Balkonkraftwerke mit Akku im Vergleich: Zu diesem Modell würde ich nach über 10 Tests greifen

Die Preise für Akkus sind in den letzten Jahren so stark gefallen, dass sie sich bei einem Balkonkraftwerk schnell rechnen. Ich habe viele Lösungen ausprobiert, hier ist mein Favorit.

Knapp 1.000 Euro hat mein erstes Balkonkraftwerk vor vier Jahren gekostet, dafür gab es damals zwei Solarmodule mit je 385 Watt und einen Wechselrichter mit 600 Watt Einspeiseleistung und ohne nennenswerte Onlinefunktionen.

In einem Jahr etwa wird es sich amortisiert haben. Einen vergleichbaren Preis haben heute Balkonkraftwerke mit Akku, die dank mehr Eigenverbrauch ihren Kaufpreis noch schneller wieder einspielen.

Balkonkraftwerke boomen seit einigen Jahren. Und auch die Technik macht Fortschritte, netterweise während die Preise purzeln. Vor allem die vor ein paar Jahren noch unerschwinglichen Akkus machen Balkonkraftwerke immer interessanter: Tagsüber sind viele Balkonkraftwerknutzer bei der Arbeit oder in der Uni, wenn der Strom benötigt wird, scheint oft die Sonne nicht mehr.

Akkus helfen, den Eigenverbrauch zu erhöhen - und das rechnet sich tatsächlich.

Zendures SolarFlow steht bei mir outdoor, es ist aber auch die Ecoflow Ultra X wasserdicht und outdoortauglich. Beide Systeme verfügen für den Winter auch über eine Akkuheizung, um auch bei Minusgraden geladen werden zu können. Zendures SolarFlow steht bei mir outdoor, es ist aber auch die Ecoflow Ultra X wasserdicht und outdoortauglich. Beide Systeme verfügen für den Winter auch über eine Akkuheizung, um auch bei Minusgraden geladen werden zu können.

EcoFlow vs. Zendure im Kampf um meinen persönlichen Favoriten

Zugegeben, ich habe heimlich schon eine ganze Legion verschiedener Balkonkraftwerke (mit und ohne Akku) getestet, ein paar davon haben es auch in GameStar-Berichte geschafft. In meinem Kopf hat sich dabei mit der Zeit eine Rangliste gebildet, die ich euch aber in ihrer Breite gerne ersparen möchte. Spulen wir einfach ein wenig vor zum Finale. Also bis jetzt, denn in den folgenden Zeilen dürfen sich meine in meinem Kopf bisher höchstplatzierten Akku-Balkonkraftwerke um den ersten Platz duellieren.

Mit dabei ist das Zendure Solarflow 800 Pro inklusive Zusatz-Akku Zendure AB2000X (ca. 1.400 Euro ohne Solarpanels), womit insgesamt knapp 4 kWh Speicherkapazität zur Verfügung stehen. Die Solarflow-800-Pro-Lösung verfügt über einen integrierten Wechselrichter mit vier separat geschalteten Solareingängen für insgesamt bis zu 2.640 Watt (4x MPPT mit je 660 Watt). Eingespeist werden, wie gesetzlich geregelt, maximal 800 Watt.

Die Ecoflowlösung ist elegant gestaltet, verzichtet auf aktive Lüfter und eignet sich damit trotz wasserfestem Aufbau sehr gut für den Indoor-Einsatz, selbst unter den strengen Augen potentieller Partner. Die Ecoflowlösung ist elegant gestaltet, verzichtet auf aktive Lüfter und eignet sich damit trotz wasserfestem Aufbau sehr gut für den Indoor-Einsatz, selbst unter den strengen Augen potentieller Partner.

Ebenfalls im Duell gelandet, obwohl ganz frisch zum Test eingetroffen, ist das Ecoflow Stream Ultra X (ca. 1.300 Euro ohne Solarpanels), eine All-in-One-Akkulösung wie Zendures Solarflow 800 Pro. Hier gibt es die knapp 4 kWh Speicherkapazität ohne Zusatzakku. Ecoflow verbaut ebenfalls vier Solareingänge, die allerdings maximal 2.000 Watt Solarenergie verarbeiten können. Übrigens ist das das gesetzliche Maximum, die Solarflow dürftet ihr in Deutschland daher nicht voll ausreizen.

