, für gute Ergebnisse müsst ihr im Gegensatz zu anderen Smartphones aber ein wenig üben. Generell erfüllt die Funktion dennoch ihren Zweck, Bilder bei schlechtem Licht auch ohne Blitz aufzuhellen.
Ist eine sehr gute Kameralösung für euch kaufentscheidend, solltet ihr euch besser bei einem anderen Smartphone umschauen - für Schnappschüsse bei gutem Licht ist die Kamera aber gut geeignet und die Frontkamera überzeugt durchaus, was dem Anspruch als Streamer-Phone noch gerecht wird.
Der Alltag mit dem Asus ROG Phone 6 Pro
Abgesehen von ein paar interessierten Blicken beim Zocken in der S-Bahn weckt das Asus-Gamingphone keine weitere Aufmerksamkeit bei unvorbereiteten Mitmenschen. Erst mit Kühler und Gamepad-Hülle zeigen sich die wahren Gaming-Gene des Telefons. So ausgestattet öffentlich zu zocken erfordert allerdings auch ein gerüttelt Maß an Mut vom Nerd, vor allem der optionale Kühler zieht die Blicke magisch an. Und die Ohren ebenfalls, wenn ihr ihn angesichts tropischer Temperaturen maximal aufdreht.
Akkuleistung top
Positiv überrascht hat uns die Akkulaufzeit. Mobile Gaming-Hardware muss oft schnell wieder an die Steckdose, wenn tatsächlich ernsthaft damit gezockt wird - das ROG Phone 6 (Pro) nicht. Die Messungen zeigen: Der PCMark 3.0 Akkutest attestiert dem Telefon eine Laufzeit von über 17 Stunden (wenn wir den performancesteigernden X-Mode
deaktivieren), mit Übertaktung sind es immer noch über 14 Stunden.
Noch weniger Last erzeugt das Betrachten von Videos via Netflix oder Youtube, hier muss das Smartphone erst nach fast 24 Stunden wieder an die Steckdose. Ganz abseits aller Messwerte: Für gut zwei Wochen ersetzte das Asus-Phone das sonst primär genutzte Oppo Find X3 Pro des Autoren und überzeugte vor allem bei den Laufzeiten im Alltag.
Im Schnitt mussten wir es nur alle zwei Tage für eine Stunde an die Steckdose hängen - vorbildlich! Leider wird nur per Kabel geladen, Wireless Charging wäre bequemer.
Sogar beim Hochleistungszocken mit aktiviertem X-Mode ploppte die Akkuwarnung ebenfalls erst nach über 6 Stunden auf. Dank 65 Watt Schnellladefunktion mit dem beiliegenden Netzteil ist der Akku in unter einer Stunde wieder vollgeladen. Ein wirklich nettes Detail: Beim Zocken mit eingestecktem Netzteil wird das Laden gestoppt und das Telefon nutzt nur den Steckdosenstrom, um ein weiteres Erhitzen der Hardware durch das Laden zu vermeiden.
Schwergewicht
Was aber ebenfalls auffällt, ist das hohe Gewicht des ROG Phone 6 Pro. 239 Gramm klingt erst einmal nach gar nicht so viel, der Unterschied zu leichteren Geräten fällt aber sowohl in der Hand als auch in der Tasche auf. Kühler oder Gamepad-Addon sorgen für noch mehr Gewicht, sind aber immerhin optional. Auch der Schutz gegen Flüssigkeit und Staub ist mit IP4x eher rudimentär gegeben. Spritzwasser ist ok, in eine Pfütze (oder in den Sandstrand) fallen sollte euch das Telefon aber besser nicht.
Asus ROG Phone 6 vs. ROG Phone 6 Pro
Mit 1.299 Euro gegenüber 999 Euro fällt der Preis des Asus ROG Phone 6 Pro deutlich höher aus als der des non-Pro, doch ist der Aufpreis berechtigt? Wir finden: Nein! Das Pro bietet einzig zwei Gigabyte mehr Arbeitsspeicher (16 vs. 18 Gigabyte) und einen schmalen OLED-Streifen als Effektdisplay auf der Rückseite.
Ersteres wirkt sich selbst beim Gaming nicht spürbar aus, Letzteres seht ihr beim Zocken eh nicht. Und auch der Umwelt fällt es eher selten auf (geschweige denn, dass es jemanden interessiert), wenn das Display hinten nun anzeigt, dass ihr ein Spiel gestartet habt. Prozessorleistung, Akkukapazität, Akku und restliche Features lässt Asus beim non-Pro unangetastet, sodass ihr bedenkenlos zur günstigeren Variante greifen könnt.
Wo genau? Na zum Beispiel über unseren Partner-Link bei Amazon:
Fazit
Asus hat beim ROG Phone 6 (Pro) seine Hausaufgaben gemacht, zumindest was die reine Leistung, Kühlung und Gaming-Tauglichkeit angeht. Das dürften die Prioritäten beim Kauf eines dedizierten Zocker-Phones sein und deshalb gibt es in dieser Hinsicht eine klare Kaufempfehlung. Ob ihr die Schwächen bei Kamera und Ausstattung (kein Wireless Charging, schwacher Schutz vor Feuchtigkeit, Gewicht) akzeptieren könnt, müsst ihr hingegen mit euch selbst ausmachen.
Wer nur ab und zu zockt, kann aber auch zu anderen Smartphones greifen - so viel langsamer fühlt sich der Snapdragon 888 von Modellen wie dem Oppo Find X3 oder dem OnePlus 9 nicht an. Und wem die Kamera zudem wichtiger ist als das Games-Branding und die theoretische Mehrleistung, bekommt bei der Konkurrenz mehr geboten. Für das Asus-Phone spricht aber weiterhin die beeindruckende Akkulaufzeit.
Auch das neue Google Pixel 6a haben wir bereits für euch getestet. Unser Fazit zum kompakten Mittelklasse-Smartphone gibt's hier:
Wie ist eure Meinung zum Asus ROG Phone 6? Gefällt euch die futuristische Aufmachung oder befürchtet ihr vielmehr, damit in Bus und Bahn zu sehr aufzufallen? Schreibt uns eure Gedanken zu diesem Exoten gerne in die Kommentare!

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