Als ich euch die neue Anker Solix Solarbank 3 Pro im April zum ersten Mal vorgestellt habe, war ich schon beeindruckt von den Specs. Ankers neueste Speicher-Generation für Balkonkraftwerke bietet mehr Kapazität, mehr Leistung, Unterstützung für bis zu acht Solarpanels und vor allem: KI-Unterstützung.
In meinem damaligen Erfahrungsbericht habe ich euch bereits über Features, Einrichtungsprozess und Kompatibilität informiert. Es blieben jedoch einige Fragen offen. Wie gut funktioniert die KI-Unterstützung denn nun? Und was spart man damit realistisch?
Mittlerweile hatte ich die Powerbank inklusive Smart Meter (für die Echtzeitstrommessung) und smarten Anker-Steckdosen fünf Wochen lang im Einsatz, um genau das zu klären.
Die KI im Alltag: Smart oder nur ein Gimmick?
Noch mal zur Erinnerung: Normalerweise fließt die mit dem Balkonkraftwerk produzierte Energie in den Akku, bis dieser voll aufgefallen ist. Überschüssige Energie wandert ins Stromnetz – und ist somit verloren, wenn ihr nicht gerade zu dieser Zeit Geräte über die Steckdose aufladet.
Genau hier soll die KI-Funktion ansetzen. Anhand von Wetterdaten wird die zu erwartende Sonnenausbeute ermittelt. Gibt es einen Energieüberschuss, kann dieser sinnvoll mit den separat erhältlichen Anker Smart Plugs genutzt werden. Diese smarten Steckdosen schalten sich automatisch ein, wenn Reststrom zur Verfügung steht.
Die große Frage war: Wie gut prognostiziert die KI den Energiebedarf und wie effektiv steuert sie die Smart Plugs?
Kurz gesagt: ziemlich gut. Im Hauptbildschirm sehe ich für jeden Tag je nach Wetter die Prognose für die potenzielle Energiegewinnung. Neben der Gesamtmenge sehe ich auch, ob ich eher vormittags oder nachmittags von der Sonne profitiere.
Darum brauche ich mir aber keine Gedanken zu machen, weil der neue Smart Modus
alles für mich automatisch regelt.
Heißt: Sobald ein Stromüberschuss zu erwarten ist, erhalte ich eine Push-Mitteilung. Gleichzeitig habe ich die Smart Plugs so konfiguriert, dass sie sich automatisch einschalten, wenn Reststrom zur Verfügung steht – und somit meine Akkus für E-Bike und E-Scooter mit Saft versorgen.
Ebenfalls cool: Das System kennt meinen durchschnittlichen Energieverbrauch und kann daher abschätzen, ob mein Akku mich auch durch einen bewölkten Tag bringt. Sollten noch Reserven vorhanden sein, werden die Smart Plugs ebenfalls aktiviert – es sei denn, ich priorisiere in den Einstellungen die Aufladung der Powerbank.
Knallt die Sonne, prognostiziert die Anker-App bei mir teilweise über 2 kWh Stromüberschuss. An Tagen mit weniger Sonne, wenn nur 0,1 bis 1 kWh Überschuss prognostiziert wird, ist der Nutzen für mich allerdings geringer. Handy oder Tablet lade ich dann doch lieber direkt über die normale Steckdose (über den Akku respektive das Stromnetz).
Trotzdem ist das bisher schon ein deutlicher Komfortgewinn für mich. Ich muss mir weniger Gedanken machen, wann ich welche Geräte ans Netz stöpsle, um keine Sonnenenergie zu verschwenden. Dank der Prognose weiß ich auch, wann ich am besten Großgeräte wie die Waschmaschine anschalte. Und die Vorhersagen scheinen mir auch halbwegs stimmig.
Wie viel habe ich in 5 Wochen gespart?
Hinweis: Ich hatte bereits zuvor ein Anker Smart Meter installiert, das den Energiebedarf aller Haushaltsgeräte in Echtzeit ermittelt und somit dynamisch den Strombedarf anpasst. Ich konnte somit bereits die produzierte Energie bestmöglich nutzen.
Im neuen Smart Modus
(mit KI) zeigt mir die App nach 39 Tagen kumulierte Einnahmen von 65 Euro, die ungefähr 1,32 Euro höher liegen als im Eigenverbrauchsmodus mit der Anker Solix E1600 Pro zuvor.
Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber dafür gibt es mehrere Gründe:
- gerade in den letzten Wochen war das Wetter bei uns – gelinde gesagt – bescheiden; einen Stromüberschuss gab es in Regenperioden kaum
- ich nutze die Smart Plugs noch nicht so intensiv, denn meine Akkus für E-Bike und E-Scooter hängen nicht permanent am Strom
- ich habe keinen dynamischen Stromtarif
Vor allem letzterer Punkt kostet mich viel Potenzial, denn genau hier würde das Anker-System potenziell glänzen, indem es den Akku dann lädt, wenn der Strom am günstigsten ist, und ihn entlädt, wenn er teuer ist.
Am meisten profitiert ihr daher, wenn ihr einen dynamischen Stromtarif sowie ein Gerät habt, das ihr am besten immer an einem Smart Plug stecken habt – zum Beispiel ein E-Bike oder eine dicke Camping-Powerbank in der Garage.
Kapazität und Leistung: Das Upgrade lohnt sich
Der Umstieg auf den größeren Akku (2,7 kWh bei der Solarbank 3 Pro statt 1,6 kWh bei der Solarbank 2 Pro) war für mich ein Volltreffer. Mit einem Erweiterungsakku (1,6 kWh) komme ich jetzt auf 4,3 kWh Gesamtkapazität.
Das reicht für meinen Haushalt locker aus! Zum Vergleich: Ich wohne mit Frau und Kind (4 Jahre) in einer Doppelhaushälfte mit einem Jahresstromverbrauch von um die 1.800 kWh.
Während die Solix E1600 Pro mich gerade so durch die Nacht brachte, kann ich bei der neuen Solarbank 3 Pro die ganze Nacht und oft noch einen halben Tag vom Akku zehren, bevor er leer ist.
Die vier Solarpanels mit insgesamt 2000 Watt Leistung laden den Speicher im Sommer bei Südausrichtung problemlos bis spätestens 11 Uhr vormittags voll auf.
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Was Anker noch verbessern könnte
Aktuell ist die Smart-Plug-Steuerung noch recht starr: Sie werden im automatischen Modus in einer festgelegten Reihenfolge aktiviert. Das bedeutet aber, dass der E-Scooter (Prio 2) erst geladen wird, wenn das E-Bike (Prio 1) voll aufgeladen ist.
Ein Feature, bei dem der Reststrom zwischen den smarten Steckdosen aufgeteilt wird, wäre noch wünschenswert. So bleibt nur der manuelle Zeitschaltungsmodus.
Auch bei der App geht noch was: Die App ist seit der KI-Integration nicht mehr ganz so übersichtlich und intuitiv wie zuvor. Gerade die Konfiguration der Smart Plugs ist regelrecht versteckt. Zudem führt ein kleines Fenster für den Smart Modus
auf zwei unterschiedliche Untermenüs, je nachdem, wohin ich klicke – das ist selbst nach Wochen noch irritierend.
Das ist Meckern auf sehr hohem Niveau, aber definitiv ein Punkt, an dem Anker noch nachbessern könnte, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen.
Was sich seit April getan hat: Kompatibilität und Zukunftspläne
Seit meinem letzten Bericht hat sich in Sachen Kompatibilität einiges getan. Die Anker Solix E2700 Pro ist jetzt voll kompatibel mit den Erweiterungsakkus der E1600 Pro und umgekehrt. Das ist super, denn so bleiben eure bestehenden Investitionen geschützt und ihr könnt flexibel aufrüsten, ohne gleich das ganze System austauschen zu müssen.
Zudem wird weiterhin daran gearbeitet, die E2700 Pro- und die E1600 Pro-Speicher zukünftig auch zusammen im Parallelbetrieb nutzen zu können. Das wäre ein echter Gamechanger und würde die Flexibilität und Skalierbarkeit noch einmal massiv erhöhen. Es zeigt, dass Anker hier langfristig denkt und das System kontinuierlich weiterentwickelt.
Mein Fazit nach 5 Wochen
Die Anker Solix E2700 Pro ist definitiv eine Investition in die Zukunft. Auch wenn die KI Anker Intelligence
ohne einen dynamischen Stromtarif noch nicht ihr volles Potenzial ausschöpft und die App an manchen Stellen noch Feinschliff vertragen könnte, ist das System durch die höhere Kapazität, die erweiterte Modulanbindung und die potenziellen Leistungsreserven sehr vielseitig.
Für alle, die ihr Balkonkraftwerk zukunftssicher aufstellen und ihren Eigenverbrauch maximieren wollen, ist die Solarbank 3 Pro eine klare Empfehlung. Wenn ihr keinen dynamischen Stromtarif habt oder nur eine kleine Anlage betreiben wollt, lohnt sich die Anschaffung gegenüber der E1600 Pro aber noch nicht – immerhin kostet die Solarbank 3 Pro mit 1.300 Euro deutlich mehr als der Vorgänger (800 Euro).

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