Zendure SolarFlow 800 Pro 3,84 kWh
Zendure SolarFlow 800 Pro 3,84 kWh
Einfach zu bedienende und auch sonst erfreulich unkomplizierte Komplettlösung für Balkonsolar mit Akku. Notstrom mit 1.000 Watt und Erweiterungsfähig. Optisch gewöhnungsbedürftig.
1.398 €
Ecoflow Stream Ultra X 3,84 kWh
Ecoflow Stream Ultra X 3,84 kWh
Gute Leistung auch bei schlechten Lichtverhältnissen und dazu ein lüfterloser und unkomplizierter Betrieb. Notstromleistung lässt sich mit weiteren Stream-Akkus verdoppeln. Optisch durchaus indoortauglich.
1.299 €

Funktionsweise: Balkonkraftwerk mit Akku

Solltet ihr euch fragen, warum die Systeme so viel Solarleistung nutzen können, wenn doch eh nur mit 800 Watt ins Hausnetz eingespeist werden darf: Der Überschuss landet im Akku. In den dazugehörigen Apps könnt ihr entweder selbst wählen, zu welcher Stunde wie viel Watt eingespeist werden sollen, der Rest wird für später in den Lithium-Metallhydrid-Zellen gespeichert.

Nutzt ihr für eure Hauptverbraucher zum jeweiligen Hersteller kompatible smarte Steckdosen, wird dieser Verbrauch immer automatisch eingespeist. Zimmerlampen, Herd und ähnliches können damit aber nicht erfasst werden. Der Stromüberwachungs-Idealfall lässt sich bei beiden Herstellern aber auch mit Smart Metern herstellen.

Zendure bietet auch eine günstigere Akkulösung mit separatem Wechselrichter an. Die Solarflow-800-Pro-Einheit findet bei einem Upgrade einfach oben auf dem Akku Platz, dort wo jetzt der Stecker zu sehen ist. Zendure bietet auch eine günstigere Akkulösung mit separatem Wechselrichter an. Die Solarflow-800-Pro-Einheit findet bei einem Upgrade einfach oben auf dem Akku Platz, dort wo jetzt der Stecker zu sehen ist.

Zendure bietet dafür eine Version für den Strom-Schaltschrank an, die mit Messschlingen um den einzelnen Phasen arbeitet. Ecoflow arbeitet inzwischen mit Shelly zusammen und klebt den eigenen Namen auf den Shelly 3EM Smart Meter. Diese teilen dem Balkonkraftwerkakku mit, wie hoch der Verbrauch der Wohnung ist, so dass mit nur kurzer Verzögerung per eingespeistem Strom gegengesteuert wird.

Für Mietswohnungen ohne Zugriff auf den Stromkasten eignet sich die Lösung mit smarten Steckdosen wohl besser, wer dennoch aufs Smart Meter setzen will, muss meist die Kosten für einen Elektriker einplanen. Durch eine weitere Kooperation von Ecoflow muss das aber nicht sein: Der Stromzähler Tibber Pulse kann vom Stream Ultra X ebenfalls ausgelesen werden und da Pulse optisch arbeitet, muss auch kein Elektriker bemüht werden.

Der Pulse-Stromzähler wird einfach über den optischen Ausgang des Stromzählers gesetzt und funkt dann die ausgegebenen Werte an den Akku, um im Idealfall eine Nulleinspeisung zu gewährleisten. Einen kleinen Versatz von einigen Sekunden gibt es bei dieser Lösung aber. Der Pulse-Stromzähler wird einfach über den optischen Ausgang des Stromzählers gesetzt und funkt dann die ausgegebenen Werte an den Akku, um im Idealfall eine Nulleinspeisung zu gewährleisten. Einen kleinen Versatz von einigen Sekunden gibt es bei dieser Lösung aber.

KI jetzt auch im Akku

Beide Hersteller bewerben ihre Produkte unter anderem mit integrierten KI-Funktionen. So wie auch Anker, deren System Kollege Mirco bei sich daheim ausprobiert:

Sonderlich intelligent ist die KI bei Zendure und Ecoflow jedoch nicht und ohne einen dynamischen Stromtarif lohnt sich nicht einmal das bisschen Intelligenz so richtig. Die App versucht im KI-Modus bei beiden Systemen eine individuell sinnvolle Mischung aus Einspeisen und Akkubefüllung zu realisieren - kostet der Strom im jeweiligen Tarif gerade wenig, wird im Zweifel auch der Akku damit beladen, genauso wenn die Wettervorhersage viele Wolken ankündigt. In teuren Stunden wird dann versucht, eine Nulleinspeisung zu realisieren.

Ich selbst nutze nach einem Jahr mit einem dynamischen Tarif bei Tibber inzwischen einen Tarif bei Octopus mit günstigem Nachtstrom und immer noch nicht sehr teurem Tagstrom. Die App-Scripte, die eine KI simulieren sollen, brauche ich daher nicht. Bei mir kommt der Tibber Pulse als Smart-Meter-Ersatz zum Einsatz, was in meinem individuellen Fall einen Pluspunkt für Ecoflow ergibt, da diese den Pulse unterstützen.

Die App ist fast genauso wichtig wie die Hardware

Auch wenn verflixt viel Technik in so einer modernen Powerstation steckt, Herzstück ist die Schaltzentrale in Form einer jeweiligen App fürs Smartphone. Hier wird gesteuert und geregelt - oder einfach die Automatik eingestellt und dann nur noch neugierig beobachtet.

