4.000-Euro-Notebook Zephyrus M16 wie ein 400-Euro-Notebook benutzt: Das geht nicht nur, es kann sogar sehr sinnvoll sein!

High-End-Hardware in Notebooks hat einen hohen Preis, den ich zum Glück nicht immer zahlen muss.

Langsam sein kann auch etwas Gutes haben, wie das Zephyrus M16 von Asus zeigt. Langsam sein kann auch etwas Gutes haben, wie das Zephyrus M16 von Asus zeigt.

Wer das Schnellste vom Schnellen will, kommt derzeit im Notebook-Bereich nicht um Nvidias RTX 4090 Mobile herum. Sie steckt auch im ROG Zephyrus M16 von Asus für fast 4.000 Euro - und doch punktet der High-End-Laptop für mich dann am meisten, wenn ich ihn möglichst langsam mache.

Versteht mich nicht falsch. Die extreme Leistung, die darin steckt, lässt auch mein Gamer-Herz höher schlagen, selbst wenn der Name der GPU etwas irreführend ist (dazu später mehr). Doch sobald ich sie nutze, wird das vergleichsweise schlanke Notebook laut.

Die gute Nachricht lautet: Will man, so wie ich auch mal einen möglichst leisen Laptop haben, kann das Asus-Notebook das genauso gut, wenn ihr richtig und damit quasi wie ein 400-Euro-Notebook einstellt. Und das geht dank passender Software sehr leicht von der Hand.

Das steckt im hier verwendeten Asus ROG Zephyrus M16

  • Nvidia Geforce RTX 4090 Mobile (max. 145 Watt TDP)
  • Intel Core i9 13900H (6C + 8c / 24 Threads)
  • 32 GByte DDR5 (4.800 MHz)
  • 1.000 GByte M.2-SSD (PCI Express 4.0)
  • Mini-LED-Display (2560x1600, 240 Hertz)
  • Display-Rückseite mit anpassbarer LED-Beleuchtung (AniMe Matrix)

Flexibilität ist ein Segen

Es gibt an der Armoury-Crate-Software von Asus zugegebenermaßen so einiges, das mich stört. Etwa die verbesserungswürdige Übersicht oder die ständig nötigen Updates für alle möglichen Module. Aber sie bietet mir immerhin viele praktische Optionen.

Zwei der Einstellungen sind für mich entscheidend: Die Auswahl eines Lüfterprofils und die Kontrolle über die Grafikeinheiten. Denn neben der RTX 4090 besitzt das Zephyrus M16 auch eine Iris-GPU, die im Intel-Prozessor Core i9 13900H integriert ist.

Will ich beim Arbeiten oder Zocken von technisch eher anspruchslosen Titeln wie dem großartigen The Last Spell möglichst viel Ruhe, geht das anhand der folgenden drei Schritte sehr leicht.

Zwei Einstellungen mit entscheidender Wirkung, sowohl für die Geräuschkulisse als auch für die Leistung. Zwei Einstellungen mit entscheidender Wirkung, sowohl für die Geräuschkulisse als auch für die Leistung.

  1. Das Lüfterprofil Leise einstellen
  2. Die Geforce RTX 4090 deaktivieren
  3. Die Bildwiederholrate des (tollen) Mini-LED-Displays von 240 Hertz auf 60 Hertz reduzieren

Im Windows-Betrieb drehen sich die Lüfter so meist überhaupt nicht und beim Spielen von genügsamen Titeln so leise, dass sie selbst meine schlafende Frau nicht stören, wenn ich abends im Bett noch mal eine Runde spielen möchte - genau so flexibel muss ein Notebook für mich sein!

Das andere Ende der Fahnenstange

Wer nur Titel spielt, die die Hardware wenig fordern und ein möglichst leises Notebook will, der sucht sich besser keinen Laptop mit RTX 4090 aus. Will man aber auch aktuelle Triple-A-Titel möglichst flüssig und in toller Optik zocken können, glänzt das Asus-Notebook ebenfalls - mit Haken.

Haken #1 ist von relativ kompakten High-End-Notebooks wie dem Zephyrus M16 altbekannt: Auf dem engen Raum ist wenig Platz für die Kühlkonstruktionen, sodass die Lüfter unter Last deutlich hörbar aufdrehen müssen.