Die Apps von Zendure und Ecoflow sind übersichtlich und optisch ansprechend gestaltet. In der Übersicht lässt sich der Stromfluss gut beobachten und (ohne Smart Meter) auch optimieren.

Beide Hersteller liefern übersichtliche Nutzeroberflächen, in denen sich alle relevanten Funktionen meist zuverlässig steuern lassen. Bei Zendure dauert ein Wechsel der Einspeiseleistung immer ein paar Sekunden länger als bei Ecoflow. Dafür ist es bei Ecoflow etwas undurchsichtig, wie die Ultra X sich aus dem Stromnetz mit Energie füllen lässt. Spoiler: Ecoflow lädt nur die sogenannte Backup-Reserve aus dem Netz, stellt ihr hier zu geringe Werte ein, könnt ihr lange warten.

Extra-Steckdose für Notstromversorgung

Bei Zendure findet sich eine, bei Ecoflow zwei Steckdosen, die per Schalter und App regelbar sind. Hier lassen sich externe Verbraucher anschließen, die dann auch bei einem Stromausfall oder gar Blackout aus dem Akku versorgt werden können.

Dabei dürfen die Geräte maximal 1.000 Watt bei Zendure und 1.200 Watt bei Ecoflow aufnehmen. Bei Ecoflow könnt ihr zwei Stecker gleichzeitig einstecken, die 1.200 Watt dürfen aber trotzdem nicht überschritten werden. Praktisch: Beide Dosen sind einzeln schaltbar. Besitzt ihr eine weitere Stream-Powerstation, könnt ihr diese per Parallelkabel an die Ultra X anschließen und so die Steckdosenleistung auf 2.300 Watt erhöhen.

Heißluftfritteuse powered by Sonnenenergie - die Ecoflow Ultra X gibt hier gerade 1.100 Watt direkt aus dem Akku in den Miniofen ab, die restliche Leistung kommt aus dem Stromnetz. Mit einem weiteren Stream-Akku und Parallelkabel könnte das Essen komplett aus dem Akku zubereitet werden. Heißluftfritteuse powered by Sonnenenergie - die Ecoflow Ultra X gibt hier gerade 1.100 Watt direkt aus dem Akku in den Miniofen ab, die restliche Leistung kommt aus dem Stromnetz. Mit einem weiteren Stream-Akku und Parallelkabel könnte das Essen komplett aus dem Akku zubereitet werden.

Bei Ecoflow sind die Dosen sogar bidirektional nutzbar. Bedeutet: Ihr könnt einfach euer altes Balkonkraftwerk zusätzlich anschließen, um die Solarausbeute zu maximieren.

Welche Powerstation ist 2025 mein Favorit?

Die SolarFlow 800 von Zendure überzeugt mit einfacher Bedienung und gutem Funktionsumfang. Mit ihr lässt sich am problemlosesten Strom aus dem günstigen Nachttarif in den Tag retten und auch die Leistung als Balkonkraftwerk überzeugt mit schwachlichtfähigen MPPTs, die bereits früh Energie einfangen und hohe Peakleistung haben. Hier lohnt es sich, Panels parallel anzuschließen!

Ecoflow hingegen bietet das optisch ansprechendere Gerät, das meine Familie ohne Murren in der Wohnung akzeptiert hat - im Gegensatz zu den an Munitionskisten erinnernden Zendure-Akkus. Der Funktionsumfang ist mit der zweiten Steckdose und der Interaktion mit anderen Stream-Produkten etwas größer als bei Zendure.

Die KI-Funktionen der beiden Kontrahenten hingegen konnten mich jetzt nicht sonderlich überzeugen. Vielleicht habe ich mich auch nur zu oft mit ChatGPT gestritten (probiert mal das Sprachmodell Monday aus!), um der KI zu vertrauen. Die Ideallösung ist generell ein Smart Meter, das den genauen Strombedarf weiterleitet.

Und das ist dann auch mein sehr subjektiver Punkt, der für mich Ecoflow gewinnen lässt: Die Integration des Tibber Pulse, der sich übrigens auch ohne Vertrag bei Tibber kaufen und nutzen lässt. Kein Elektriker nötig, ein per Klebestreifen zu montierendes Auslesegerät.

Zugegeben, wer einen komplett dynamischen Stromtarif nutzt, kann mit den KI-Funktionen Zeit und Nerven sparen, das kann ein Smart Meter nicht.

Berechnet aber, dass das Speichern und Ausgeben von Netzstrom nur verlustbehaftet funktioniert, bei weniger als, grob geschätzt, 20 Prozent Preisunterschied lohnt sich das Auffüllen des Akkus aus dem Hausnetz nicht.

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