Die individualisierbare LED-Beleuchtung auf der Rückseite ist eine nette Spielerei. Die individualisierbare LED-Beleuchtung auf der Rückseite ist eine nette Spielerei.

Wird das Notebook mit Hogwarts Legacy samt Raytracing in nativer Auflösung von 2560x1600 gequält, drehen sie teils mit über 5.000 Umdrehungen pro Minute. Das Lautstärkemessgerät zeigt dementsprechend aus etwa 30 Zentimetern Abstand einen hohen Wert von über 46 dB(A).

Haken #2 betrifft alle Notebooks mit der RTX 4090, wenn auch in unterschiedlichem Umfang: Die mobile Variante ist klar langsamer als die aus dem Desktop-Bereich. Was genau das bedeutet, hängt davon ab, wie viel Leistungsaufnahme das jeweilige Notebook und seine Kühlung zulassen.

In diesem Asus-Notebook sind es knapp 150 Watt, der Vorsprung der großen RTX 4090 variiert aber zusätzlich je nach Spiel und Auflösung. In Anno 1800 sind es in WQHD überschaubare 14 Prozent, in Hogwarts Legacy in 4K 30 Prozent und in A Plague Tale: Requiem bereits in Full HD 66 Prozent.

Ebenfalls nicht zu vergessen: Auch die CPU beeinflusst die Performance und ein exakter Eins-zu-Eins-Vergleich mit Desktop-Grafikkarten ist durch unterschiedliche Notebook-Prozessoren nicht möglich.

Die Leistung des Asus-Notebooks liegt aber dennoch sehr hoch und es gefällt mir sehr gut, dass ich die Lüfter bei Bedarf per Software so ruhig stellen kann, dass sie mich nicht stören.

Falls ihr auf der Suche nach einem neuen Notebook seid und ein deutlich günstigeres Modell als das M16 sucht, hilft euch unser umfangreicher Ratgeber weiter:

Kaufberatung Gaming-Laptops - das müsst ihr vor dem Kauf wissen

Fazit der Redaktion

Nils Raettig
@nraettig

Ich muss zugeben, dass ich aktuell ein wenig süchtig nach The Last Spell bin. Wenn die Kinder im Bett liegen und die Eltern auch, stört es bei uns aber nicht nur einen Elternteil, wenn die Lüfter beim Zocken am späten Abend (oder in der frühen Nacht) laut aufdrehen.

Dank integrierter GPU und ausreichend Flexibilität über die Notebook-Software wird das beim ROG Zephyrus M16 von Asus für mich nicht zum Ausschlusskriterium.

Beeindruckend finde ich außerdem das sehr gute Mini-LED-Display, das vor allem in Spielen mit guter HDR-Darstellung ein echter Hingucker ist.

Für die individualisierbare LED-Beleuchtung auf der Rückseite des Displays gilt das gleichermaßen, auch wenn man als Nutzer selbst nur wenig davon hat. Und stört die Beleuchtung, gilt auch hier glücklicherweise, dass die Notebook-Software zur Rettung eilen kann.

Ich würde mir zwar wünschen, dass sie aufgeräumter wäre - und dass Nvidia bei der Bezeichnung der mobilen GPUs klarer macht, wohin die Reise im Vergleich zu Desktop-Grafikkarten wirklich geht. Insgesamt ist das M16 dennoch ein sehr gutes Notebook, wenn auch nicht ohne weitere Haken.

Für mich persönlich sind das primär der sehr sportliche Preis und die hohe Lautstärke unter größerer Spielelast. Wer mit das Beste vom Besten sucht und genug finanzielle Mittel hat, der dürfte mit dem Asus-Notebook aber sehr glücklich werden.

Wie denkt ihr über High-End-Notebooks wie das Zephyrus M16 von Asus? Ist es euch genauso wichtig wie mir, dass sie ihren Dienst auch mal möglichst leise verrichten können? Spielt die Lautstärke bei einem Laptop stattdessen keine entscheidende Rolle für euch? Oder macht ihr ohnehin einen großen Bogen um Gaming-Notebooks und setzt nur auf Desktop-Hardware? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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